Pirmasens Tretter: Das Normalste ist eingetreten

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Spiesen-Elversberg. Ein Trend hat sich am Samstag fortgesetzt. Gegen die Teams aus dem ersten Tabellendrittel der Fußball-Regionalliga hat der FK Pirmasens wenig zu bestellen. Wie schon gegen den 1. FC Saarbrücken (0:3), bei Hessen Kassel (1:3) und über weite Strecken gegen Kickers Offenbach (1:2) war auch beim Tabellenzweiten SV Elversberg nicht wirklich etwas drin für die Feierabendfußballer. „Die waren einfach besser“, stellte Jürgen „Chick“ Kölsch, einer von vier FKP-Präsidenten, nach der 1:3-Niederlage bei der SVE-Profitruppe fest.

Elversbergs neuer Chefcoach Michael Wiesinger, als Spieler Champions-League-Sieger mit Bayern München und als Trainer zuletzt in der Bundesliga beim 1. FC Nürnberg engagiert, hat einen Kader zur Verfügung, der wohl jetzt schon Drittliga-Ansprüchen genügt. Und genau dort, in die Dritte Bundesliga, aus der sie 2014 etwas unglücklich abgestiegen sind, wollen die Saarländer wieder hin. Das Geld von Ursapharm, dem Unternehmen des ehemaligen Trainers und Präsidenten der SVE, Frank Holzer (jetzt Aufsichtsratschef), macht’s beispielsweise möglich, dass im Stadion an der – inzwischen umgestürzten – Kaiserlinde jetzt eine Rasenheizung angelegt und eine neue Tribüne gebaut wird. Und Holzers Kohle sorgt dafür, dass Männer vom Kaliber eines Mijo Tunjic für Elversberg spielen. Der Niederländer, der schon für die Stuttgarter Kickers, die Spielvereinigung Unterhaching und Rot-Weiß Erfurt viele, viele Tore machte, war am Samstag mit seinen beiden Treffern der Matchwinner. FKP-Innenverteidiger Alexander Heinze sollte ihn bei Standards bewachen, tat dies aber in der elften Minute beim 1:0, als Tunjic eine Ecke des Argentiniers Leandro Grech (107 Zweitligaspiele für Aue und Aalen) einköpfte, nicht so recht. Und beim 2:0 kurz vor dem Halbzeitpfiff entwischte der devere Tunjic Heinze und dessen Partner in der Abwehrzentrale, Marco Steil, stand somit frei vor FKP-Keeper Frank Steigelmann, der den ersten Schuss noch parierte, sich beim zweiten aber geschlagen geben musste. Die Vorarbeit zum 2:0 hatte der starke David Schloffer, Leihgabe vom österreichischen Bundesligisten Sturm Graz, mit seinem energischen Einsatz gegen FKP-Linksverteidiger Alexander Schmieden geliefert. Schmieden gehörte gegen seinen Ex-Verein zur Startelf, weil sich Karsten Schug eine Woche zuvor beim 2:0-Sieg gegen Spielberg am Knie verletzt hatte. Schug, am Samstag mit FKP-Schal um den Hals auf der Tribüne, will nach eigenen Worten im nächsten Ligaspiel gegen Schlusslicht Saar 05 Saarbrücken wieder dabei sein; vielleicht reicht’s auch schon fürs Verbandspokal-Achtelfinalmatch am Mittwoch (19 Uhr, Wasgaustadion) beim SC Hauenstein. Schmiedens Versuch aus der Distanz in der 40. Minute, bei dem der Ball gut fünf Meter über die Latte flog, war der erste Torschuss des FKP in dieser Partie, die nur vier Minuten lang nicht einseitig war. Jene vier Minuten vom überraschenden Anschlusstreffer durch Christian Grimm (67.) bis zum 3:1 (71.) für Elversberg durch den – wie Tunjic – bei Standards extrem gefährlichen Kevin Maek, um den sich Marco Steil kümmern sollte. „Tunjic und Maek sind schwer zu verteidigen“, wollte FKP-Trainer Peter Tretter mit seinen beiden langen Innenverteidigern nicht zu hart ins Gericht gehen. Tretter ist Realist, hakte die Niederlage schnell ab. „Das Normalste ist eingetreten: Wir haben in Elversberg verloren“, sagte Tretter. Er blickte schon während des Spiels nach vorne und wechselte nach dem 1:3 David Becker und Christian Grimm aus. Tretter: „Ich brauche die beiden fürs Pokalspiel in Hauenstein und habe sie daher etwas geschont.“

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