Drei Fragen an ...
„Körper auf Notbetrieb“
Im vergangenen Jahr feierte der für den TV Maikammer startende Hauensteiner Marko Martin sein Ultra-Marathon-Debüt und wurde gleich deutscher Vizemeister in seiner Altersklasse. Damals kündigte er an, dass für ihn damit die Langstrecke über die Marathondistanz hinaus erledigt sei. Vergangenen Sonntag stand er aber in Bremen beim Werderseelauf, der zugleich die deutsche Meisterschaft im 50-Kilometer-Lauf war, wieder hinter der Startlinie und wurde in der Klasse ab 50 Jahre Fünfter in 3:29:08 Stunden. Michael Elig sprach mit ihm.
Ich sehe mich auf den kürzeren Strecken bis zur Marathondistanz, aber ich wollte es einfach noch mal probieren. Ich hatte das Leiden in meinem jugendlichen Ehrgeiz allerdings unterschätzt (lacht). Es war vom Kopf her aber eine Bereicherung. Du kannst aus jedem Lauf etwas Positives ziehen.
Vom Start an platzierte ich mich in die erste Verfolgergruppe des Altersklassen-Führenden. Einen Schnitt von vier Minuten pro Kilometer wollte ich laufen. Es war zu Beginn aber schneller. Zu schnell, wie sich zeigen sollte. Bis Kilometer 42 hat alles gepasst, dann war’s eine Qual. Ich musste mich enorm disziplinieren, um nicht aufzugeben. Der Körper hat quasi auf Notbetrieb umgestellt. Auf den letzten Metern wurde ich, auf Platz vier liegend, noch von einem Läufer überholt. Ich war rund neun Minuten langsamer als im Vorjahr. Alles in allem bin ich aber zufrieden. Eine Woche zuvor habe ich es bei der deutschen Meisterschaft im Zehn-Kilometer-Straßenlauf als Dritter meiner Altersklasse aufs Podest geschafft, am Sonntag hat’s nicht ganz gereicht.
Eindeutig die Berglauf-Weltmeisterschaft in Tschechien Ende Juni. Dort möchte ich gerne den Mannschaftsweltmeistertitel erobern, den ich mit unserem Dreierteam im vergangenen Jahr in Italien knapp verpasst habe.
ZUR PERSON
Marko Martin (51) aus Hauenstein wurde 2025 Mannschafts-Vizeweltmeister und Mannschaftseuropameister im Berglauf seiner Altersklasse. Und er gewann den Pfälzerwaldmarathon.