Pirmasens / Pfälzerwald RHEINPFALZ Plus Artikel Schönster Wanderweg Deutschlands? Felsenwald-Tour im Pfälzerwald nominiert

Das Felsentor ist ein beliebtes Fotomotiv und findet sich auf der Markierung des Premiumwanderweges.
Das Felsentor ist ein beliebtes Fotomotiv und findet sich auf der Markierung des Premiumwanderweges.

Durch den Pfälzerwald bei Pirmasens schlängelt sich die 14 Kilometer lange Felsenwald-Tour. Ein Fachmagazin hat diesen nun als einen der schönsten Wanderwege nominiert.

Beeindruckende Sandsteinformationen, eine abwechslungsreiche Waldlandschaft, Hügel und Täler: Das alles prägt den Premiumwanderweg Felsenwald. Er könnte in diesem Jahr zum schönsten Wanderweg Deutschlands gekürt werden. Die Fachzeitschrift „Wandermagazin“ hat den knapp 14 Kilometer langen Rundweg in der Kategorie Tagestouren nominiert.

Start- und Endpunkt ist das Forsthaus Beckenhof. Mitten im Wald gelegen, ist die Gaststätte von Pirmasens oder von der B10 mit dem Auto zu erreichen und bietet reichlich Parkplätze. Als Rundweg ist die Felsenwald-Tour in beide Gehrichtungen markiert, wir folgen der vorgeschlagenen Route und nehmen den Weg Richtung Felsentor.

Im Glastal sprudelt eine von mehreren Quellen, an denen der Weg vorbeiführt.
Im Glastal sprudelt eine von mehreren Quellen, an denen der Weg vorbeiführt.

Es dauert nicht lang, und wir stehen bereits vor einem der Höhepunkte der Tour. Der Sandsteinbogen des Felsentors überlagert den Weg und es ist ein ganz besonderes Gefühl, unter dem tonnenschweren, uralten Koloss hindurchzugehen. Die Oberseite ist mit Moos und Farnen bewachsen und bietet von beiden Seiten ein beeindruckendes Fotomotiv. Genau dieser Bogen findet sich in kräftigem Rot auf den Schildern, mit denen der Premiumwanderweg markiert ist.

An dieser Stelle finden Sie Kartenmaterial von Outdooractive

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Im Verlauf von knapp 14 Kilometern führt der Weg auf schmalen Pfaden durch abwechslungsreiches Gelände. Mal ist es dichter Wald mit altem Baumbestand, mal säumen junge Tannenbäumchen, Hecken und Sträucher den Weg. Doch auch offene Stellen, die einen weiten Blick über den Pfälzerwald ermöglichen, sind dabei.

An der Schillerwand zeigt der Buntsandstein seinen Farbenreichtum.
An der Schillerwand zeigt der Buntsandstein seinen Farbenreichtum.

Nach dem Felsentor wartet das Glastal. Das Plätschern der Quelle ist nach dem regenreichen Winter deutlich zu hören. Der Weg führt entlang an kleinen Weihern, bevor es ins offene Talgelände geht. Der flache Abschnitt ist eine Ausnahme der Strecke, in der es regelmäßig An- und Abstiege gibt. Die Schwierigkeit der Tagestour wird als mittel angegeben, Kondition ist aber auf jeden Fall gefragt, es gilt 371 Höhenmeter zu überwinden.

An der Felsformation Schillerwand lädt nach wenigen Kilometern eine Bank zur Rast ein. Der Buntsandstein zeigt hier seinen Farbenreichtum, der von leuchtend rot-orangen Tönen bis zu verwittertem, moosüberzogenen Dunkelrot reicht.

Die Formation „Gebrochener Fels“ lässt sich von innen und außen erkunden.
Die Formation »Gebrochener Fels« lässt sich von innen und außen erkunden.

Weiter geht es durch einen frisch grünen Wald zur Formation gebrochener Felsen. Diese lässt sich auf zwei Wegen erkunden. Der eine führt Außen herum. Viel spektakulärer ist es jedoch, durch die eng stehenden Felsen selbst zu laufen, die rechts und links des Durchgangs wie Bauklötze aufeinandergestapelt sind. Durch eine schmale Öffnung geht es wieder nach draußen. Selbst wer bereits viele Felsformationen gesehen hat: die gebrochenen Felsen faszinieren.

Die Felsen türmen sich wie Bauklötze übereinander.
Die Felsen türmen sich wie Bauklötze übereinander.

