Pirmasens
Matrix-Verkauf: Gebäude gehört immer noch Wagenblatt
Mattern und Triem, die Geschäftsführer der Matrix GmbH, sind sichtlich frustriert. „Das geht jetzt seit 13 Monaten so“, klagen die beiden. Im Oktober vergangenen Jahres war als Vorbereitung für den eigentlichen Kaufvertrag ein Mietkaufvertrag abgeschlossen worden, um die Zeit bis zur notariellen Beurkundung zu überbrücken. Und den Mietkaufvertrag hat die Matrix GmbH immer noch. Wenige Tage nach Bekanntgabe der Kaufabsicht habe sich das Finanzamt gemeldet
und sein Veto eingelegt, erzählen beide. Der Verkäufer Raphael Wagenblatt müsse da erst noch was regeln, bevor der Club den Besitzer wechseln darf. Was genau das ist, wollten Triem und Mattern nicht sagen. Auf jeden Fall laufe seit dem Tag immer das gleiche Spiel. Werde die eine Hürde beseitigt, tauche von Seiten der Gegenpartei, also von Wagenblatt, die nächste Hürde auf. Mit der Folge, dass das Gebäude immer noch ihm gehöre.
Sechsstelliger Verkaufspreis
Mattern und Triem wollten das Gebäude zu einem sechsstelligen Betrag von Wagenblatt kaufen. Der Betrag sei genau an dem bemessen, was Wagenblatt an Verbindlichkeiten gegenüber der Bank hat, hieß es damals und das gelte auch heute noch. Die Mietzahlungen, die den Kaufpreis mindern, gingen zwar an Wagenblatt. Dieser reiche sie aber auf den Cent genau an die Bank weiter, betonen die Matrix-Geschäftsführer. „Wir haben da Einsicht und kontrollieren das“, betonen sie.
Seit Oktober 2023 hätten sie viel in das Gebäude investiert. Das Interieur gehöre komplett der Matrix GmbH. Es sei neu gestrichen worden. Die Graffiti-Künstlerin Petra Kahle aus Lemberg hat den Saal mit ihrer Kunst verschönert. Jeden Samstag ist das Matrix geöffnet. Für den 21. Dezember ist ein großes Weihnachtsevent geplant. Die ersten zwölf Monate sei der Club super gelaufen. Nur die vergangenen vier Wochen seien etwas mauer, räumen beide ein. Das sei aber in der Gastronomie generell so.
Probleme bei der Planung
Mattern und Triem würden gerne noch mehr in das Gebäude und vor allem den Außenbereich investieren. Bevor die Halle jedoch komplett ihnen gehöre, könnten sie das nicht tun. Problematisch sei auch die Veranstaltungsplanung. Für richtig große Konzerte brauche es mehr Vorlauf und sie könnten in der aktuellen Situation keine Verträge für 2026 abschließen, ohne die Sicherheit eines notariell beurkundeten Kaufvertrags.
„Es war nie geplant, eine Geschäftsbeziehung mit Raphael Wagenblatt zu unterhalten und dass der Club weiterhin ihm gehört“, betonen die Matrix-Geschäftsführer. Inzwischen hätten sie sich anwaltlichen Beistand geholt und hoffen auf einen baldigen Verkauf. „Wir wollen, dass das hier was wird. Das ist unser Baby“, betonen beide.
Verschwiegenheit vereinbart
Wagenblatt selbst verweist auf die vereinbarte Verschwiegenheit, die vereinbart worden sei. „Im Allgemeinen kann ich nur festhalten, insofern bei Mietern zum einen eine Kaufabsicht und zum anderen gleichzeitig eine Kaufmöglichkeit besteht, wird dieser auch nach bestem Wissen und Gewissen entsprochen. Natürlich ist dabei die tätige Mithilfe auch der kaufenden Partei erforderlich“, teilt Wagenblatt weiter mit ohne ins Detail zu gehen.
