Pirmasens
Von Grünkohl bis Zucchini: Was die „essbare Stadt“ 2025 bietet
Das Projekt „essbare Stadt“ kann ein Jubiläum feiern: Im Jahr 2015 hatten Spalierobst, Weinreben und Gemüse erstmals Einzug in die kommunalen Beete und Pflanzkübel gehalten. „Das Experiment ist auf Anhieb auf enormes Interesse gestoßen und wurde seither immer erweitert“, sagte der Pirmasenser Bürgermeister Michael Maas zu Beginn der diesjährigen Pflanzaktion. „Wir warten immer die Eisheiligen ab, die Nächte vom 11. bis 15. Mai, bevor wir mit dem Pflanzen beginnen“, erklärt Sylke Fabian. Sie ist Leiterin der Stadtgärtnerei und verantwortlich für die Grün- und Blühflächen in der Stadt. „Pflanze nie vor der kalten Sophie“ ist eine uralte Bauernregel. Die Heilige Sophie hat am 15. Mai ihren Gedenktag.
10.000 Pflänzchen kommen in die Erde
Mehr als 20 Mitarbeitende des Wirtschafts- und Servicebetriebs der Stadt Pirmasens werden in den nächsten Tagen rund 10.000 Pflänzchen in die Beete bringen. Der Renner ist mit mehr als 3300 Stück die Eisbegonie, gefolgt von der Niedrigen Studentenblume mit rund 1600 Exemplaren. Beim Gemüse treffen in diesem Sommer Stangensellerie und Grünkohl auf Tomate, Vesper- und Salatgurke. Dazu werden auf einigen Flächen gelbe und grüne Zucchini, mildscharfe Peperoni, Lollo und Pflücksalat gepflanzt. Die passende Kräuterauswahl reicht in dieser Saison von Schnittlauch über Salbei bis hin zu Currykraut. Und erneut sind die Pirmasenser und ihre Gäste ausdrücklich zum Pflücken, Ernten und Naschen eingeladen.
„Wir experimentieren auch gerne mal“, sagt Fabian. Und ergänzt: Nicht immer sei das von Erfolg gekrönt, wie der Versuch, Stangensellerie in Töpfen zu ziehen. Rund 40 Wechselbeete und -kübel betreuen die Stadtgärtner. Auch viele insektenfreundliche Blühoasen werden angelegt – da hat auch in Pirmasens der Klimawandel Einfluss auf den Sommerflor genommen. Für die Bepflanzung der Beete am Dr.-Robert-Schelp-Kreisel, vor dem Carolinensaal und am Schlossplatz wurden Pflanzen und Stauden gewählt, die auch über einen längeren Zeitraum Hitze gut wegstecken, sagte Maas. Überhaupt würden mehr Stauden gepflanzt.
Auch private Ess-Beete
Auch private Initiativen beteiligen sich wieder an dem Projekt „essbare Stadt“. Ein Beispiel: Schüler des Leibniz-Gymnasiums haben vor ihrer Schule Beete angelegt. Die sollten auch nur von den Schülern abgeerntet werden, sagt Maas.
Im Jahr 2024 hatte die Stadtgärtnerei als Blickfang die Beete und Flächen in der Stadt mit bunt bemalten Stühlen und anderen Objekten dekoriert. Fabian verspricht: „Im nächsten Jahr werden wir uns für die Aktion ,essbare Stadt’ wieder etwas besonders Dekoratives einfallen lassen.“