Pirmasens Prozess: Mutmaßlicher Vergewaltiger und Opfer verstricken sich in Widersprüche

Der Prozess wird fortgesetzt.
Der Prozess wird fortgesetzt.

Wegen des Vorwurfs, eine Bekannte vergewaltigt zu haben, muss sich ein 29-jähriger Pirmasenser vor dem Schöffengericht verantworten. Angeklagter und mutmaßliches Opfer machten am Donnerstag widersprüchliche Angaben. Schließlich fing sich der Angeklagte noch eine Ordnungshaft wegen ungebührlichen Benehmens ein.

Der 29-Jährige und die 22-Jährige – beide stehen unter Betreuung – kennen sich aus der Schulzeit und von der Arbeit. Am 19. April vergangenen Jahres trafen sie sich in einem Park im Winzler Viertel. Laut Anklage sollen sie eine platonische Beziehung gehabt haben. Am Tattag soll der 29-Jährige von der Frau Sex gewollt haben, was diese abgelehnt habe. Dann soll er die Frau ins Gebüsch gezerrt und sie vergewaltigt haben.

Der Angeklagte erzählte eine völlig andere Geschichte: Die 22-Jährige habe ihn telefonisch und auf Facebook „genervt und gestalkt“. Sie habe eine Beziehung mit ihm haben wollen. Obwohl er dies abgelehnt habe, habe sie ihn weiter terrorisiert. Schließlich habe er sich doch mit ihr in einem Park im Winzler Viertel getroffen. In einem Gebüsch habe er pinkeln wollen. Aber sie sei ihm gefolgt und habe ihm in den Schritt gefasst. Nach dem mutmaßlichen Vorfall hätten ihn Fremde angerufen und bedroht, weil er die Frau vergewaltigt habe. Mit der 22-Jährigen habe er nie Sex gehabt, gab er zunächst an.

Beide ändern ihre Aussage

Nach einer Pause änderte er seine Angaben: An jenem Tag hätten sie einvernehmlichen Sex gehabt. Er habe es jedoch nicht freiwillig gemacht. Bei der Befragung rastete der 29-Jährige aus, beleidigte den Richter und drohte ihm. Er fühle sich provoziert. Die Folge war, dass er von den Wachtmeistern aus dem Saal in die Verwahrzelle geführt wurde und zehn Tage Ordnungshaft aufgebrummt bekam.

Auch die 22-Jährige verstrickte sich in Widersprüche: Früher seien sie zusammen gewesen, aber das habe sie nicht mehr gewollt. Am Tattag habe sich der 29-Jährige mit ihr treffen wollen. Sie sei alleine hin. Er habe sie am Arm ins Gebüsch gezerrt und gegen ihren Willen vergewaltigt. Dann sei jeder nach Hause. Dort habe sie nichts erzählt, sondern erst auf der Arbeit, weil sie gedacht habe, sie sei schwanger.

Auch sie änderte ihre Angaben und gab an, dass es zwar nicht zum Sex gekommen sei, der Angeklagte aber versucht habe, sie zu vergewaltigen. Sie habe sich losreißen können. Der Prozess wird fortgesetzt.

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