Pirmasens
OB-Wahl: SPD verzichtet auf eigenen Kandidaten
Seit Monaten wurde in politisch interessierten Kreisen gerätselt, wer wohl für die SPD ins Rennen um das Amt des Oberbürgermeisters geht. So klar es war, dass Amtsinhaber Markus Zwick noch einmal für die CDU antreten wird, so offen war die Frage, wer bei der SPD den Hut in den Ring wirft.
Bei der letzten OB-Wahl 2018 kandidierte Sebastian Tilly gegen Zwick. Er musste sich zwar nur vergleichsweise knapp mit 49 zu 51 Prozent der Stimmen geschlagen geben, aber es war doch eine Niederlage. Eine erneute Kandidatur Tillys schien in den letzten Monaten und Jahren zunehmend unwahrscheinlicher, zumal der Fraktionsvorsitzende der SPD viel Zeit außerhalb der Stadt verbringt. Er arbeitete erst in Mainz im Innenministerium, mittlerweile in Ludwigshafen. Es gab daher auch einige andere Namen, die genannt wurden, etwa der von Bernd Schwarz. Der ist allerdings Kanzler an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und verbringt auch nicht so viel Zeit in Pirmasens, wie es wohl nötig wäre. Hinzu kommt das Alter des Stadtratsmitgliedes: 59 Jahre.
Genossen in fortgeschrittenem Alter
Das Alter ist auch das stärkste Argument, das gegen zwei vergleichsweise prominente SPDler spricht: Sowohl Bundestagsabgeordnete Angelika Glöckner (64) als auch Stadtratsmitglied Gerhard Hussong (71) kommen für eine Kandidatur nicht mehr wirklich in Frage.
Bastian Welker ist als Musiker zwar in der Stadt einigermaßen bekannt, ist im SPD-Stadtverband vom Vorsitz aber in die zweite oder dritte Reihe zurückgetreten. Im Stadtrat war ebenfalls schon länger nichts mehr von ihm zu hören.
Keine Zeit?!
Dort machte hingegen Giuseppe di Benedetto in den vergangenen Monaten immer mal wieder auf sich aufmerksam mit Redebeiträgen. Aber offenbar hat er auch kein Interesse an einer Kandidatur.
Gleiches gilt für den Vorsitzenden des Stadtverbandes, Christian Zehfuß. Er ist in der politischen Szene noch vergleichsweise unbekannt und hat den Vorsitz bei der SPD erst im Juni 2025 übernommen. Neben einem Sitz im Ortsbeirat Erlenbrunn verfügt er über keinerlei kommunalpolitische Erfahrung.
Auf Anfrage teilte er dieser Zeitung mit, dass sich die SPD auf einer Vorstandssitzung am Montag dazu entschlossen habe, keinen Kandidaten für die OB-Wahl im September zu benennen. Trotz intensiver Gespräche habe sich letztlich niemand in der Partei gefunden, der es zeitlich schaffe, eine solche Kandidatur durchzuziehen. Zehfuß verwies darauf, dass die potenziellen Kandidaten, mit denen er gesprochen habe, beruflich zu stark eingespannt seien. Das gelte auch für ihn selbst. Zehfuß arbeitet als Lehrer im Saarland an einer Ganztagsschule und kommt immer erst am späten Nachmittag nach Pirmasens von der Arbeit zurück.
Für die Wahl des Stadtoberhauptes hat die CDU Amtsinhaber Markus Zwick nominiert. Die AfD hat angekündigt, ebenfalls einen Bewerber zu nominieren. Weitere Kandidaten stehen bislang nicht fest.

