Pirmasens Pirmasens: Investor zufrieden mit "Happy Forest Quarter"
Im ersten Wohnblock ist nur noch eine Wohnung frei. Im zweiten Block sind schon drei verkauft. Investor Ünal Kaymakci ist zufrieden mit der Entwicklung des „Happy Forest Quarters“ der GK Real Estate am Sommerwald und will bis Anfang 2019 alle fünf früheren Bauhilfe-Wohnblocks saniert haben. Dieser Tage starten die Bauarbeiten zur Sanierung des zweiten Wohnblocks, in dem schon drei Wohnungen verkauft seien, wie Kaymakci vor Ort erklärte. Die vierte Wohnung werde im Lauf dieser Woche veräußert. „Ich bin jede Woche beim Notar“, schildert der Frankfurter Anwalt die aktuelle Nachfrage. Und längst werden die Wohnungen nicht nur an Kuwaitis verkauft. Neun Wohnungen im ersten Block gingen in die Golf-Region und zwei nach China. Kontakte zu den Käufern knüpft Kaymakci auch bei Reisen des rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministeriums nach China oder im Dezember nach Katar und demnächst wieder nach China und den Iran.
Pirmasens nicht nur Ferienziel für Chinesen
Golf-Region und China sollen weiterhin die Hauptzielländer für die Wohnungen am Sommerwald sein. „Den Chinesen gefällt die Pfalz sehr gut“, erzählt Kaymakci. Und die Käufer aus Fernost interessierten sich nicht nur für Pirmasens als Ferienziel, sondern wollten komplett hierbleiben und Geschäfte machen. Das ursprüngliche Konzept mit Feriengästen hat der Frankfurter Anwalt deshalb erweitert um Geschäftsleute im Handel oder Dienstleistungssektor sowie Studenten der Pirmasenser Hochschule. Zwei Wohnungen im ersten Block werden als „Business Center“ eingerichtet, in dem zeitweise Geschäftsleute aus Fernost oder dem Nahen Osten logieren und arbeiten können. Eigene Sekretärinnen erledigen die Post und Telefondienste für diese Geschäftsleute. Ein Konferenzraum steht für Besprechungen zur Verfügung. Kaymakci und ein Steuerberater kümmern sich um die rechtlichen und steuerlichen Details. Dafür sucht er noch Personal, was hier nicht so einfach sei. Sekretärinnen mit deutschen und chinesischen oder deutschen und arabischen Sprachkenntnissen seien schwer zu finden, klagt Kaymakci. Der erste Betrieb habe sich in Form eines Spediteurs mit Hauptsitz in Istanbul und Filiale am Sommerwald schon angesiedelt.
Chinesischer Kulturverein zieht in Quartier
In mehreren Wohnungen sind bereits die ersten Bewohner eingezogen, obwohl das Gelände noch sehr nach Baustelle aussieht. Das soll sich im Frühjahr ändern. Dann will Kaymakci die Fassaden der ersten drei Blocks neu gestalten und auch die Außenanlage ansehnlicher machen. Bis spätestens Anfang 2019 soll das ganze „Happy Forest Quarter“, so der neue Name des Viertels, fertig sein, nennt der Frankfurter Anwalt sein ambitioniertes Ziel. „Jetzt passiert hier eine Menge.“ Viel Dynamik für das Projekt verspricht sich Kaymakci von den Chinesen. Ein chinesischer Kulturverein wird in einer der Wohnungen Quartier beziehen, was gut für das Projekt sei, da damit die „weichen Standortfaktoren“ gestärkt würden, die Kaymakci in der Kultur sieht. Musikcamps mit chinesischen Schülern könnten sich die Chinesen gut vorstellen. Als Unterkunft könnte die Jugendherberge dienen oder das Hotel Hans-Sachs-Hof, das von einem Chinesen derzeit saniert wird. Deutsche klassische Musik interessiere die Chinesen stark und mit dem Euroclassic-Festival biete Pirmasens hier hochkarätige Kunst. „Die sind ganz begeistert.“
Kaymakci denkt bereits an Objekte in der Stadt
Die dritte Säule für das „Happy Forest Quarter“ sollen Studenten darstellen. Die Pirmasenser Hochschule auf der Husterhöhe brauche mehr Studenten und die könnten aus dem Ausland kommen. Am Sommerwald könnten in den Wohnungen Dreier-Wohngemeinschaften entstehen. Entsprechende Gespräche habe er schon mit der Hochschule geführt. Auf das „Happy Forest Quarter“ will sich Kaymakci nicht beschränken und denkt bereits über andere Objekte in der Stadt nach. „Wir haben natürlich auch Angebote von anderen Städten in Rheinland-Pfalz“, sagt der Unternehmer, der sich jedoch auf Pirmasens konzentrieren will. „Wir haben Pirmasens lieb gewonnen. Ich sehe hier sehr viel Potenzial in der Stadt.“ Die günstigen Immobilienpreise sind nicht der einzige Grund für die Zuneigung des Frankfurters zu Pirmasens. „Pirmasens hat alles, was eine Stadt haben muss, mit einer eigenen Messe, Hochschule und allem.“ Außerdem sei die Stadt mal richtig groß gewesen und wolle es auch wieder werden, was auf andere Städte nicht zutreffe. Und dann funktioniere die Zusammenarbeit mit den städtischen Behörden vom Bauamt bis zum Wirtschaftsförderer einwandfrei, lobt Kaymakci.
2018 soll letzter Verkaufsschritt folgen
Richtig gekauft hat Kaymakci bisher nur den ersten Wohnblock, berichtet Bauhilfe-Geschäftsführer Ralph Stegner. „Für weitere zwei Wohnblöcke befinden wir uns noch in der Verkaufsabwicklung, das heißt das Eigentum ist noch nicht auf die GK Real Estate übergegangen“, so Stegner. Die GK Real Estate GmbH hat alle Kaufangebote für die Wohnhäuser „In den Tannen“ angenommen. Somit ist rechtlich der Verkaufsprozess begonnen und der Kaufvertrag gültig, präzisierte Stegner. In diesem Jahr soll noch der dritte und letzte Verkaufsschritt folgen, zeigt sich der Bauhilfe-Chef zuversichtlich für das Projekt. Wie es danach weitergehen soll, lässt Stegner noch offen. Es sei vereinbart, zunächst das Projekt „In den Tannen“ abzuschließen und dann über weitere Projekte zu entscheiden.