Meisenthal Kunst über einen ungeliebten Begleiter

Die britische Künstlerin Melanie Ashton zeigt in Meisenthal eine Ausstellung, die sich um Tod und Metamorphose dreht.
Die britische Künstlerin Melanie Ashton zeigt in Meisenthal eine Ausstellung, die sich um Tod und Metamorphose dreht.

Eine Ausstellung, die buchstäblich unter die Haut geht, eröffnet am Sonntag die britische Künstlerin Melanie Ashton im lothringischen Meisenthal. „Redevenir le chaos“, „wieder zum Chaos werden“, ist der Titel der Ausstellung, die sich viel mit Tod und Vergänglichkeit beschäftigt.

Die aus Nordengland stammende Künstlerin zeigt die Ausstellung als Ergebnis ihres einjährigen Aufenthaltes bei dem Meisenthaler Künstlerkollektiv „Artopie“. In dessen Ateliers hat sich Ashton tief in ihr bevorzugtes Thema, den Tod und die Metamorphose, versenkt. Die Ausstellung und ihre Arbeiten sieht sie denn auch als „Liebessonett an den Tod“, der ihrer Meinung nach ein treuer Begleiter des Menschen sei, der jedoch ungeliebt und als lästig empfunden werde.

Melanie Ashton nennt als Einflüsse auf ihre Kunst Erdmythologien ihrer Heimat Nordengland und die japanische Kultur. Neun Jahre lang lebte die Britin in dem asiatischen Land. Besondere Inspiration holt sich Ashton aus verlassenen und vergessenen Orten in der freien Natur, womit der einjährige Aufenthalt in Meisenthal mit den weitläufigen Wäldern rundum ideal gewesen sein dürfte.

Als künstlerisches Ausdrucksmittel arbeitet Melanie Ashton viel mit Puppen. Ihre Kreationen weisen klare Bezüge zur japanischen Kultur auf. In der Ausstellung in Meisenthal transformieren sich die Puppen stark, überhaupt ist die Metamorphose und Vergänglichkeit ein großes Thema in ihrer Kunst. Der Übergang von einem Körper in einen anderen beschäftigt Ashton viel. Hierbei ist es der Künstlerin egal, ob es pflanzliche, tierische oder menschliche Körper sind. Für die Meisenthaler Ausstellung hat sich Ashton zudem mit den üblichen Bestattungsformen beschäftigt. Die in der Ausstellung zu sehenden Objekte zeigen denn auch menschliche Körper, von denen bereits andere Tiere und Pflanzen Besitz ergriffen haben. Die Wandlung vollzieht sich zu Neuem.

Ashton will mit ihrer Kunst die Schönheit der Metamorphose in den Vordergrund stellen und sichtbar machen, den Tod mit Zärtlichkeit behandeln.

Die Vernissage im Ausstellungssaal des Künstlerkollektivs Artopie in der Rue de la Poste in Meisenthal bei Bitsch am Sonntag, 18. Oktober, beginnt gegen 18 Uhr. Anschließend ist die Ausstellung bis 1. November täglich von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Die Künstlerin wird in der Ausstellung immer anwesend sein.