American Football RHEINPFALZ Plus Artikel Praetorians sagen Auswärtsspiel ab

Quamon Cunnison von den Praetorians versucht, einem Verteidiger zu entkommen.
Quamon Cunnison von den Praetorians versucht, einem Verteidiger zu entkommen.

Die FKP-Footballer konnten in Fulda nicht die erforderliche Mindestspielstärke erfüllen und müssen nun ärztliche Atteste vorlegen, um einen Zwangsabstieg zu vermeiden.

Die Saison der Pirmasens Praetorians in der American Football-Regionalliga Mitte steht weiterhin unter einem ungünstigen Stern. Drei klare Pleiten und eine knappe Heimniederlage gegen Wetzlar bedeuten, dass die FKP-Footballer erneut einen Fehlstart in die Saison hingelegt haben. Am vergangenen Samstag schrieben die Pirmasenser ein neues, unrühmliches Kapitel in dieser schwierigen Spielzeit: Sie sagten ihr Auswärtsspiel in Fulda ab und reisten erst gar nicht an. Dadurch drohen den Praetorians nun drastische Konsequenzen durch den Verband. Eine Spielabsage ist für alle Beteiligten der Worst Case. Besonders heftig betroffen ist natürlich der gastgebende Verein, der keine Einnahmen hat, die er zur Finanzierung seiner eigenen Saison unbedingt braucht. Deshalb sind die Strafen für eine solche Absage drakonisch und können bis zum Ligaauschluss gehen.

Zur Teilnahme an einem Spiel der Football-Regionalliga ist für beide Vereine eine Mindestspielstärke von 25 Akteuren vorgeschrieben. Aus gutem Grund: Besetzt man alle Positionen in Angriff und Verteidigung, kommt man auf 22 Spieler, dazu gibt es Spezialisten für Kicksituationen, damit braucht man nochmal drei Spieler und landet bei 25 Akteuren, für die es dann aber gar keine Ersatzspieler gibt.

Viele lange Auswärtsfahrten

Es ist das Schicksal der Pirmasens Praetorians, dass sie als Teilnehmer im Spielbetrieb der Regionalliga Mitte viele weite Auswärtsreisen nach Hessen absolvieren müssen, da Hessen erheblich mehr Teams auf Regionalliganiveau zu bieten hat als Rheinland-Pfalz oder das Saarland.

Schon die ersten beiden Auswärtsfahrten nach Hessen brachten die FKP-Footballer an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. In Marburg standen nur 28 Spieler auf dem Platz, obwohl der Kader der Praetorians eigentlich 42 Spieler umfasst. Allerdings kämpfen sie auch in dieser Saison wieder mit vielen Verletzungen und bei langen Auswärtsfahrten stehen manchen Spieler aus beruflichen Gründen nicht zur Verfügung. Dazu kamen laut Abteilungsleiter Christopher Schwarz Kommunikationsprobleme zwischen dem amerikanischen Trainerstab und den Spielern.

Fristgerechte Bitte

Immerhin haben die Prätorianer laut Ligaobmann Christian Freund beim Verband fristgerecht vor der Partie in Fulda um die Verlegung des Spiels gebeten. Da Fulda keinen Nachholtermin anbieten konnte, sagten die Pirmasenser dann ab. Der Grund: Die Mindestspielstärke von 25 Spielern konnte nicht erreicht werden.

Nun haben die Praetorians drei Tage Zeit, um mit Attesten nachzuweisen, dass sie aus Verletzungsgründen nicht spielfähig waren. Nur das verhindert, dass den Pirmasenser Footballern die Absage als schuldhaft angerechnet wird. Dann wird nur das Spiel vom Samstag für Fulda gewertet und das Heimspiel der FKP-Footballer gegen Fulda am 30. August könnte in Hessen stattfinden. Wenn die Praetorians nicht nachweisen können, dass sie tatsächlich spielunfähig waren, droht der Ligaausschluss, alle Spiele werden als 36:0-Siege für die Gegner gewertet, der Verein wird in die fünfte Liga zurückgestuft. Eine Konsequenz, an der jedoch niemand ein Interesse hat, schließlich würden in diesem Fall noch mehr Gegner der Praetorians Heimspiele und die damit verbundenen Einnahmen verlieren.

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