Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Was der Krieg im Nahen Osten für den Strompreis in Pirmasens bedeutet

2026 bleiben die Strompreise der Pirmasenser Stadtwerke aller Voraussicht nach stabil. Für das kommende Jahr müssen sich die Kun
2026 bleiben die Strompreise der Pirmasenser Stadtwerke aller Voraussicht nach stabil. Für das kommende Jahr müssen sich die Kunden aber vermutlich auf etwas höhere Preise einstellen.

Wie stabil sind angesichts der globalen Krisen die Energiepreise in Pirmasens? In Sachen Strom kann Stadtwerke-Chef Christoph Dörr Entwarnung geben – aber nur für dieses Jahr.

Trotz des Iran-Kriegs bewegen sich derzeit die Preise an der Strombörse in gewohnten Bahnen. Am Sonntag, 29. März, war das Überangebot sogar so groß, dass Abnehmern ein kleiner Betrag gezahlt worden wäre, wenn sie Strom gekauft hätten. Stadtwerke-Geschäftsführer Christoph Dörr relativiert jedoch: „Das sieht nur so aus.“ Denn beim Strom müsse zwischen dem sogenannten Spotmarkt und den Terminmärkten unterschieden werden. Beim Spotmarkt werde der Strom immer nur stundenweise angeboten und der Preis sei folglich starken Schwankungen unterworfen. Für die Stadtwerke seien jedoch die Terminmärkte wichtiger, da deren Verkäufe viel weiter in die Zukunft gerichtet seien. Dort könne Strom jetzt schon für das kommende Jahr oder noch spätere Zeitpunkte geordert werden.

Die Spotmärkte seien zu Beginn des Iran-Kriegs total ausgetickt, erzählt Dörr. Das habe sich jetzt wieder beruhigt. Die Terminmärkte hingegen hätten in der Anfangsphase des Kriegs nicht groß reagiert – das habe sich jedoch geändert, seit in der Golfregion zunehmend Schäden an der Infrastruktur entstanden seien. Nachdem Verladeeinrichtungen für Gas und Öl – nicht nur im Iran, sondern auch in Katar und in anderen Ländern – zerstört worden seien, machten sich die Kämpfe auch an den Terminmärkten bemerkbar. „Das dauert Jahre, bis das wieder repariert ist“, nennt Dörr einen Grund für die Unruhe an den Märkten.

Der Strom für das laufende Jahr ist längst eingekauft

Dennoch: Mit Blick auf das laufende Jahr kann der Stadtwerke-Chef Entwarnung für die Pirmasenser Stromkunden geben. „Aktuell haben wir nicht vor, die Tarife anzufassen“, versichert Dörr. Der Strom, der 2026 aus den Pirmasenser Steckdosen fließe, sei schon lange vor dem Iran-Krieg eingekauft worden. Sogar für das kommende Jahr seien schon 60 Prozent der benötigten Strommenge eingekauft – und dies zu Vorkriegskonditionen. Da allerdings noch einige Megawattstunden fehlten, dürfte es im kommenden Jahr „tendenziell teurer werden“, so Dörrs Einschätzung. Bezüglich der Beschaffung „sind wir im Krisenmodus“, erzählt er. Das gelte übrigens nicht nur für die Stadtwerke: Die Stromdiscounter beispielsweise müssten 2027 wesentlich teurere Tarife bezahlen – deren Kunden hätten sich folglich auf kräftige Steigerungen einzustellen, schätzt Dörr.

Zur Vorsicht mahnt der Stadtwerke-Chef, wenn Bürger glaubten, sie könnten mit dem dynamischen Strompreis Herr der Lage bleiben. Zwar könnten Kunden bei diesem Tarif einkaufen, wenn sie es möchten. Aber die meisten Verbraucher, die darauf setzten, verfügten über einen Stromspeicher. Den könnten sie aufladen, wenn der Strom billig ist, und diesen nutzen, wenn die Preise nach oben gehen. Wer nicht über einen solchen Speicher verfügt, müsse auf der Hut sein: „Bei den dynamischen Strompreisen gehen die Tarife teilweise richtig durch die Decke.“ Die Stadtwerke Pirmasens böten solche Tarife zwar auch an, weil es gesetzlich vorgeschrieben sei. Bisher habe sich aber kein einziger Kunde dafür gemeldet.

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