Handball
TV Dahn: Rückraum-Torjäger Lukas Schwarz und seine schwere Entscheidung
Mit Lukas Schwarz im linken Rückraum tritt der zuletzt etwas gefestigter auftretende TV Dahn am Samstag um 20 Uhr im Schulzentrum gegen Verbandsliga-Primus TSV Speyer an. Vielleicht ist es ja so ein Tag, an dem das Schlusslicht das Topteam überrascht. Schwarz sieht den Schlüssel zu einem solchen Erfolg in der eigenen Defensive: „Die funktionierte zuletzt immer besser“, sagt der 20-Jährige. Und auch vorne habe die Mannschaft – und insbesondere er selbst – dazugelernt. Er sei geduldiger, suche wieder mehr die Zweikämpfe, die Hüftwürfe fänden besser ins Ziel und die oft überhastet abgefeuerten Rückraumschüsse seien minimiert worden, was auch an seinen Nebenleuten liege, die in die Kreuzbewegungen gehen. Das alles sei auch ein Verdienst des Trainers, stellt der angehende Bundeswehr-Offizier im Dienstrang eines Gefreiten fest.
Soldat und Feuerwehrmann
Seit Juli ist er nach dem bestandenen Abitur im Staatsdienst bei der Fernmeldeeinheit in Kastellaun. Das bedeutet auch, dass er weniger Möglichkeiten hat, um mit dem Team zu trainieren, aber auch für seine weiteren Hobbys. Das ist sein Trainerjob in der Dahner B-Jugend, dann die Aufgabe bei der Freiwilligen Feuerwehr, wo er als Truppführer auch zu den Atemschutz-Geräteträgern zählt.
Für 13 Jahre verpflichtet
Dass Kastellaun keine Station für die Ewigkeit sein wird, ist dem Dahner bewusst: In einer Offizierslaufbahn sind Standortwechsel häufig, dazwischen werden Lehrgänge absolviert und das Studium an einer der Bundeswehr-Hochschulen in Hamburg oder München. „Ich wollte aber mit dem Abitur in der Tasche die Herausforderung annehmen und habe mich daher für die Offizierslaufbahn entschieden. Der Beruf ist klasse“, erzählt er nach rund sechs Monaten im Dienst. Für 13 Jahre hat er sich verpflichtet, dann würde er die Bundeswehr voraussichtlich im Range eines Hauptmannes verlassen – oder als Berufssoldat nach mehr „Lametta“ streben.
Sehr heimatverbunden
„Ich bin aber sehr heimatverbunden“, sagt der etwas jüngere, aber wuseligere der beiden Zwillinge. Bruder Fabian ist Mitspieler und macht zudem als Schiedsrichter Karriere. Und weil Lukas Schwarz das Felsenland so ans Herz gewachsen ist, steht er vor einer schwierigen Entscheidung. „Nach spätestens acht Monaten muss ich mich festlegen, ob ich die 13 Jahre durchziehe oder die Bundeswehr wieder verlasse.“ Noch habe er keine Tendenz, er wolle zuerst Weihnachten mit der Familie feiern. Danach wird er sich Gedanken machen, ob er mit der silbernen Litze, die Offiziersanwärter am Rand der Schulterklappen kennzeichnet, auf Deutschland-Tournee gehen will, oder sich beruflich nochmals umorientiert, um in Dahn seine Hobbys zu leben und Freundschaften zu pflegen.
Heimspiel gegen Top-Team
Zuvor aber steht für den wurfgewaltigsten Dahner Spieler, dessen Saisonbestmarke bei elf Feldtoren steht, das Spiel gegen Speyer an. Da gilt es gegen ein Team, bei dem fast alle Stammspieler schon in der Oberliga aktiv waren, Schwächephasen, wie sie seit Jahren immer vorkamen, nach Möglichkeit zu eliminieren: „Das üben wir im Training mit vielen Kontersituationen, was gut für die Kondition ist. Außerdem haben wir gelernt, uns gegenseitig besser zu helfen“, sieht Schwarz Fortschritte auch abseits der „markant besseren Abwehr“.
Die Mannschaft von Trainer Michael Blank könne wohl nahezu in Bestbesetzung auflaufen. „Die Fußballer sind dabei, und Verletzte gibt es auch nicht“, berichtet Schwarz.
Das Programm
Frauen-Pfalzliga: HSG Dudenhofen/Schifferstadt - FSG Hauenstein/Rodalben (Sonntag, 16.15 Uhr, im Schulzentrum Schifferstadt)
Männer-Verbandsliga: TV Thaleischweiler - TuS Kaiserslautern-Dansenberg III (Samstag, 19 Uhr).