Bärenbrunnerhof Rock von der verspielten Art

Gerd Weyhing und Birgit Rehse spielen Songs von King Crimson bis Genesis.
Gerd Weyhing und Birgit Rehse spielen Songs von King Crimson bis Genesis.

Fast hätte das Konzert nicht stattgefunden. „Der Wettergott hatte plötzlich seine Meinung geändert und kalten Dauerregen geschickt“, so der Veranstalter. Deshalb musste das als Open Air geplante Konzert „Prog-Rock im Biergarten“ auf dem Bärenbrunnerhof in Schindhard in den Saal verlegt werden.

Zu allem Überfluss war auch noch ein Musiker der Formation „Sproingg“ erkrankt, so dass schon vor den ersten Tönen ein paar Fragezeichen im Raum standen. „Er war lieber daheim geblieben, um in Corona-Zeiten niemanden anzustecken“, hieß es. Letztlich tat dies alles der Freude keinen Abbruch, und so ließen in einer Wohlfühlatmosphäre die angetretenen Künstler letztlich ein begeistertes Publikum zurück.

Gleich zu Beginn gab es beim Auftritt des britischen Musikers Donovan Aston, der mit seiner Show „The Genesis Tree“ für Begeisterung sorgte, ganz besondere Töne zu hören. Er nahm die Gäste mit auf eine musikalische Reise in die 70er Jahre und spielte unter dem Motto „One Piano – One Voice“ unplugged bekannte Songs von Genesis, Peter Gabriel und Phil Collins.

Als Überraschungsgast war die Gruppe „Cadence and Cascade“ angekündigt. Mit einer überlangen Interpretation von „A Sailor's Life“ – einem Klassiker aus den 60er Jahren – gab der Hauensteiner Multi-Instrumentalist Gerd Weyhing mit Unterstützung von Birgit Rehse am Bass, Kostproben seiner Kunst, wofür er stürmisch gefeiert wurde. Dabei erklangen bekannte und unbekannte Perlen des Progressive-Rocks der 70er Jahre, wobei besonders das „Concerto Grosso Allegro & Andante“ der italienischen Formation New Trolls, die durch ihre Fusion von Rock und klassischer Musik bekannt wurde, auf offene Ohren stieß. Es kamen jedoch auch Songs von King Crimson, Supertramp oder Genesis sowie Stücke aus eigener Feder zu Ehren.

Dem Ausfall der ersten Band geschuldet, sprang Birgit Rhese als Solokünstlerin in die Bresche und präsentierte Prog- und Mainstream-kompatible Songs aus den 60er und 70er Jahren von Styx („Mr. Roboto“) oder den Beatles („Tomorrow Never Knows“). Da hielt es auch Gerd Weyhing nicht mehr auf dem Platz. Er stürmte auf die Bühne, gab zeitweilig den Ringo Starr und zeigte auf, warum die Songs der „Fab Four“ unsterblich sind.