Pirmasens
Wandern rund um Pirmasens: Faszinierende Aus- und Einblicke
Wo einsteigen in die Gersbacher Vororttour? Wer mit dem Bus anreist, hat wenig Probleme, denn direkt am Dorfbrunnen in der Windsberger Straße, wo auch der Routenplan auf einer Info-Tafel zu finden ist, befinden sich auf beiden Seiten der Straße Haltestellen. Wer mit dem Auto anreist, hat es schon etwas schwerer. An der protestantischen Kirche oder der Mehrzweckhalle gibt es jedoch Parkplätze, die nur wenige Gehminuten vom Einstieg in die Rundtour entfernt sind.
Wer von der Kirche kommt, steigt an der Kreuzung Breitsitter-/Jakob-Sandt-/Windsberger Straße ein, da ist auch direkt die erste Markierung zu sehen. Zwei Minuten geht es in der Ortsdurchfahrt aufwärts, dann biegt die Vororttour hinter der Einmündung zur Sangstraße links ab – und nach wenigen Schritten, in der ein Wirtschaftsweg bergab führt, ist die Ortslage schon verlassen.
Kurz danach biegt die Tour erneut links ab, um unterhalb der Sangstraße parallel entlang zu führen. Auf diesem Streckenabschnitt wartet der erste Höhepunkt der Tour – die Fernsicht auf Pirmasens: Stetiger Begleiter ist die Silhouette der Horebstadt. Wer die tolle Aussicht etwas länger genießen will, findet sogar eine Ruhebank.
Weitblick auf Pirmasens und Höheischweiler
Mit den letzten Häusern der Sangstraße oberhalb endet auch der Wirtschaftsweg, der in einen vom Tal hochkommenden Querweg mündet. Mit dem Weitblick, der nun auch Fehrbach und Hengsberg einschließt, geht es links hoch, nach wenigen Metern biegt die Vororttour aber schon wieder rechts ab. Auf einem asphaltierten Wirtschaftsweg, der an die Sangstraße anschließt, führt die Tour nun bergab zur Landesstraße 600. Auf dem Weg bietet sich rechts die Obstbaumanlage des Gersbacher Obst- und Gartenbauvereins für eine Rast an.
Wer weiter läuft, kommt nach wenigen Minuten zur über die L600 führende Wirtschaftswegbrücke, die überquert wird. Längst hat sich zum Fernblick auf Pirmasens auch Höheischweiler hinzugesellt. Direkt nach der L600-Überquerung biegt die Vororttour links ab – und spätestens jetzt bietet sich eine kurze Pause an. Denn die Gersbacher meinen es gut mit Wanderern, die sich auf diese neue Rundtour begeben: Schon wieder wartet eine Bank zum Ausruhen.
Der Weg selbst führt nun – inzwischen auf Schotter – in Wellen an der L600 entlang, mal befindet sich der Wanderer unter, mal über der Zubringerstraße von der Autobahn 8 in das westliche Pirmasens. Nach einigen einsamen Minuten öffnet sich der Blick auf die große Blümelstalbrücke.
Der Wanderer bekommt einen Einblick in die moderne Ingenieurkunst, führt die Vororttour doch zwischen zwei der mächtigen Betonpfeiler hindurch. Die Route macht nämlich eine 180-Grad-Wendung unter der 20 Jahre alten Talbrücke hindurch, wobei etwas Schweiß vergossen werden muss: Für ein bis zwei Minuten geht es extrem steil aufwärts, schnell findet sich die Vororttour statt unter wieder über der L600 – und jetzt geht es neben der anderen Straßenseite sanft weiter aufwärts.
Aber auch diese waldige Passage ist nur von kurzer Dauer, denn schnell wendet sich der Weg in einer scharfen Rechtskurve weg von L600, um sich weiter bergauf in Richtung Gersbach zu ziehen. Leicht ansteigend geht es weiter, schnell ist die Ortslage schon voraus zu sehen – wer nach dem Anstieg pausieren will, findet erneut eine Ruhebank.
