Pirmasens
„Triple Twenty Bar“: Dart-Kneipe folgt auf „Mythos“
Jahrzehnte lang hatte das Mythos seinen festen Platz in der Pirmasenser Friedhofstraße. Die Kombination aus griechischem Restaurant und Kneipe an der Kreuzung zur Bergstraße hatte über die Zeit viele Stammgäste angesammelt. Zwei von ihnen waren Vitalij Fraind und Sascha Kapila. „Wir haben schon vor 20 Jahren zusammen bei Theo an der Theke gesessen“, erinnert sich Fraind. Mit Theo meint er Theo Tyriakidis, den langjährigen Inhaber des Mythos. Zum Dezember verabschiedete sich Tyriakidis allerdings von der Eckkneipe in der Friedhofstraße, um in der Altenwoogsmühle in Lemberg ein Restaurant zu eröffnen.
Das rief die ehemaligen Stammgäste Fraind und Kapila, 39 und 40 Jahre alt, auf den Plan. „Als wir gehört haben, dass die Kneipe frei wird, haben wir uns ganz spontan überlegt, sie zu übernehmen“, sagt Sascha Kapila. Mitte Februar, eineinhalb Monate nach Schließung des Mythos, eröffneten die beiden ihre Triple Twenty Bar.
Schon fünf eigene Mannschaften
„Wir wollen etwas für die Dart-Leute anbieten“, betont Kapila. Das verrät schon der Name der neuen Kneipe: Triple Twenty – zu deutsch dreifache Zwanzig – ist die höchstmögliche Punktzahl, die beim Dart mit einem Wurf erzielt werden kann. Ganze fünf Mannschaften gehen für die noch junge Kneipe an den Start – vier in der Liga des Deutschen Sportautomatenbunds (DSAB), eine in der Pirmasenser Stadtliga.
Steckbrief
Eröffnungsjahr: Februar 2026
Inhaber: Vitalij Fraind und Sascha Kapila
Biermarke: Park
Bierpreis: ab 3 Euro
Speiseangebot: Pizza, Flammkuchen
Besonderheiten: regelmäßige Dart-Turniere
Raucherkneipe: ja
Adresse: Friedhofstraße 1
Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Sonntag von 19 bis 24 Uhr; Freitag von 19 bis 2 Uhr; Samstag von 18 bis 2 Uhr
In einem separaten Nebenraum sind vier Dartautomaten aufgestellt, das Bild einer übergroßen Dartscheibe ziert eine der Wände, rund herum stehen reichlich Tische. „Das hier ist ideal für die Mannschaften“, schwärmt Kapila, der selbst aktiver Dartspieler ist. Im vorderen Gastraum gibt es zusätzlich eine Scheibe für Steel-Dart, wie sie von den Profis bei der jährlichen Weltmeisterschaft in London benutzt wird. „Da bin ich noch gespannt, wie es ankommt. So etwas ist in Pirmasens noch nicht sehr verbreitet“, weiß Kapila.
„Vom Boden bis zur Decke“ renoviert
Vor der Eröffnung im vergangenen Monat haben die neuen Betreiber die Kneipe gründlich renoviert. „Wir haben vom Boden bis zur Decke fast alles neu gemacht“, berichtet Kapila. Das meiste davon sei in Eigenleistung erledigt worden, die Materialien habe der Vermieter bezahlt, sagt Kapila und ergänzt: „Gott sei Dank – sonst wäre das alles ganz schön teuer geworden.“
Trotz der Renovierung war es den beiden wichtig, Altes und Neues zu kombinieren. „Das Mythos gab es ewig. Wir wollten unbedingt einen Teil davon erhalten“, betont Vitalij Fraind und verweist auf das Herzstück der Kneipe: der Barbereich mit der langen, alten Theke, wie sie schon im Mythos stand.
Eingespieltes Team
Neu ist die Gastro-Branche für die beiden Kumpel nicht. Sechs Jahre lang haben sie bereits gemeinsam eine Kneipe betrieben, ehe sie das Triple Twenty eröffneten. Was die Arbeitsteilung angeht, sind Fraind und Kapila ein eingespieltes Team. „Sascha kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit, die Events und Turniere. Ich bin für die Buchhaltung zuständig“, sagt Fraind. Bei der Arbeit hinter der Theke wechseln sich die Betreiber ab.
Mit den ersten Wochen seit der Eröffnung sind beide sehr zufrieden. „Es kommt bisher super an“, beobachtet Kapila. Außer Frage stehe aber, dass noch mehr Zulauf möglich sei, meint Fraind: „Das braucht aber noch ein bisschen Zeit. Viele Leute kennen die neue Bar noch nicht.“
Turniere im Zwei-Wochen-Takt
Um auch unter der Woche Gäste in die Kneipe zu locken, hat Sascha Kapila ein Konzept übernommen, das in Großstädten bereits gang und gäbe sei: ein sogenanntes Competition-Turnier. Ein Jahr lang findet jeden zweiten Mittwoch ein Dart-Turnier statt, der Pott mit dem Preisgeld soll dabei stetig wachsen. „Am Ende gibt es ein großes Finalturnier um den Jackpot“, erklärt Kapila.
Aber auch abseits des Dartsports wollen die Barbetreiber verschiedene Veranstaltungen anbieten. „Wir sind im April direkt bei der Hexentour dabei“, verrät Kapila. An den Wochenenden, an denen keine Dart-Ligaspiele stattfinden, soll es künftig beispielsweise 90er- und 2000er-Partys geben. „Aber wir wollen hieraus keine Disco machen“, versichert Fraind.
Zur Serie
Die Zeiten, in denen es Hunderte Kneipen in Pirmasens gab, sind vorbei. Trotzdem hat die Stadt noch einiges zu bieten. In der Serie „PS am Zapfhahn“ stellen wir Pirmasenser Kneipen sowie die Gesichter hinter den Theken vor.