Jugendfußballspiel der Woche RHEINPFALZ Plus Artikel Sechs Tore und vier Platzverweise in Hauenstein

Vorbereiter des 1:0 und Schütze des 2:0: Fabio Schmitt (links in Blau), hier mit seinem Teamkollegen Marc Eitel (rechts) sowie d
Vorbereiter des 1:0 und Schütze des 2:0: Fabio Schmitt (links in Blau), hier mit seinem Teamkollegen Marc Eitel (rechts) sowie den Bingenern Oscar Orschiedt (am Boden) und Cedric Korn. Orschiedt sah später Rot.

An eine Berg- und Talfahrt erinnerte das 5:1 der JSG SC Hauenstein/Lug-Schwanheim im Abstiegsduell der A-Junioren-Verbandsliga gegen Hassia Bingen.

Die Gäste vom Rhein starteten druckvoll. Ihr mit bisher zwölf Treffern bester Torschütze, Hasan Hasan, führte Regie im Mittelfeld. „Der Zehner wird immer gesucht. Ihr müsst den zustellen!“, hatte Alexander Hornung, der SCH-Coach aus Münchweiler, kaum gerufen, da rollte der erste Angriff seiner Elf. Fabio Schmitt erlief einen langen Ball, setzte sich auf der rechten Seite durch, passte zurück auf Noah Wingert, und der feuerte aus vollem Lauf in die Maschen – 1:0 in der fünften Spielminute.

Jetzt waren die Hauensteiner am Drücker. Marc Eitel hob einen Freistoß gefühlvoll in die Schnittstelle zwischen Torhüter und Abwehrreihe, Elias Dauenhauer lief auf den Ball und schoss – genau auf die Brust von Hassia-Keeper Jonas Gros. Marcel Kustes hob den Ball in den Strafraum, Schmitt stieg am höchsten und köpfte mit viel Gefühl über den Hassia-Torhüter hinweg das 2:0 (16.). Dann holte sich Hasan Hasan wegen Unbeherrschtheit die Rote Karte ab (28.). Da lief doch alles für den SCH. Oder?

Burchart passt auf

Younes Luther attackierte Abdul Bayan an der Grundlinie. Anstatt ihn einfach zuzustellen, holte er ihn von den Beinen. Strafstoß. Der Gefoulte lief an – 2:1 (39.). Die Rheinhessen waren nun wieder voll im Spiel. Der Hauensteiner Luis Bock vertändelte den Ball am eigenen Strafraum, Leon Wetz zog ab, und der sichere und aufmerksame SCH-Keeper Elias Burchart hielt. Fehlpass von Marc Eitel am eigenen Strafraum, wieder war Wetz der Nutznießer, wieder war Burchart zur Stelle. Die SCH-Abwehr schwamm.

Die in Unterzahl agierenden Gäste waren bis zur 64. Minute die gefährlichere Mannschaft. Doch die nächste unnötige Aktion sollte die Partie wieder drehen. Bingens Oscar Orschiedt riss Wingert im Strafraum um, obwohl die Aktion abgeschlossen war. Das gab Rot und Strafstoß. SCH-Kapitän Marcel Kustes verwandelte zum umjubelten 3:1 (64.). Sieben Minuten später wurde der gerade noch Gefeierte zum Gefeuerten. Kustes ahmte die Aktion von Orschiedt an Gegenspieler Wetz nach – Rot (71.).

Anführer Hirnstein

SCH-Coach Hornung stellte um. Jetzt rückte Marcel Hirnstein mehr ins zentrale Mittelfeld, wo er sich offensichtlich pudelwohl fühlte, mit viel Laufarbeit auffiel, Bälle eroberte und dem Spielaufbau Struktur gab. Hirnstein unterband einen Angriff der Hassia, bediente Noel Mayer, und der rutschte am langen Pfosten denkbar knapp am Ball vorbei. Hirnstein verlor den Ball am gegnerischen Strafraum, setzte nach, holte ihn am eigenen Strafraum wieder zurück. Wichtige Aktionen, die seine Mitspieler mitrissen. Wieder holte sich der 17-Jährige aus Vinningen die Kugel, wieder bediente er Mayer – 4:1 (90.+4). Da war Bingen nur noch zu acht: Marlon Mantheys Foul (87.) wurde auch mit einem Platzverweis bestraft.

„Insgesamt ein geiles Spiel. Erst als wir wieder Fußball gespielt haben in der zweiten Halbzeit, haben wir die Partie für uns entschieden. Der Schiri war prima und konsequent“, sagte Marcel Hirnstein nach dem Abpfiff. Dass der eingewechselte Shahir Alassani auch Knipserqualitäten hat, bewies er gleich nach seiner Einwechslung. Sein zweiter Abschluss brachte noch das 5:1. Mit dem ersten Sieg in der Rückrunde rückte die SCH-U19 vom letzten auf den drittletzten Platz vor, wobei das neue Schlusslicht Bingen punktgleich ist. Sechs Zähler beträgt der Rückstand auf den Viertletzten, den TV 1817 Mainz.

Nächsten Samstag gegen Mainz

„Das ist ja keine Seltenheit, dass sich eine Mannschaft schwerer tut, wenn der Gegner plötzlich in Unterzahl spielt. Wir wollen am Samstag gegen den TV Mainz im Wasgaustadion den nächsten Dreier einfahren“, sagte SCH-Coach Hornung. Das nötige Selbstvertrauen im ganzen Team sei nach vier Punkten aus den beiden vergangenen Partien wieder vorhanden.

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