Pirmasens
Gerettet: Semler Schuhfabrik stellt sich neu auf
Im Januar 2025 hatte die Geschäftsführung der Carl Semler Schuhfabrik beim Amtsgericht Pirmasens ein Restrukturierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Nun teilt das Unternehmen mit: Die Restrukturierung sei erfolgreich abgeschlossen. Die Gläubiger haben den Angaben zufolge dem Insolvenzplan am Freitag einstimmig zugestimmt.
In den vergangenen Monaten sei es dem Unternehmen gelungen, „Kosten einzusparen und Potenziale zu heben“, um das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen, sagt Rechtsanwalt Lukas Eisenhuth von der Kanzlei Abel und Kollegen. Der Jurist begleitete Semler als Berater durch das Restrukturierungsverfahren. Der gerichtlich bestellte Sachwalter, Rechtsanwalt Dennis Blank, mit dem der Insolvenzplan eng abgestimmt wurde, betont, dass durch die Annahme des Insolvenzplans die bestmögliche Gläubigerbefriedigung erreicht werden konnte. Die seit 1864 existierende Schuhfabrik profitierte nach eigenen Angaben zudem davon, dass ihre Geschäftspartner die Restrukturierung unterstützt hätten. Die aktuelle Kollektion werde am Markt sehr gut angenommen.
Neue Geschäftsführung
Nach dem Ausscheiden von Stefan Markert aus der Geschäftsführung stehen nun Jürgen Becker und sein Neffe Sven Tretter an der Spitze des Traditionsunternehmens. Becker sagt, er sei stolz, dass das „Know-how und unsere Produktion in Deutschland und Europa mit insgesamt rund 200 Mitarbeitern erhalten“ bleibe. Trotz der schwierigen gesamtpolitischen Lage sei die Schuhfabrik Semler weiter lieferfähig. Der Produktionsstandort Pirmasens ist allerdings Geschichte. Stattdessen sollen die Semler-Schuhe im unternehmenseigenen Werk in Ungarn produziert werden. In Pirmasens verbleiben rund 30 Arbeitsplätze, gefertigt werden hier höchstens noch Musterschuhe. Das Unternehmen hat laut Becker die Weichen für die Zukunft gestellt und das Eigenverwaltungsverfahren wird nach der Zustimmung zum Insolvenzplan voraussichtlich Ende April endgültig aufgehoben werden.