Wichtige Markierung auf Asphalt kaum zu erkennen
Kurz danach ist nun eine entscheidende Stelle der Vororttour erreicht: Statt geradeaus in den Ort zu laufen, biegt die Route in spitzem Winkel rechts ab. Das Problem: Die Wegmarkierung wurde von der Stadt auf den Asphalt aufgetragen, ist aber nach wenigen Monaten kaum noch zu erkennen. Wer nicht mit Routenplan oder modernen digitalen Karten wie Outdoor-Active unterwegs ist, sondern sich auf die Markierung verlässt, der ist genau an dieser Abzweigung verlassen.
Nicht nur die Gersbacher Wanderroute, sondern alle Vororttouren sind gekennzeichnet durch Markierungen an Bäumen oder auf dem Asphalt. Sicher keine schlechte Idee, auf teure Kunststoffschilder zu verzichten, aber die Stadt zahlt einen hohen Preis: Auf fast allen Touren ist gerade an entscheidenden Abzweigungen die Markierung kaum oder gar nicht mehr zu erkennen. Da muss entweder in kürzeren Intervallen nachmarkiert oder doch umgedacht werden, um an wichtigen Passagen doch mit haltbareren Schildern zu arbeiten.
Dorfplatz mit Brunnen und Alter Kirche
Zurück nach Gersbach: Nach kurzer Verwirrung und Markierungssuche findet sich das PS-Logo schemenhaft auf dem Boden mit einem winzigen weißen Pfeil nach rechts. In einem weiten Bogen zieht sich der Schotterweg am Hang entlang zur Ortslage, die mit dem unteren Westring erreicht wird. Zuvor bietet sich ein wunderbarer Blick auf den herbstlich gefärbten Windsberger Hochwald.
Durch den Westring hindurch wird der Dorfplatz im unteren Dorf mit Dorfbrunnen, Alter Kirche, ehemaliger Wirtschaft Sandt und einer Infotafel über die Gersbacher Wanderwege schnell erreicht. Jetzt wird es zum Abschluss noch mal schweißtreibend, denn steil führt die Vororttour die Windsberger Straße hoch bis zur Einmündung der Breitsitterstraße, auf der es zum Ausgangspunkt an der Kirche geht.
Fazit: Eine wunderbare Kurztour mit halber Umrundung von Gersbach, die auch eine Menge Abwechslung bietet.
Toureninfo
Länge: 4,8 Kilometer, Höhenunterschied: 61 Meter, Wegbeschaffenheit: Asphalt, Schotter. Aussicht: grandios. Dauer: etwa eineinviertel bis eineinhalb Stunden – plus Pausen. Schweiß: eher wenig
In Pirmasens finden Wanderer drei Premiumwanderwege, die vom Deutschen Wanderinstitut zertifiziert sind: Mit 13,4 Kilometern findet sich im Stadtwald zwischen Ruhbank, Beckenhof und Eisweiher die tagesfüllende Felsenwald-Tour, in Niedersimten wartet der 6,2 Kilometer lange Teufelspfad und in Gersbach/Winzeln der Premiumweg Hexenklamm mit 6,4 Kilometern als Halbtagestouren.
Neu sind sieben Vororttouren mit einer Länge zwischen 2,3 und 8,8 Kilometern: Sechs der sieben Pirmasenser Vororte bekommen damit ihre eigenen Wanderwege, lediglich Winzeln fehlt bei den Vororttouren. Das hat allerdings seinen Grund: In diesem Vorort gibt es mit dem Panoramarundweg über 8,6 Kilometer und dem Mühlenrundweg über 12,9 Kilometer schon zwei Rundwanderwege des Pfälzerwaldverein.
Als neue Vororttouren wurden erschlossen: die Eichfeldrunde in Fehrbach (2,3 Kilometer), der Historische Rundweg in Hengsberg (4,0 Kilometer), die Tour „Rund um Hengsberg“ in Fehrbach/Hengsberg (6,9 Kilometer), die Hochwaldrunde in Windsberg (4,4 Kilometer), die Tour „Auf der Hut“ in Gersbach (4,8 Kilometer), die Spenglerrunde in Niedersimten (6,8 Kilometer) und den „Erlehöfer Rundwanderweg“ in Erlenbrunn (8,8 Kilometer).
Die Pirmasenser Rundschau hat alle sieben neue Vor-Ort-Touren getestet und stellt die neuen Pirmasenser Wanderwege in einer Serie vor.
