Landtagswahl RHEINPFALZ Plus Artikel Lutz Wendel will für die AfD den Wahlkreis Pirmasens gewinnen

Lutz Wendel vorm Pirmasenser Rathaus.
Lutz Wendel vorm Pirmasenser Rathaus.

Lutz Wendel gehört nicht zu den Scharfmachern der in Teilen rechtsextremen AfD. Der Kreisvorsitzende der Partei ist als Handwerksmeister aber ein Freund klarer Worte.

Lutz Wendel ist seit acht Jahren Mitglied der AfD. Seit drei Jahren ist er Vorsitzender des Kreisverbands Südwestpfalz. Der Eppenbrunner gehört dem Kreistag und dem Verbandsgemeinderat Pirmasens-Land an. Am 22. März soll der nächste Schritt auf dem politischen Karriereweg folgen: der Einzug in den rheinland-pfälzischen Landtag. Wendel tritt im Wahlkampf aber weniger als Politiker an, sondern vielmehr als Handwerksmeister. Ob im persönlichen Gespräch oder auf Wahlplakaten – der Verweis auf seine Handwerkerbiografie darf nicht fehlen.

Wendel bedient damit bewusst oder unbewusst ein Klischee, das ihm Wählerstimmen bringen soll. Er präsentiert sich als ein Mann, der die Probleme der Wählerinnen und Wähler kennt. Nicht vom Hörensagen, sondern vom Erleben. Ein Mann, der nicht abgehoben von der Masse ist, sondern genau weiß, wo der Schuh drückt.

Wendel: „Ich bin kein Nazi“

„Ich bin kein Nazi“, sagt der 65-Jährige. Als junger Soldat habe er schon mit 17 Jahren auf das Grundgesetz geschworen. Was er jedoch kritisiert ist die „zügellose Migration“. Die sei mit der Grund gewesen, warum er in die AfD eingetreten sei. Früher habe er CDU und auch mal Guido Westerwelle gewählt. Aber viele Probleme Deutschlands führt Wendel auf die Migrationspolitik der vergangenen zehn Jahren zurück. Beispielhaft nennt er „explodierende Sozialhaushalte“ und Finanzierungsschwierigkeiten im Gesundheitssystem. Das System drohe zu kollabieren. Schuld daran seien die anderen Parteien.

Der Handwerker, der als Installateurmeister selbst lange selbstständig war, klagt über Bürokratie. Als Abgeordneter im Landtag wolle er ein politisches Sprachrohr für die Belange der Handwerksbetriebe sein. Dabei spiele das Thema Bildung eine wichtige Rolle. Als Ausbilder habe er viele Fachkräfte das Handwerk gelehrt, darunter junge Menschen aus Kasachstan, Syrien und Afghanistan. Ein Problem sei jedoch bei vielen, auch deutschen Auszubildenden gewesen, dass es an der Vorbildung gefehlt habe. Als „lebensunfähig“ bezeichnet Wendel junge Männer, die nicht wüssten, wie man mit Besen und Schaufel umgehe.

Wendel: Nicht jeder ist studierfähig

Das Handwerk müsse seiner Überzeugung nach einen anderen Stellenwert in der Politik, aber auch in der Gesellschaft genießen. „Nicht jeder ist abitur- und studierfähig“, sagt Wendel, der selbst einen Sohn mit einer Frau hat, deren Eltern aus Marokko und Jugoslawien stammen. Das Handwerk sei gerade in der Südwestpfalz eine wichtige Wirtschaftssäule.

„Ich als Handwerksmeister ...“ So beginnt Lutz Wendel viele Sätze. Beispielsweise könne er „als Handwerksmeister“ nicht verstehen, warum man in Vinningen 30 Jahren auf die Sanierung einer Schultoilette warten müsse oder andernorts 20 Jahre auf eine notwendige Straßensanierung. All das seien Themen, die er als Abgeordneter im Landtag ansprechen wolle.

Nicht über Landesliste abgesichert

Dazu kommt es jedoch nur, wenn er den Wahlkreis direkt gewinnt, zu dem neben Pirmasens noch die Verbandsgemeinden Pirmasens-Land, Rodalben, Hauenstein und das Dahner Felsenland gehören. Wendel ist nicht über die Landesliste abgesichert. Er kandidierte auf dem Landesparteitag für Platz 19 musste sich aber Ferdinand Weber geschlagen geben. Der Büromitarbeiter des AfD-Bundestagsabgeordneten Sebastian Münzenmaier war früher die prägende Figur der AfD in Pirmasens. Gefragt nach seinen Chancen auf einen Platz im Landtag gibt Wendel zu Protokoll: „Ich sehe es sportlich.“ Er versuche einen guten Wahlkampf mit viel Herzblut, wenn es klappe, verspricht er, werde er sich in Mainz für das Handwerk und die Südwestpfalz einsetzen.

Angesprochen auf die rechtsextremen Positionen mancher AfD-Politiker verweist er darauf, dass er sie nicht teile und es im südwestpfälzischen Kreisverband keine rechtsextremen Tendenzen gebe. Er prüfe vor diesem Hintergrund sämtliche Mitgliedsanträge und spreche mit allen Personen, die sich für die AfD-Mitgliedschaft interessieren. Wendel sagt, er habe schon einige Anträge abgelehnt, unter anderem um eine Filtrierung der AfD durch ehemalige NPD-Mitglieder zu verhindern.

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