Pirmasens
Städtepartnerschaft mit Poissy: AfD fordert mehr Bürgernähe
Was die Städtepartnerschaft zwischen Pirmasens und Poissy kostet und wieso hier kaum Normalbürger eingebunden werden, wollte AfD-Fraktionsvorsitzender Bernd Maus am Montag im Stadtrat wissen. Während früher viele Vereine mit Poissy einen Austausch pflegten, seien es heute fast nur noch Ratsmitglieder, Verwaltungsmitarbeiter oder „ausgewählte Privatleute“, die auf Kosten der Stadt reisen, so Maus, der fordert, mehr interessierte Bürger einzubinden. Maus betonte in der Anfrage, dass er nicht die Partnerschaft an sich kritisiere, aber die Art, wie sie derzeit gepflegt werde.
Die Kritik von Maus, die in der Anfrage mitschwingt, will Dezernent Denis Clauer so nicht sehen. Der Pfälzerwaldverein (PWV) pflege eine enge Partnerschaft mit einem Wanderclub in Poissy. Beim Jubiläumsfest am Waldhaus Drei Buchen seien 40 Gäste aus Poissy beim PWV gewesen, sagte Clauer. Weiteren Austausch gebe es zwischen den Pirmasensern Schiffsmodellbauern und einem Partnerverein in Poissy sowie zwischen dem Pirmasenser Kunstverein und dem Verein Art’n’Co in Poissy, wo just im September Werke von sieben Pirmasenser Künstlern ausgestellt wurden, wie Clauer berichtete. Außerdem seien dieses Jahr 15 Schüler aus Poissy für eine Woche an der Berufsschule in Pirmasens gewesen, hätten gemeinsam mit den Pirmasensern gekocht und gearbeitet. Clauer räumte ein, dass im Sportbereich eine Lücke klaffe. „Hier wünschen wir uns mehr Austausch“, so der Dezernent.
Gegen die unterschwellige Kritik in der AfD-Anfrage an den Kosten der Städtepartnerschaft wandte sich Gerhard Hussong (SPD), der seit 1995 regelmäßig an Partnerschaftstreffen teilnimmt. „Das ist gut angelegtes Geld, das gute Zinsen trage“, betonte Hussong und Bernhard Matheis (CDU) verteidigte den Austausch zwischen den Stadtratsmitgliedern von Pirmasens und Poissy. Dabei seien immer wieder gute Ideen auf den Tisch gekommen, so Matheis, der die gegenseitigen Besuche als „Lernen voneinander“ bezeichnete, die den Aufwand auf jeden Fall wert seien. Clauer will die Kosten der Partnerschaftsbesuche in der nächsten Sitzung mitteilen.