Kommentar Kinderfolter-Prozess: Richter lässt sich von Angeklagtem nicht täuschen

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Trotz betonter Reue tut sich der Angeklagte G. vor allem selbst leid. Das ist widerlich.

Verstörend sind die Berichte und Aussagen, die bei zwei Prozesstagen über viele Stunden hinweg am Schöffengericht zu hören sind. Den beiden Pirmasenser Kindern – und vermutlich auch einem erheblich jüngeren Halbbruder, dessen Fall noch verfolgt wird – sind grauenvolle Dinge angetan worden. Umso schwerer fiel es, vor Gericht den weitschweifigen Äußerungen des Angeklagten G. zuzuhören, der immer wieder betonte, wie sehr er sich beim Einsatz für die Familie angestrengt, wie viel er gearbeitet und sich eingebracht habe, wie sehr die Kinder das gewürdigt hätten. G. hat die Geschwister, die seiner Obhut anvertraut waren, verraten und gequält – wieder und wieder. Er hat ihr Leben, gemeinsam mit seinem Kumpan, für lange Zeit zerstört und Schäden verursacht, die vielleicht nicht zu reparieren sind. Der Versuch, das zu relativieren, ist armselig. Und er half dem Angeklagten nicht: Der Richter hat das Manöver klar erkannt.

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