Pirmasens
Studenten zeigen Pläne: Was wird aus der Palatia-Fabrik?
Wenn in den nächsten Tagen ein Abrissbagger an der Palatia-Schuhfabrik in Gersbach anrückt, geht es auf keinen Fall dem Fabrikgebäude an den Kragen, wie Denis Clauer, Vorsitzender der Hildenbrand-Stiftung, betont. Die Umnutzung des früheren Fabrikgeländes wird mit der Schaffung eines Bauplatzes angegangen. Größere Pläne entwickeln derzeit Studenten.
Das 1000 Quadratmeter große Fabrikareal mit großem Wiesengelände in der Denkmalstraße in Gersbach gehört zu den Filetgrundstücken der Stadt für neues Bauland. Die 1919 von Jakob Hildenbrand gegründete Fabrik steht seit mehr als 20 Jahren leer, ist mittlerweile von allem Gerät und Müll gesäubert worden und wartet auf einen neuen Besitzer. Clauer würde gerne Wohnungen darin sehen. Es fehlt jedoch momentan an Investoren, die Lofts realisieren wollen.
Platz genug für kreative Ideen
Das benachbarte Wiesengelände könnte acht Bauplätze ergeben. Der Baumbestand auf den Wiesen wurde kürzlich schon gefällt, womit das Gelände langsam baureif wird. Für den besseren Zugang und einen weiteren Bauplatz soll nun in den nächsten Tagen die frühere Firmengarage der Fabrik abgerissen werden, wie Clauer auf Anfrage informiert. Das nebenstehende Wohnhaus ist davon noch nicht betroffen, obwohl es mittelfristig auch zum Abriss vorgesehen sein dürfte.
Auf dem Fabrikgelände der Palatia-Fabrik hatten bis zur Schließung über 100 Arbeiter Schuhe der Marke Palatia produziert. Teile der jetzt noch erhaltenen Fabrik wurden bereits in den 1930er Jahren gebaut. Jakob Hildenbrand hatte in der Windsberger Straße das Unternehmen 1919 gegründet. Seine in den 1960er Jahren erbaute Villa unweit der Fabrik steht ebenfalls zum Verkauf. Inhaber ist derzeit die Hildenbrand-Stiftung.
Studenten beschäftigen sich mit Fabrik-Areal
Wie es mit dem Areal weitergehen könnte, darüber brüten seit ein paar Monaten Studenten der Kaiserslauterer Universität. Deren Ergebnisse werden am Donnerstag, 27. November, im Atrium des Rheinbergers vorgestellt. Studenten des Fachgebiets „Kreislaufeffiziente Architektur“ hatten sich im Sommersemester 2025 in ihren Abschlussarbeiten über Möglichkeiten zur Weiternutzung früherer Fabriken Gedanken gemacht. Anhand zweier Standorte in Pirmasens, einer davon war die Palatia-Fabrik in Gersbach, wurden Szenarien für eine Nachnutzung entwickelt.
Info
Das Projekt trägt den Titel „z. B. hier leben“. Die Abschlussarbeiten werden von Donnerstag , 27. November, bis Donnerstag, 11. Dezember, zu sehen sein. Zur Eröffnung wird der Pirmasenser Architekt Matthias Faul vom Fachbereich „Urban Design“ der Technischen Universität München ab 18 Uhr den Fachvortrag halten.
