Fußball
Warum der SC Hauenstein elf Punkte Vorsprung eingebüßt hat
Anfang November betrug der Vorsprung des damaligen Tabellenführers Hauenstein auf Baumholder komfortable elf Punkte. In die Winterpause verabschiedete sich der Sportclub mit vier Zählern Vorsprung – aber mit noch zwei Nachholspielen in der Hinterhand. Ein vermeintlicher Vorteil, der sich sehr schnell als trügerisch herausstellen sollte, zumal Baumholder noch drei Punkte vom Sportgericht zugesprochen wurden. Zur Erinnerung: Der VfR lag zu Hause gegen den TSC Zweibrücken bereits 0:3 zurück. Doch da die Gäste für wenige Sekunden einen Spieler einwechselten, der an diesem Tag nicht auf dem Spielberichtsformular stand, gingen den Zweibrückern die Punkte im Nachhinein „flöten“.
Zwei Rote Karten
Das erste Nachholspiel am Karsamstag beim FC Schmittweiler/Callbach verlor Hauenstein mit 1:3. Schlimmer noch: Abwehrspieler Moritz Schmitt und Kapitän Maximilian Seibel wurden des Feldes verwiesen und sind daher für das Spiel in Baumholder gesperrt. Der neue Spitzenreiter gewann seine vier Partien nach der Winterpause allesamt. Hauenstein dagegen leistete sich in sechs Spielen drei Niederlagen und sammelte nur sieben Zähler. Das Resultat: Hauenstein rangiert nun einen Punkt hinter Baumholder, das bis Mai 2024 noch Oberligist war und nun nach zwei Abstiegen in Folge wieder hoch will.
„Durch Abgänge in der Winterpause, durch viele Kranke und Verletzte und jetzt auch durch gesperrte Spieler ist das Personal sehr ausgedünnt. Das bedeutet auch weniger Spieler im Training. Und das macht sich auch bemerkbar“, analysiert Kapitän Maximilian Seibel. Der 25-Jährige, der als Fachangestellter für Arbeitsmarktdienstleistungen bei der Arbeitsagentur in Landau arbeitet, sah in Schmittweiler für eine Rettungstat mit der Hand auf der Torlinie die Rote Karte und wurde für eine Partie gesperrt.
Glück fehlt etwas
„In der Vorrunde hatten wir einen positiven Lauf mit neun Siegen in Serie. Das war auch nicht immer überragend. Aber das Selbstvertrauen war riesig, und so konnten wir enge Spiele auf unsere Seite ziehen. Dieses Glück haben wir momentan nicht“, sagt Seibel. Zudem sei der absolute Siegeswille aktuell nicht so zu spüren.
Vor dem Topspiel am Sonntag, 15.30 Uhr, in Baumholder stellt sich die personelle Situation wie folgt dar: Vom ursprünglichen 27er-Kader haben drei Spieler den Verein im Winter verlassen. Wegen Krankheit, Verletzung, Sperre und beruflicher Verpflichtungen fallen am Sonntag insgesamt elf Akteure, darunter etliche Stammkräfte, aus. Bleiben, Stand Dienstag, 13 einsatzfähige Spieler. Zu diesen gehören allerdings Noel Kästner und Nico Rüdiger, die in Schmittweiler angeschlagen ausgewechselt werden mussten und deren Einsatzfähigkeit am Sonntag höchst ungewiss ist. Immerhin gibt es mit dem Winter-Zugang vom SV Morlautern, Marvin Buhl, eine weitere Alternative, die einsatzbereit ist. Eventuell steht auch David Laux, der zuletzt beruflich bedingt fehlte, am Sonntag zur Verfügung.
„Noch genügend Qualität“
„Wir haben immer noch genügend Qualität, um ein gutes Team zu stellen. Die Frage wird sein, wer alles auf der Bank sitzt. Die zweite Mannschaft spielt auch am Sonntag und hat selbst Probleme“, sagt Kapitän Seibel und fügt hinzu: „Es wäre natürlich gut, wenn zwei oder drei bei uns aushelfen würden. Das wird noch geklärt.“
Und vielleicht kommt es dem Team zugute, erstmals in dieser Saison nicht als Favorit in eine Begegnung zu gehen. Seibel: „Wir haben nach dieser starken Vorrunde auf alle Fälle den Ehrgeiz, das Beste rauszuholen und möglichst viele Spiele zu gewinnen. Wofür das am Ende reicht, wird man sehen.“
LANDES-/BEZIRKSLIGASPIELE
- Landesliga: SF Bundenthal - TSC Zweibrücken (Sonntag, 15 Uhr), TSG Trippstadt - SV Hermersberg (Sonntag, 15.15 Uhr), SG Rieschweiler - SV Winterbach, VfR Baumholder - SC Hauenstein (Sonntag, 15.30 Uhr), SV Hinterweidenthal spielfrei
- Bezirksliga: SG Portuguesa Kaiserslautern-FCK III - FC Rodalben (Samstag, 17 Uhr), FV Olympia Ramstein - SG Eppenbrunn (Sonntag, 16.15 Uhr)