Am Wasgau-Brünnchen wartet eine Informationstafel auf Wanderer, die über ein Stück Pirmasenser Geschichte informiert. An dieser Stelle bauten die Gebrüder Schwarz vor Jahrzehnten einen Brunnen, nach und nach entstanden dort kunstvolle Mühlen-Gebäude. Heute erinnern eine Raststelle an der Quelle und ein kleines Wasserspiel daran.

Wer das Gebetbuch sehen will, muss kurz vom Weg abweichen.
Wer das Gebetbuch sehen will, muss kurz vom Weg abweichen.

Weiter geht’s zum Luitpoldfelsen, auf dem eine kleine Figurengruppe rund um die Heiligen Drei Könige zu sehen ist. Von dort aus führt die Strecke zurück Richtung Beckenhof. Hier gilt es aufzupassen: Der Wegweiser, der die Tour rechts einen Pfad hinunterleitet, ist auf Fußhöhe an einem kleinen Felsen angebracht, erst danach hängt er auch auf Augenhöhe. Nach einigen Schritten geht es rechts auf einen breiteren Weg, der bald wieder in einen Pfad abbiegt, der den Wanderer zum „Gebetbuch“ bringt. Diese Felsformation liegt 50 Meter abseits des Wegs, doch die Extrastrecke lohnt sich. Auch hier lässt sich das Gestein aus nächster Nähe beobachten, ein Weg führt zwischen den beiden Felsen hindurch.

Durch den Kugelfelsen lässt sich ein Blick auf den Eisweiher erhaschen.
Durch den Kugelfelsen lässt sich ein Blick auf den Eisweiher erhaschen.

Zurück geht es auf den eigentlichen Wanderweg. Das Ziel: Der Kugelfelsen oberhalb des Eisweihers. Bevor diese Formation erreicht wird, gilt es eine weitere Steigung zu überwinden. Dafür wartet mit dem Kugelfelsen, unter dem man hindurchgehen kann, ein lohnendes Fotomotiv.

Der Eisweiher lädt zum Verweilen ein.
Der Eisweiher lädt zum Verweilen ein.

Danach folgt der Abstieg zum Eisweiher, an dem Bänke zur Rast bereitstehen, bevor es den nächsten Hang hinaufgeht. Genau dort, zwischen Eisweiher und dem Felsüberhang Philippsruhe, werden in den kommenden zwei Wochen an einzelnen Tagen Holzarbeiten durchgeführt, wie Revierleiter Jens Herzog vom Forstamt Westrich informiert. In dieser Zeit könne es zur Sperrung dieses Abschnittes kommen.

Die Kanzel erreicht man über einen knackigen Anstieg.
Die Kanzel erreicht man über einen knackigen Anstieg.

Nach dem Ambossfelsen führt ein schmaler Weg durch die Felsengruppe Mordloch. Genau hier – so erzählt es eine Sage – erstach vor vielen hundert Jahren ein Burgherr auf der Flucht im Dunkeln eine Gestalt – und erkannte erst danach, dass es seine eigene Frau gewesen war.

Da geht’s lang: Die Markierung im leuchtenden Rot ist gut zu erkennen.
Da geht’s lang: Die Markierung im leuchtenden Rot ist gut zu erkennen.

Von hier geht es auf die sogenannte Platte, dort quert der Weg eine Straße, bevor es wieder in den Wald geht. Vorbei am Geisenfelsen liegt das nächste Ziel noch einmal ganz oben: Ein knackiger Aufstieg führt zur Kanzel, einer großen Felsformation, die einen bizarren Anblick bietet. Der Fuß des mächtigen Sandsteinblocks ist schmal und von kleinen Fugen durchlöchert. Darüber thront mächtiges Gestein, aus dem der ein oder andere Baum wächst.

Nächster Halt ist das PWV-Waldhaus Starkenbrunnen. Nach dem Start am Beckenhof ist das die erste Einkehrmöglichkeit der auf vier Stunden veranschlagten Tour. Die Öffnungszeiten finden sich im Internet. Eine Rucksackverpflegung ist zu empfehlen. Über den Hammelsweiher verläuft der Weg bergauf einen knappen Kilometer zurück zum Forstamt Beckenhof. Dort laden ein großer Biergarten und die Gaststube zum Verweilen bei Pfälzer Küche ein.

Fazit: Die Tagestour Felsenwald bietet wunderschöne Felsformationen, spannende Fotomotive und eine abwechslungsreiche Waldlandschaft.

Info

Abgestimmt werden kann online auf der Seite www.wandermagazin.de oder über Postkarten, die in der Tourist Information im Rheinberger, im Rathaus und im Bürger-Service-Center am Exerzierplatz ausliegen.

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