Pirmasens Warum der Sonnengesang heute so aktuell ist wie nie zuvor

Schwester Roswitha Schmid mit einer Statue des Heiligen Franziskus, dem in einer Feierstunde am 3. Oktober gedacht wird.
Schwester Roswitha Schmid mit einer Statue des Heiligen Franziskus, dem in einer Feierstunde am 3. Oktober gedacht wird.

Franz von Assisis Sonnengesang steht am 3. Oktober bei der Transitusfeier der Nardinischwestern im Mittelpunkt. Dazu gibt es eine Lichterprozession und einen Imbiss.

„Gelobt seist du mein Herr, durch unsere Schwester, Mutter Erde, die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt.“ Vor 800 Jahren schrieb Franz von Assisi den Sonnengesang, der am 3. Oktober bei der Transitusfeier der Mallersdorfer Schwestern um 19 Uhr in der katholischen Pfarrkirche St. Pirmin im Mittelpunkt steht.

In dieser Dichtung ist das ökologische Leitbild unserer Zeit sichtbar. Als Franziskus (1181/82-1226), schon sehr geschwächt von einer Krankheit, im Winter 1224/25 das „Loblied der Geschöpfe“ dichtete, konnte er nicht ahnen, dass er Jahrhunderte später zu einem der ersten Umweltschützer ernannt werden würde. Der fromme Mann wollte vielmehr eine Hymne auf Gottes Schöpfung schreiben. Er liebte die Natur, wollte ihr Ehrfurcht erweisen und sie erhalten. Dazu gehören neben den Gestirnen, Wasser, Feuer, Wind und Erde auch der Tod, die er mit Schwester oder Bruder anspricht.

Einladung ins Nardinihaus

Sein eindringlicher Appell, den Bestandteilen der Natur mit Hochachtung zu begegnen, ist heute in Zeiten größter Umweltverschmutzung von Bedeutung. Deshalb werden die Nardinischwestern bei ihrer traditionellen Transitusfeier das Jubiläum „800 Jahre Sonnengesang“ zum Anlass nehmen, dieses „Loblied der Geschöpfe“ in den Mittelpunkt zu stellen.

Am 3. Oktober, so erklärt es die Oberin der Pirmasenser Schwesterngemeinschaft, Roswitha Schmid, wird mit dem Transitus der Heimgang, das Sterben des heiligen Franz von Assisi gefeiert. Er hat sich laut seinem Biografen Celano in seiner Todesstunde den Sonnengesang von einigen Brüdern vortragen lassen. Die liturgische Feier in der Kirche St. Pirmin beginnt um 19 Uhr und endet mit einer Lichterprozession. „Danach“, so Schwester Roswitha, „sind alle zu einem franziskanischen Imbiss zu uns ins Nardinihaus eingeladen.“ Dabei sollen die Menschen miteinander ins Gespräch kommen.

x