Thaleischweiler-Fröschen Herzdrigger: Netzwerke für Nachbarschaftshilfe sollen im Pfarramt Thaleischweiler entstehen
Den Menschen sehen, der Hilfe braucht, ihm eine Hand reichen, für ihn da sein und ihm praktisch unter die Arme greifen. Das ist die Idee, die hinter dem Projekt Herzdrigger steht, das in Thaleischweiler-Fröschen, Höhfröschen und Höheinöd, den Gemeinden des protestantischen Pfarramts Thaleischweiler, an den Start geht.
Es gehe ganz einfach um Nächstenliebe, unterstreicht Pfarrerin Hannah Wirth, die dieses Projekt mit auf den Weg bringt. „Wir müssen für die Menschen vor Ort da sein“, sagt Wirth. Mit dem Herzdrigger-Projekt „wollen wir zu unseren Wurzeln zurückkehren“.
Zum Angebot gibt es Infoabende in jeder der drei Gemeinden. Dort können Menschen, die ein Herzdrigger werden wollen, ihre Fragen zum Projekt ebenso loswerden wie jene, die die Hilfe der Herzdrigger in Anspruch nehmen möchten.
„Ma sieht sich, ma kennt sich, ma helft sich“
Es geht um Nachbarschaftshilfe. „In den Dörfern kennen sich die Menschen noch, und wenn man sich kennt, dann hilft man sich auch“, unterstreicht Wirth. Manchmal brauche es aber einen Anstoß, um Hilfe in Anspruch zu nehmen oder helfend tätig zu werden. Diesen Anstoß soll das Herzdrigger-Projekt geben. Es soll ein Netzwerk entstehen, das die Menschen zusammenbringt. Die Mission, die mit dem Projekt verbunden ist, lautet zusammengefasst: „Ma sieht sich, ma kennt sich, ma helft sich.“
Die Pfarrerin sagt, den Bedarf an Hilfe „sehen wir immer wieder bei vielen Gelegenheiten in unseren Gemeinden. Und wir hören es in vielen Gesprächen mit den Menschen“. Deshalb sei der Wunsch in der Kirchengemeinde entstanden, etwas zu tun. Darüber habe sie unter anderem mit Stefan Höhn gesprochen, dem theologischen Vorstand des Diakoniezentrums Pirmasens. Der habe gesagt, dass er ein passendes Konzept in der Schublade hätte, erzählt Wirth. Sie nahm das Konzept mit in die Presbyterien. „Es stieß sofort auf Begeisterung.“
Ansprechpartnerin schnell gefunden
Schnell sei klar gewesen, dass es die perfekte Besetzung für die notwendige Koordinierungsstelle gebe: Ewa Proske aus Höhfröschen. Sie tut mit den Landfrauen viel für alle Generationen im Ort. Zum Herzdrigger-Projekt sagt sie: „Natürlich, bei solchen Projekten, bei denen etwas getan wird für die Menschen, bin ich sofort dabei.“
Es sei wichtig, dass es eine Ansprechpartnerin gebe, sagt Wirth mit Blick auf ähnliche Initiativen im Land. Das Projekt brauche diese professionellere Struktur, um ehrenamtlich helfen zu können. Im Hintergrund habe man zudem immer die fachliche Expertise des Diakoniezentrums und der Sozialstationen.
Für alle, losgelöst von der Konfession
Die Ideen, wie Hilfe geleistet werden kann, sind vielfältig. „Das hängt aber auch davon ab, welche Hilfe gesucht wird“, sagen Wirth und Proske. Mancher liebe Gartenarbeit, die ein anderer gesundheitlich bedingt nicht mehr leisten könne. Manche bügelten gerne, andere seien fit in der Nutzung mobiler Geräte, wieder andere bräuchten Hilfe bei Behördenangelegenheiten. Das Gute an Herzdrigger sei, dass Menschen zusammengebracht würden, die einander vertrauten und auf die man sich verlassen könne. „Auch weil man uns kennt, ist Vertrauen da“, sagt Wirth.
Einige Begeisterte haben sich bereits gefunden, die sich einbringen wollen. Gewünscht werde „ein großes, funktionierendes Netzwerk in jedem der drei Orte“, sagt Wirth – völlig losgelöst von der Konfession. „Es ist ein Projekt für alle, das wachsen soll“, unterstreichen Wirth und Proske.
Info
Die Termine für die Herzdrigger-Infoveranstaltungen, die jeweils um 18 Uhr beginnt: am Dienstag, 17. März, im Haus des Bürgers in Höheinöd; am Mittwoch 18. März, im Dorfgemeinschaftshaus Thaleischweiler-Fröschen, am Donnerstag, 19. März, im Dorfgemeinschaftshaus Höhfröschen.