Ringen
Thaleischweiler: Wettkampfleiter fällt bei offenen Landesmeisterschaften kurzfristig aus
Rund 200 Zuschauer erleben am Samstag ab 11.15 Uhr in der Sporthalle der IGS Thaleischweiler-Fröschen hochkarätige Duelle sowohl im griechisch-römischen als auch im freien Stil. Vize-Landesmeister wird Shahzad Amin vom gastgebenden AC Thaleischweiler in der mit 16 Startern sehr stark besetzten 70-Kilo-Freistilklasse. Das Finalkampf verliert er gegen Assan Buchheister von der RKG Reilingen-Hockenheim nach Punkten. Die übrigen fünf Kämpfe hat Amin alle vorzeitig gewonnen. Auch seine ACT-Kollegen Manuel Rauch (130 kg griechisch-römisch) und Ionut Zaporojan (55 kg griechisch-römisch) gewinnen Silber. „Ein Riesenerfolg für uns“, betont Thaleischweilers Trainer Andreas Kiefer. Der ACT wird in der Vereinswertung Vierter.
Für den ACT-Vorsitzenden Reiner Kaufmann beginnt der Samstag mit einer Hiobsbotschaft. Während des frühmorgendlichen Spaziergangs klingelt um 6.18 Uhr sein Handy. Der für die Wettkampfleitung verantwortliche Bernd Schröder ist unerwartet in der Nacht zum Samstag erkrankt und fällt aus. Die komplette Computertechnik und sonstige Logistik muss von Fehrbach nach Thaleischweiler transportiert werden. Die Wettkampfleitung übernimmt kurz entschlossen Oliver Eich. „Ich habe ein gesundes Herz“, sagt Kaufmann erleichtert, als er merkt, dass alles funktioniert.
Keine Radlerhose
Dass das Niveau bei diesen offenen Meisterschaften recht hoch ist, bestätigt auch Manuel Senn. Der Vizepräsident des Deutschen Ringerbunds ist einer von neun Kampfrichtern. „Es ist ein ansprechendes Niveau für eine Landesmeisterschaft“, stellt er fest. Die Ringer aus anderen Landesverbänden wie Hessen und Bayern würden dazu beitragen. Er achtet auch streng auf die Einhaltung des Regelwerks. „Radlerhose unter dem Trikot ist nicht erlaubt. Bitte ausziehen!“, fordert er von einem Teilnehmer.
Sejron Krasniqi, Sportwart des RSC Pirmasens-Fehrbach, ist mit drei Ringern am Start. Der Titelkandidat der Fehrbacher, Foresedan Soltani, fällt krankheitsbedingt aus, und Krasniqis Sohn Noah ist heute nur Zuschauer. Der 16-jährige Pirmasenser, amtierender Pfalzmeister im griechisch-römischen Stil, tritt kommendes Wochenende zu den Jugend-Landesmeisterschaften im Freistil an.
Zorbas Trainingsrückstand
Ionid Zorba vom RSC gewinnt in der 65-Kilo-Freistilklasse den ersten von vier Kämpfen. Nach der Niederlage im zweiten Kampf gegen Jakob Wenzel vom RSV Schonungen betreibt der 18-Jährige Ursachenforschung: „Ich war einfach noch nicht fit genug, ich habe Trainingsrückstand.“ Der Elektriker-Azubi musste nach einem Bänderriss eine vierwöchige Zwangspause einlegen. Er wird letztlich Sechster von zehn Kämpfern in seiner Klasse.
Eilig hat es Paul Ufelmann vom AV 23 Pirmasens. Nach zwei Schultersiegen muss er vor dem dritten Kampf gegen Niclas Gaa vom bayerischen TSV Westendorf eiligst die Halle verlassen. Der 27-jährige Polizist muss zum Dienst. „Ich bin gestern von Kempten nach Kaiserslautern gefahren, habe dann am Abend noch das Training in Mainz besucht und bin heute hierher gekommen, um mich auf die deutschen Meisterschaften vorzubereiten“, erzählt der im Allgäu wohnende Gaa. Gerne hätte der 23-jährige Bankkaufmann gegen Ufelmann gekämpft. Der Bayer wird am Ende Vize-Rheinland-Pfalz-Meister und belohnt sich am Abend mit einer Maß Bier. Die Anreise von 560 Kilometern in die Pfalz bereut er nicht.
Georg Guzaev vom AV 23 Pirmasens wird in der 70-Kilo-Freilstilklasse nach vier Siegen in sechs Kämpfen (darunter ein Schultersieg gegen Stiliyan Trenkov von der ASV Pirmasens) stolzer Fünfter unter 16 Ringern.