Westpfalz
Stipendien für Medizinstudenten: Wie viel Geld noch fehlt
120.000 Euro hat der Verein „Ärzte für die Westpfalz“ inzwischen gesammelt. Das teilt die Verwaltung des Donnersbergkreises auf Nachfrage mit. Dazu kämen weitere Mittel, deren Höhe noch nicht genau feststeht und die erst an den Verein ausgezahlt werden, wenn die Gemeinnützigkeit offiziell anerkannt wurde. „Insoweit können wir aktuell nur acht Plätze sicher sponsern“, so die Verwaltung. 16 junge Leute aus der Westpfalz will der Verein ab September in Ungarn Medizin studieren lassen. Für ein Jahr kommen da 240.000 Euro an Studiengebühren zusammen. Bisher hat der Verein also nur die Hälfte des Geldes zusammengetragen, die benötigt würde, um allen 16 Studenten ein Vollstipendium anzubieten.
Insgesamt sind bis zur Abgabefrist Ende Juni 76 Bewerbungen für ein Stipendium beim Verein eingegangen. 42 Bewerber hätten inzwischen einen Bescheid bekommen – manche bekamen direkt eine Zu- oder Absage, andere die Nachricht, dass das Auswahlverfahren nun begonnen habe. Die restlichen Bewerber hätten bisher nur eine Eingangsbestätigung erhalten. Bei einem Teil der Bewerber steht eine Entscheidung des Vereins also noch aus.
Anerkennung „wird täglich erwartet“
Die Zusagen wurden teilweise unter Vorbehalt gegeben: Zuerst müsse der Verein noch das fehlende Geld auftreiben. Die Auswahl der Kandidaten beruhe auf persönlichen Vorgesprächen und den schriftlichen Bewerbungsunterlagen.
Dass noch nicht genug Spenden zusammenkamen, führt der Verein unter anderem darauf zurück, dass die Anerkennung der Gemeinnützigkeit fehlt. Die Entscheidung liegt beim Landesamt für Finanzen in Koblenz. Der Prozess verzögere sich „aus Formalitätsgründen“, heißt es vom Verein. Doch die Anerkennung „wird täglich erwartet“.
Drei Jahre Landarzt
Die Mitglieder des Vereins „Ärzte für die Westpfalz“ sind die Gebietskörperschaften der Region: die Landkreise Kaiserslautern, Kusel, Südwestpfalz, Donnersbergkreis, Bad Kreuznach und die Städte Pirmasens, Kaiserslautern und Zweibrücken. Dazu kommen die Zukunftsregion Westpfalz (ZRW), das Pfalzklinikum und das Westpfalz-Klinikum. Zum Vorsitzenden des Vereins wählten die Gründungsmitglieder Landrat Rainer Guth (Donnersbergkreis). Erster Stellvertreter ist der Pirmasenser Oberbürgermeister Markus Zwick, zweiter Stellvertreter Landrat Otto Rubly (Landkreis Kusel).
Ziel der Vereinigung ist es, den Ärztemangel in der ländlich geprägten Region zu bekämpfen. Im Gegenzug für ihr Stipendium müssen sich die Studierenden verpflichten, nach ihrer Ausbildung mindestens drei Jahre in der Westpfalz zu arbeiten.