Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Gelungener Deutschlandstart der Show „Nashville Live“

Helena Gullan und Alexander Dean in „Nashville Live“.
Helena Gullan und Alexander Dean in »Nashville Live«.

Vor 400 Zuschauern im ausverkauften Bürgerhaus Schuhfabrik startete Frank Serrs neue Show „Nashville Live“ zur Deutschland-Tournee.

Es war ein Feiertag für die Anhänger von Country-Musik. Das neue Show-Konzept von Frank Serr aus Rischweiler-Mühlbach hat es in sich. Etwa eine halbe Stunde vor Beginn waren vor der Halle zahlreiche Besucher mit Cowboyhüten zu sehen, die voller Vorfreude waren. Völlig zurecht, denn mit Helena Gullan, Laura Evans, Darren Hudson, und Alexander Dean war eine famose Sängerriege angekündigt, die Genre-Klassiker im Gepäck hatte, und von Gitarrist Tim Bloomer und seiner Band begleitet wurde.

Zelebrierte man den Einstieg mit „Blue Moon of Kentucky“ (Bill Monroe) und „Hey Good Lookin“ (Hank Williams) noch als Gesangsquartett mit Hudson als Frontmann, so rückten nach und nach die Entertainer in den Vordergrund. „I Fall to Pieces“ (Patsy Cline) wurde von Gullan famos interpretiert, das beschwingte „Okie from Muskogee“ (Merle Haggard & Willie Nelson) bestritten Hudson und Alexander als Duett, während Evans bei dem heftig bejubelten „Stand by Your Man“ (Tammy Wynette) ihr Können unter Beweis stellte. Eine von Alexander Dean vorgetragene dreiteilige Johnny-Cash-Huldigung muss hervorgehoben werden: Der hochgewachsene Lockenkopf meisterte die Herausforderungen „Folsom Prison Blues“, „Walk the Line“ und „Jackson“ mit beeindruckendem Timbre, das dem Original schon unverschämt nahekam. Zudem erläuterte Dean die Entstehung der einleitenden Gitarrenmelodie von „Walk the Line“: „Als Johnny Cash bei der Aufnahme des Lieds ins Studio kam, steckte er einen Dollarschein zwischen die Saiten und den Gitarrenhals, so entstand der typische allseits bekannte Klang“. Der Cash-Dreierpack erntete tosenden Applaus.

Harmonie auf der Büne (von links). Darren Hudson, Laura Evans, Helena Gullan und Alexander Dean.
Harmonie auf der Büne (von links). Darren Hudson, Laura Evans, Helena Gullan und Alexander Dean.

Den zweiten Konzertabschnitt als furios zu bezeichnen wäre schlichtweg eine Untertreibung. Alle Musiker und Sänger legten noch eine Schippe an Enthusiasmus, Spielfreude sowie Agilität drauf und brachten ihr Publikum in ausgelassene Feierlaune. Das flotte und mitreißende „Sin Wagon“ (Dixie Chicks) machte den Anfang, bevor sich Helena Gullan beim furios interpretierten „Devil Went Down to Georgia“ (Charlie Daniels Band) in einen Rausch spielte. Die zierliche Blondine hielt es nach kurzer Zeit nicht mehr auf der Bühne. Ihre Geige in faszinierender Manier spielend, machte sie dauergrinsend einen Ausflug in den Saal, umkreiste die nun schier aus dem Häuschen geratenen Country-Fans und erhielt stehende Ovationen. Die junge Frau gehörte voriges Jahr zum hochklassigen Tourensemble von Michael Flatleys „Lord of the Dance“, was den Szenekenner kaum verwundert.

Während „Man of Constant Sorrow“ – O Brother Where Art Thou“ (Dick Burnett) rückten alle Musiker schließlich an den Bühnenrand und intonierten das Stück gemeinsam. Nun war der Bann endgültig gebrochen, das Gros der Zuschauer setzte sich nicht mehr hin, sondern ließ seinem Bewegungsdrang freien Lauf. Country-Urgestein Darrel Hudson meisterte die Garth-Brooks-Hits „Friends In Low Places“ und „If Tomorrow Never Comes“ in höchst emotionaler Manier, bevor Laura Evans gekonnt den Ohrwurm „Jolene“ (Dolly Parton) intonierte, was die Stimmung im Bürgerhaus zweiter anheizte.

Als weitere Publikumsfavoriten kristallisierten sich „The Gambler“ (Kenny Rogers), „9 to 5“ (Dolly Parton) „Achy Breakey Heart“ (Billy Ray Cyrus) und „Ring of Fire“ (Johnny Cash) heraus. Von lautstarken Zugaberufen auf die Bühne zurückgeholt, servierte das „Nashville Live“-Ensemble „Will the Circle Be Unbroken“ bevor man in den wohlverdienten Feierabend verabschiedet wurde.

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