Pirmasens Malerei im Doppelpack

Kunst von „hiwwe und driwwe“ präsentierten zum Auftakt des diesjährigen Kultursommers – veranstaltet vom deutsch-französischen Geschichts- und Kulturverein „Cercle Histoire et Culture Franco-Allemand“ – im elsässischen Wegelsbach die Malerinnen Anny Abel aus Rodalben und Marga Schneider, die in Köln und in der Wengelsbach lebt, in der alten Schule.
Anny Abel hat schon 2010 ihre Aquarelle in Wengelsbach ausgestellt und 2011 am Dorffest „WengelsArt“ gemeinsam mit anderen Künstlern teilgenommen. Ihre Kunst besticht mit ihren akribisch gezeichneten und gemalten Landschaften. Das sind reizvolle Reiseerinnerungen, vorwiegend an südliche Gefilde, denen sie stets einen individuellen Ausdruck verleiht. Ihre neuen Bilder malt sie auf Büttenpapier, das sie zuvor mit Tapetenkleister bestreicht. Die fertigen Bilder werden mit Fotopapier unterlegt. Das gibt den Aquarellen die besondere Brillanz erklärt Abel. Neu sind auch die wie aus dem Lehrbuch gemalten Heilpflanzen-Bilder, die sie sehr ansprechend, in einen großen alten Holzfenster gerahmt, präsentiert. Sehr filigran ist auch ihr Weinstilleben, eine feine Kombination aus Bleistiftzeichnung und Aquarell. „Was ist Kunst?“ Diese Frage sei schon 2008 bei der ersten WengelsArt gestellt worden. Laien und auch Künstler konnten sich damals bei der Podiumsdiskussion nicht so recht einigen. Die Frage blieb offen. „Heute“, so meint Laudator Warnfid Grams, „bekommen wir mit den Bildern von Marga Schneider eine gewisse Anschauung von dem, was Kunst will. Sie versuche – wie es der Kunstmaler Paul Klee einmal ausgedrückt habe –, das Unsichtbare sichtbar zu machen“. Schneider lernte Malerei bei Claudia von Schalcha, Lisa von Krautheim und zuletzt auch bei dem Dahner Künstler Franz Martin, was vor allem ihre neueren Werke beeinflusst, wo sie erstmals vom Mikrokosmos zum Makrokosmos, also eher in die Vogelperspektive und ins Abstrakte übergeht. Auch sie stellt nicht zum ersten Mal hier aus. Marga Schneider hat Freude an der Natur. Mit viel Liebe zum Detail gestaltet und pflegt sie ihren wunderschönen Garten in der Wengelsbach, wo sie auch malt. Malerisch versucht sie dieser Freude Ausdruck zu verleihen, indem sie die Schönheit und das für sie so Geheimnisvolle der Natur mit kräftigen Farbtönen ebenso opulent wie detailliert darstellt. Fasziniert von der Perfektion und Vielfalt der Schöpfung, vor allem im Kleinen, hat sie nicht nur Blumen gemalt, sondern hat auch die Strukturen von Borken und Rinden dargestellt. Diese Faszination und Begeisterung für die Natur spiegelt sich in all ihren Bildern. Der Betrachter ist erstaunt über die Details einer einzelnen Pflanze, der Rinde und Blüte, über die Farbharmonie und die Kraft, mit der manche ihrer Blumen gleichsam aus dem Bild herauszuwachsen scheinen.