Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Holzland-Cross in Heltersberg: Reisender Förster macht kurz Rast und gewinnt

Die schnellste Frau auf der Mittelstrecke, Jessica Keller, muss sich nur einem Mann beugen, dem hier noch hinter ihr laufenden A
Die schnellste Frau auf der Mittelstrecke, Jessica Keller, muss sich nur einem Mann beugen, dem hier noch hinter ihr laufenden Alexander Barnsteiner (Zweiter von rechts). Auf ihren Spuren: Tim Andreas (Startnummer 934), Matthias Andes (937) und Sascha Christmann (928).

Ein kleines, aber feines Starterfeld hatte der Holzland-Crosslauf. Mit dabei ein Förster aus Freiburg, den keiner auf der Rechnung hatte, und ein Geher, der joggt.

Der TuS Heltersberg hat sich den Tag der Deutschen Einheit für seinen Holzland-Crosslauf herausgesucht. Die Resonanz: mäßig. Die Startergruppe beim Mittelstreckenrennen über 4590 Meter am Freitagmorgen ist mit 21 Läufern, davon fünf Frauen, schon überschaubar. Zwei Stunden später registriert der Veranstalter auf der Langstrecke (9180 Meter) ein noch kleineres Teilnehmerfeld: nur zwölf Starter. „Obwohl wir Plakate aufgehängt haben“, merkt TuS-Vorsitzender Dieter Kriegshäuser an.

Im Gänsemarsch: Marko Martin aus Hauenstein, gefolgt von Jessica Keller und Alexander Barnsteiner.
Im Gänsemarsch: Marko Martin aus Hauenstein, gefolgt von Jessica Keller und Alexander Barnsteiner.

Auch wenn die Quantität enttäuscht, erscheint die Qualität hoch: Mitteldistanz-Sieger Alexander Barnsteiner aus Kollweiler war dieses Jahr schon Dritter der Senioren-Weltmeisterschaft im Berglauf. Er läuft die drei Runden à 1530 Meter in 17:14 Minuten. Auf Rang zwei: der Mannschafts-Vizeweltmeister im Senioren-Berglauf, Marko Martin aus Hauenstein, in 17:43 Minuten. Im Zielsprint um Platz drei setzt sich der 24-jährige Tim Andreas aus Münchweiler an der Alsenz gegen Matthias Andes vom 1 .FC Kaiserslautern durch.

Doppelstarter

„Für einen Lauf schnüre ich nicht die Schuhe“, erzählt Barnsteiner. Marko Martin steht ein Grinsen im Gesicht. „Ich schaue mal, ob ich abberufen werde von meiner Familie, oder ob ich um zwölf Uhr noch auf die Langstrecke gehe“, sagt er, die Startnummer bereits in den Händen haltend.

Die schnellste Frau, Jessica Keller, klebt bis zur zweiten der drei Runden Barnsteiner an den Fersen. „Ich wollte sehen, was ich drauf habe“, erklärt die 24-Jährige aus Kaiserslautern später. In 17:26 Minuten kommt die deutsche Vizemeisterin im Zehn-Kilometer-Straßenlauf von 2023 noch vor Martin ins Ziel auf dem TuS-Sportplatz. Am 29. November will sie zusammen mit ihrem Lebensgefährten, dem aus Hermersberg stammenden Tim Könnel, bei der deutschen Crosslaufmeisterschaft in Darmstadt antreten.

„Den muss ich googeln“

Jogging statt Gehen heißt es für den Steinwendener Jürgen Engels. Der 62-Jährige ist ambitionierter Geher und übt sich in Heltersberg erfolgreich im Crosslauf. Mit einer Mischung aus schnellem Gehen und Joggen finisht er in 31:21 Minuten. „Tolle Strecke, tolle Atmosphäre – ich bin begeistert“, stellt er bei seinem Holzland-Cross-Debüt fest.

Schnellster auf der Langstrecke ist ein Förster aus der Eifel, der in Freiburg wohnt: Clemens Fox.
Schnellster auf der Langstrecke ist ein Förster aus der Eifel, der in Freiburg wohnt: Clemens Fox.

Verwunderung bis Staunen macht sich derweil bei den Läufern und im Publikum nach dem Start des Langstreckenrennens breit. „Wer ist das denn? Den muss ich googeln“, sagt eine Zuschauerin. Gemeint ist der in Heltersberg unbekannte Clemens Fox, der in 33:13 Minuten die sechs Runden absolviert und scheinbar ohne Anstrengung gewinnt. Der 27-jährige Förster stammt aus Manderscheid in der Vulkaneifel, wohnt an seinem Dienstort in Freiburg und ist zusammen mit dem Zweitplatzierten, Piet Rampf (33:51), auf der Durchreise in die Eifel. „Dort wollen wir den Burgenstieg machen. Wir haben in der Pfalz kurz Rast gemacht“, berichten die beiden Erstplatzierten. Dieses Jahr hat Fox den Freiburg-Marathon in 2:29:33 Stunden gefinisht, und er wurde Dritter der deutschen Meisterschaft im Crossduathlon. Im Auto neben ihm und auf der Laufstrecke einen Rang hinter ihm: Piet Rampf. „Ich hatte keine Wahl, ich musste laufen“, sagt der Physiotherapeut, der in der 2. Triathlon-Bundesliga startet.

Die einzige Frau im Langstreckenrennen, Sonja Deiß aus Dackenheim, benötigt 47:10 Minuten. Sie war 2016 Bronzemedaillengewinnerin im Halbmarathon bei der Senioren-WM im australischen Perth.

Die einzige Frau auf der Langstrecke: Sonja Deiß von der TSG Eisenberg.
Die einzige Frau auf der Langstrecke: Sonja Deiß von der TSG Eisenberg.

DIE ERGEBNISSE

Langstrecke: Männer (10 Starter): 1. Clemens Fox 33:13 Minuten, 2. Piet Rampf (beide Freiburg) 33:51, 3. Alexander Barnsteiner (LLG Landstuhl) 35:04, 4. Marko Martin (TV Maikammer) 36:17 - Frauen (1): 1. Sonja Deiß (TSG Eisenberg) 47:10

Mittelstrecke: Männer (16): 1. Alexander Barnsteiner (LLG Landstuhl) 17:!4, 2. Marko Martin (TV Maikammer) 17:43, 3. Tim Andreas (LC Donnersberg) 17:57, 4. Matthias Andes (1. FC Kaiserslautern) 18:02, ... 7. Andy Tindall (TuS Heltersberg) 18:45 - Frauen (5): 1. Jessica Keller (TG Worms) 17:26, 2. Finja Ritschi (Waldfischbach) 20:24, 3. Jennifer Becker (TuS Heltersberg) 24:26

1530-m-Schülerlauf: Schüler (10): 1. Felix Becker 6:33, 2. David Lechner (beide TuS Heltersberg) 6:45, 3. Tom Helfenritter (SV Burgalben) 6:49, 4. Fabian Münch 7:13, 5. Mateo Klöpfer (beide Heltersberg) 7:21 - Schülerinnen (5): 1. Jule Schneeganß (TV Bad Dürkheim) 7:52, 2. Ida Becker (TuS Heltersberg) 7:54, 3. Hanna Helfenritter (SV Burgalben) 8:54, 4. Lilly Joas (TuS) 8:55

3060-m-Jugendlauf: Jungen (4): 1. Julius Klemt (TV Herxheim) 12:23 - Mädchen (2): 1. Leonie Nieuwoudt (LTV Bad Dürkheim) 14:30

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