Pirmasens „Von guten Mächten wunderbar getragen“

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Den Auftakt der diesjährigen Rosenberger Musiktage in der Wallfahrtskirche in Waldfischbach übernahm der „Europäische Kammerchor“ aus Köln unter der Leitung von Michael Reif mit vielstimmiger, anspruchsvoller A-cappella-Chormusik von der Renaissance zur Moderne unter dem Titel „Von guten Mächten wunderbar getragen“.

Bereits vor zwei Jahren trat der „Europäische Kammerchor“ bei den Rosenberger Musiktagen auf und hinterließ schon damals einen grandiosen Eindruck, „der sich mittlerweile zur Freundschaft zwischen Veranstalter und Chor entwickelt und vertieft hat“, wie Direktor Pfarrer Sehy in seinen Eingangsworten betonte. Im Fokus standen dieses Mal Vertonungen der Texte „O magnum mysterium“ und „Stabat mater“, dessen Inhalte „Menschwerdung und Tod Christi“ das ganze Kirchenjahr über präsent sind und damit auch protestantische und anglikanische Bekenntnisse ansprechen und bereichern. Die Sängerschar stand nicht nur im Altarraum der Kirche, sie zog auch in den hinten gelegenen Eingangsbereich und vereinigte ihren überwältigenden Chorgesang mit der angenehmen Akustik des Gotteshauses. Natürlich enthielten die lateinischen Wiedergaben des vertonten Hymnus „O magnum mysterium“ von Jakobus Gallus und Tomás Luis de Victoria aus dem 16. Jahrhundert eine andere Tonsprache gegenüber Francis Poulenc und Morten Lauridsen aus dem 20. Jahrhundert. Das aber war ja das Überwältigende und Faszinierende an diesem Chorkonzert: der Kontrast der Töne verschiedener Epochen, die sich in der Chormusik zu einem harmonischen Ganzen vereinen; ausgewogene Stimmen, die sich dem gewünschten Crescendo und Decrescendo anpassen. Auch das „Stabat mater“ von Giovanni Pierluigi da Palestrina aus der Renaissance im Pendant zum romantischen Werk von Franz Wüllner waren gesangliche Gegensätze, die faszinierten. Weiterhin waren zu hören „Faire Is The Heaven“ des englischen Spätromantikers William H. Harris; Motetten von Friedrich Kiel, der einst von Liszt bewundert wurde. Den Höhepunkt des Abends aber zeigte eine Komposition des zeitgenössischen spanischen Arztes und Komponisten Javier Busto mit seiner Vorstellung des „O magnum mysterium“, das auch den hervorragenden Saxofonisten Michael Villmow mit warmem Tonspiel mit einbezog: Kaffeehausmusik der besonderen Art interpretierte brillant der 27-köpfige gemischte Chor. Minutenlange Stille folgte, ehe die ergriffenen, rund 80 Zuhörer begeisternd applaudierten. Aber der Chor beherrscht nicht nur geistliche Musik, auch weltliche Lieder wurden anschließend im Freien vorgestellt, so unter anderem „In einem kühlen Grunde“.

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