Pirmasens Verdacht auf schwere Brandstiftung: Fremdenfeindlicher Hintergrund wird geprüft
[aktualisiert 17.20 Uhr]
Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in der Pirmasenser Schwanenstraße am Sonntagabend geht die Polizei von schwerer Brandstiftung aus. Ein 51-jähriger Tatverdächtiger wurde festgenommen, teilen Staatsanwaltschaft Zweibrücken und Polizeipräsidium Westpfalz in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Weil in dem Haus Menschen unterschiedlicher Nationalitäten wohnen, wird auch geprüft, ob ein fremdenfeindlicher Hintergrund besteht.
Wie die Feuerwehr berichtete, hatten im Treppenhaus abgestellte Kinderwagen gebrannt. Noch bevor die um 19.15 Uhr alarmierten Kräfte eintrafen, hatten Ersthelfer die Flammen mit einem Feuerlöschen ersticken können. Die Rauchentwicklung war aber dermaßen stark, dass ein Verlassen des Hauses über das Treppenhaus nicht mehr möglich war.
Mit einer Drehleiter rettete die Feuerwehr drei der Hausbewohner aus dem Dachgeschoss. Mindestens zehn Personen wurden leicht verletzt und vorsorglich in einem Krankenhaus behandelt, darunter der stark alkoholisierte Tatverdächtige. Eine Frau und ihr Kind, die aus dem ersten Obergeschoss sprangen, kamen mit leichten Verletzungen davon, informieren Polizei und Staatsanwaltschaft.
Das Feuer griff nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen nicht auf die Gebäudesubstanz über, richtete jedoch einen Sachschaden in mindestens fünfstelliger Höhe an. Der Tatverdächtige wurde am Montagnachmittag einem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Pirmasens vorgeführt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Zweibrücken ordnete das Gericht die Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr an. Der Mann wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.
Die Pirmasenser Feuerwehr war am Sonntagabend mit acht Fahrzeugen und 28 Einsatzkräften vor Ort. Hinzu kam die Katastrophenschutzeinheit Sanität mit vier Fahrzeugen und elf Helfern, unterstützt von einem Einsatzleitwagen der Katastrophenschutzeinheit des Landkreises Südwestpfalz. Der Rettungsdienst und zwei Notärzte versorgten zehn Menschen.
Zeugen, die Hinweise zum Brandgeschehen geben können, werden gebeten, sich unter 06331 5200 mit der Polizeiinspektion Pirmasens in Verbindung zu setzen.