Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Pirminiusschule wartet auf Neubau: „Jeder Monat früher ist eine Erleichterung“

Das heutige Schulgebäude der Pirminiusschule auf der Husterhöhe hat vor 47 Jahren seinen Betrieb aufgenommen – und war gefühlt i
Das heutige Schulgebäude der Pirminiusschule auf der Husterhöhe hat vor 47 Jahren seinen Betrieb aufgenommen – und war gefühlt immer zu klein.

Seit 47 Jahren ist die Pirminiusschule am heutigen Standort. Gefühlt hat der Platz nie gereicht. Jetzt liegen alle Hoffnungen auf dem Schulzentrum Nord.

Eine Erweiterung der Pirminiusschule ist schon lange notwendig: Die Förderschule für ganzheitliche Entwicklung leidet seit Jahrzehnten an Platznot – nun warten Schüler und Lehrer auf das neue Schulzentrum Nord, das den erforderlichen Platz bieten soll – mehr als sechs Jahrzehnte nach der Schulgründung. Denn die Anfänge der Förderschule liegen in den Jahren 1965 bis 1967, als Pfarrer Heinrich Kimmle zunächst in der ehemaligen Notkirche auf der Husterhöhe die Arbeit mit Kindern mit einem Handicap aufnahm und schon zwei Jahre später eine Sonderschule eingerichtet hat – die Wurzeln der heutigen Förderschule waren gelegt.

Zwölf Jahre später war die Schule dermaßen gewachsen, dass der Umzug in den Neubau am heutigen Standort am Heinrich-Kimmle-Weg notwendig wurde – mit damals 114 Schülern. Vor 19 Jahren wurde das Schulgebäude außen samt Dach saniert, ebenso das Lehrschwimmbecken, aber eine Erweiterung gab es nicht. Abgesehen von den Schulcontainern, die zwischen 2017 und 2021 aufgestellt wurden.

Bis 2034 wird mit 190 Schülern in 24 Klassen gerechnet

Dabei ist diese Erweiterung schon seit vielen Jahren dringend notwendig. „Die Schule ist für 90 Schüler konzipiert, aktuell haben wir knapp 140 Schüler“, macht Schulleiter Michael Dickes die Dimension des Platzmangels deutlich. Und es wird noch schlimmer: Der Pirmasenser Schulentwicklungsplan prognostiziert bis zu 190 Schüler im Jahr 2034, für die 24 Klassen notwendig werden. Dickes: „Seit ich vor 25 Jahren an die Schule gekommen bin, haben wir immer mit Überbelegung und Platznot gekämpft.“ Was auch für das kommende Schuljahr 2026/27 gilt: Dickes rechnet mit 155 Schülern, die untergebracht werden müssen.

Eine Besserung der Raumsituation haben zwischenzeitlich die sechs Schulcontainer gebracht, die auf dem Schulhof aufgestellt wurden. Aber auch dieser zusätzliche Schulraum reicht schon länger nicht mehr. Im aktuellen Schuljahr sind vier Klassen der Pirminiusschule mit 40 Schülern in das Hugo-Ball-Gymnasium ausgelagert worden. Eine Zwischenlösung bis zur Indienststellung des Schulzentrums Nord, für die Marco Dobrani, Geschäftsführer der Heinrich-Kimmle-Stiftung, der Stadt dankbar ist: „Wir hätten keine Alternative zu dieser Auslagerung gehabt und einen Aufnahmestopp in der Pirminiusschule verhängen müssen.“ Für etwa vier bis sechs Jahre sind die Pirminiusschüler der Klassenstufen zehn bis zwölf mit ihren Lehrkräften im Untergeschoss des Ball-Gymnasiums untergebracht.

