Pirmasens
Neuffer-Villa: So ist der Stand der Sanierung
Im Neuffer-Park haben sich am Donnerstagnachmittag Vertreter des Kunstvereins Pirmasens gemeinsam mit Fachleuten aus der Denkmalpflege, dem Handwerk und der Restaurierung über den aktuellen Stand der Sanierungsarbeiten an der historischen Neuffer-Villa informiert. Das Treffen diente auch der Abstimmung weiterer Maßnahmen unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Anforderungen. Im Fokus stand diesmal insbesondere der Zustand des großen Balkons der Villa.
Xaver Fischer von der Dachdecker- und Zimmerer-Firma K. H. Fischer aus Thaleischweiler-Fröschen erläuterte die bereits ausgeführten Abdichtungsarbeiten im Übergangsbereich zwischen Balkonboden und Fassade. Anna Kosar von der Unteren Denkmalschutzbehörde zeigte sich mit dem bisherigen Verlauf der Instandsetzung sehr zufrieden und hob hervor, dass die denkmalpflegerischen Vorgaben in vorbildlicher Weise berücksichtigt worden seien. Der Kunstverein lege hierbei erkennbar großen Wert auf den Erhalt der historischen Substanz, so Kosar.
Restaurierung des Geländers steht an
Tatsächlich ist der Erhalt von möglichst viel Altsubstanz des kulturhistorisch wertvollen Gebäudes ein großes Anliegen des Vereinsvorsitzenden Frederic Krämer. Ein wesentlicher Bestandteil der nächsten Maßnahmen ist die Restaurierung des Metallgeländers am umlaufenden Balkon der Villa. Diese Arbeiten werden von Thomas Maria Schmidt vorgenommen, der ebenfalls dem Kunstverein angehört.
Nach seiner ersten Einschätzung weist das Geländer zwar erhebliche Korrosionsschäden auf, ist jedoch in seiner Substanz noch weitgehend erhalten und somit grundsätzlich restaurierungsfähig. Die fachgerechte Aufarbeitung kann entweder vor Ort oder nach einer Demontage in Schmidts Metallgestaltungsbetrieb in Höheischweiler erfolgen. Letztere Variante gilt für ihn als wirtschaftlicher und praktikabler, erfordert jedoch Eingriffe in die bestehenden Originalverankerungen. Vor der Entscheidung über das Vorgehen in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege erfolge eine detaillierte Bestandsaufnahme. Dabei soll unter anderem die Konstruktion unterhalb der Blechabdeckung der Brüstung untersucht werden. Auch wird nach möglichen Hinweisen auf die ursprüngliche Farbgebung geschaut.
Architektonisches Kleinod
Die Neuffer-Villa zählt zu den markantesten Bauwerken der Stadt. 1928 erwarb der Schuhfabrikant Emil Neuffer das Anwesen der in Konkurs gegangenen Schuhfabrik Paqué, bestehend aus Fabrikgebäuden, Villa und weitläufigem Park. Zwischen 1929 und 1930 ließ er im Garten eine elegante Gartenvilla im Stil der frühen Moderne errichten, die ursprünglich als Teehaus diente. Nach wechselvoller Geschichte und langem Leerstand wird das architektonische Kleinod nun schrittweise wieder instandgesetzt. Die laufende Sanierung gilt als bedeutender Beitrag zum Erhalt eines wichtigen Stücks Pirmasenser Baukultur.