Interview
Pirmasens: OB Markus Zwick über eine ungewöhnliche Frage bei Facebook
Herr Zwick, Sie haben kürzlich auf Facebook gefragt: Was nervt euch in Pirmasens zurzeit am meisten? Wie kamen Sie auf die Idee?
Ich poste regelmäßig in den Sozialen Netzwerken und bekomme dort immer wieder auch mal kritische Rückmeldungen. Jetzt wollte ich den Leuten einfach mal auf den Zahn fühlen mit der Hoffnung auf ungeschönte Resonanz.
Und das hat geklappt?
Ja, ich habe mehrere Hundert Rückmeldungen bekommen. So eine hohe Anzahl an Kommentaren habe ich selten unter meinen Facebook-Posts.
Was liegt den Leuten am Herzen?
Ich habe ein Ranking erstellt, dabei sind vor allem folgende Themen ins Auge gefallen: Ärztemangel, Innenstadt und Leerstände, Sauberkeit, Stadtbild, aber auch die Straßen- und Verkehrssicherheit.
Es gab doch auch etliche Beiträge zum Thema Migration, oder?
Ja, das Thema bewegt die Menschen. Allerdings war es teils subtil in andere Themenbereiche eingebunden, etwa wenn es um Sicherheit und Sauberkeit geht.
Waren Sie überrascht, von den Themen, die genannt wurden?
Nein. Tatsächlich war ich das überhaupt nicht.
Warum?
An vielen der Themen sind wir dran. Wir bekommen dazu als Verwaltung immer wieder Rückmeldungen, die wir gezielt abarbeiten.
Aber?
Bei meinem Ranking fand ich interessant, dass das Thema Ärztemangel und Gesundheitsvorsorge für viele Menschen so wichtig ist. Deshalb ist es wichtig, dass wir den Ausbau des Krankenhauses und das Thema Ärzte für die Westpfalz vorantreiben.
Bei vielen der genannten Themen sind Sie als Oberbürgermeister doch gar nicht zuständig, oder?
Natürlich kann ich nicht alle Probleme lösen. Aber das ist mein tägliches Brot. Ich werde täglich mit Herausforderungen konfrontiert, die nicht in meinem unmittelbaren Einflussbereich liegen.
Was machen Sie dann?
Ich nutze die Möglichkeiten, die ich als Vorsitzender des rheinland-pfälzischen Städtetags habe, oder spreche Landtags- und Bundestagsabgeordnete an. Ganz allgemein: Ich nutze meine Kanäle, um die Verantwortlichen für die Anliegen der Bürger zu sensibilisieren.
Wie gehen Sie mit Problemen um, auf die Sie direkten Einfluss haben?
Bürger nehmen kontinuierlich und auf unterschiedlichsten Wegen Kontakt mit mir auf. Sei es über die Sozialen Netzwerke oder ganz klassisch per Brief oder Anruf in meinem Vorzimmer. Wenn es dabei beispielsweise um Themen wie eine illegale Müllablagerung geht, kümmere ich mich darum, dass der Missstand schnellstmöglich behoben wird. Wer mich direkt anschreibt, bekommt in der Regel auch eine Antwort.
Sie sind sehr präsent bei Facebook und Instagram. Ist das für Sie Fluch oder Segen?
Gerade über die Sozialen Netzwerke haben viele Bürger nur eine niedrige Hemmschwelle, sich an mich zu wenden. Ich habe dadurch ein sehr gut funktionierendes Radarsystem, ob etwas schiefläuft in der Stadt. Je eher ich über Probleme Bescheid weiß, desto eher kann ich sie angehen.