Eltern sehen Kinder in Förderschule meist besser aufgehoben

Warum die Schülerzahlen dermaßen stark angestiegen sind in den vergangenen Jahren, ist für die Schulleitung wie auch den Stiftungsgeschäftsführer nur schwer zu erklären. Denn als vor zehn bis 15 Jahren der inklusive Ansatz in die Schulpolitik kam, erinnert sich Dobrani, dachten alle, dass eine gegenteilige Entwicklung in Gang gesetzt wird – nämlich weniger Förderschüler. „Aber das Gegenteil war der Fall, wir hatten überraschenderweise diesen Anstieg“, betont Dobrani, dessen Stiftung die Förderschule betreibt. Einen Erklärungsansatz sieht er in der Wahlmöglichkeit der Eltern. Sie können zwischen den beiden Säulen der Förderschule oder der Schwerpunktschule mit inklusivem Ansatz entscheiden. Dobrani: „Die meisten Eltern sind der Meinung, dass ihre Kinder in der Förderschule besser als in der Regelschule aufgehoben sind.“ Was auch an den Rahmenbedingungen liegt, wie Konrektorin Nadja Fahr ergänzt: „Wir haben in der Gutachterphase gemerkt, dass sich die Eltern das genau anschauen: In der Förderschule können wir individuell mit den Kindern arbeiten, was an der Personalausstattung der Förderschule liegt.“

Genau diese individuelle Betreuung brauchen die Schüler der Pirminiusschule aber: Als Förderschule für ganzheitliche Entwicklung arbeitet sie mit Schülern, die kognitive Beeinträchtigungen haben, manchmal kommen gleichzeitig auch körperliche Beeinträchtigungen hinzu. Diese besonders intensive Betreuung wird unter anderem durch die spezielle Personalausstattung möglich, erläutert Dickes, denn die Förderschule auf der Husterhöhe hat 50 Lehrkräfte, die sich aus zehn Förderschullehrkräften und 40 pädagogischen Fachkräften wie beispielsweise Erzieherinnen zusammensetzen.

Kooperativer Ansatz in neuem Schulzentrum geplant

In vier bis sechs Jahren – das ist der Zeithorizont für Planung und Bauphase des 16 Millionen Euro teuren Schulzentrums Nord – soll die Platznot ein Ende haben. Wenn die Pirminiusschule in das Schulzentrum einzieht, beginnt in Pirmasens ein außergewöhnliches Schulprojekt: Das Schulzentrum wird dann gemeinsam mit der Grundschule Husterhöhe genutzt, denn es beinhaltet einen kooperativen und teilinklusiven Ansatz. „Die Idee der gemeinsamen Nutzung von Räumen wie Mensa und Sportstätten macht den Charme dieser Lösung aus“, betont Dobrani. Der Stiftungsgeschäftsführer weist darauf hin, dass es für die Zukunft der Pirminiusschule zunächst vier Lösungsansätze gegeben hat, um die Raumnot zu beheben: Neubau auf der grünen Wiese in Pirmasens oder Umland, eine zeitweise Auslagerung in ein anderes Gebäude und währenddessen ein Neubau am jetzigen Standort, ein dreistöckiger Erweiterungsbau am jetzigen Standort und das gemeinsame Schulzentrum Nord mit der Grundschule Husterhöhe, das am Ende ausgewählt wurde. Dobrani fiebert der Fertigstellung schon entgegen: „Jeder Monat früher, in dem wir in das neue Schulzentrum einziehen können, ist besser für uns. Ich rechne mit dem Jahr 2030 bis zur Indienststellung.“

Für den bisherigen Standort gibt es zwei Nutzungsideen, schaut Dobrani in die Zukunft: Einmal ist an neue Wohnungen für Menschen mit Beeinträchtigung gedacht, zum anderen hat die Heinrich-Kimmle-Stiftung mehrere Außenstellen wie das ambulante Wohnen und Integrationsstandorte, die an diesem Standort konzentriert werden könnten.

Zur Behebung der Platznot in der Pirminiusschule, der Förderschule für ganzheitliche Entwicklung, auf der Husterhöhe in Pirmasen
Zur Behebung der Platznot in der Pirminiusschule, der Förderschule für ganzheitliche Entwicklung, auf der Husterhöhe in Pirmasens, wurden Schulcontainer aufgestellt.
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