Pirmasens / Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Landgericht weist Klage eines Pfälzers gegen Impfstoffhersteller Biontech ab

Ein Pirmasenser verklagt Biontech. Die Klage wurde vom Landgericht abgewiesen.
Ein Pirmasenser verklagt Biontech. Die Klage wurde vom Landgericht abgewiesen.

Das Landgericht Zweibrücken hat am Freitag die Klage des Pirmasensers Guido Frey gegen den Mainzer Impfstoffhersteller Biontech abgewiesen. Frey hatte ein Schmerzensgeld von mindestens 150.000 Euro nebst Zinsen gefordert, weil er nach einer Corona-Impfung einen gesundheitlichen Zusammenbruch erlitten habe.

Das Gericht folgte Freys Argumentation nicht. Der Kläger habe nicht nachweisen können, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen der Impfung mit dem Biontech-Vakzin und seiner schweren Erkrankung gibt, sagte Peter Ehrmantraut, Vorsitzender Richter der Zivilkammer. Auch hätten Guido Frey und sein Anwalt nicht belegen können, dass die Corona-Impfung mehr Risiken als Nachteile hatte. Die ausführliche Begründung der Kammer-Entscheidung werde den Rechtsanwälten in der nächsten Woche zugestellt, kündigte Ehrmantraut an.

Guido Frey hat mit der Abweisung seiner Klage gerechnet, die Tendenz habe sich schon in der Verhandlung am 10. Juni abgezeichnet, sagte er am Freitag. Abfinden will sich der Pirmasenser damit nicht, voraussichtlich werde er Berufung beim Oberlandesgericht einlegen, kündigte Frey an. Sein Ziel sei es, dass endlich Sachverständigengutachten eingeholt werden; zum Beispiel zum Nutzen-Risiko-Verhältnis des Biontech-Impfstoffes oder der Kausalität zwischen Impfung und Erkrankung. Außerdem kritisiert er, dass zum Zeitpunkt seiner Impfung nicht richtig über den Impfstoff aufgeklärt worden sei. Eines immerhin attestiert Frey der Zivilkammer und ihrem Vorsitzenden Peter Ehrmantraut: Die Richter hätten ihm zugehört. „Ich fühlte mich ernstgenommen“, sagt er.

Saarländische Ärzte diagnostizieren Impfschaden

Am 25. August 2021 war der Pirmasenser mit dem Biontech-Impfstoff gegen das Corona-Virus geimpft worden, spürte zunächst nur leichte körperliche Reaktionen, bis er 14 Tage später bei einer Wanderung einen Schwächeanfall erlitt. Es folgte von November bis Dezember 2021 die schlimmste Phase: „Ich erkannte meinen eigenen Körper nicht mehr“, erzählte Frey. Insgesamt sieben Monate war er krank geschrieben. Er habe zig Ärzte konsultiert, die ihn aber nicht ernst genommen hätten. Erst im Saarland fand er Hilfe: In Saarbrücken hätten ihm Mediziner anhand seines Blutwerts bestätigt, dass etwas nicht stimme. Die behandelnden Ärzte hätten einen Impfschaden diagnostiziert. Mittlerweile geht es dem 59-Jährigen zwar wieder besser, aber die Symptome seiner Erkrankung beeinträchtigen ihn nach eigenen Angaben im Beruf und in der Freizeit nach wie vor. Er leide immer wieder unter Kopfschmerzen, Muskelzucken, Darmproblemen, erhöhter Infektanfälligkeit, Kraftlosigkeit und Erschöpfung.

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