Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Geld für neues Stadtarchiv steht bereit

In der Messehalle 5B (drittes Stockwerk links) entsteht bis Mitte 2027 das neue zentrale Pirmasenser Stadtarchiv.
In der Messehalle 5B (drittes Stockwerk links) entsteht bis Mitte 2027 das neue zentrale Pirmasenser Stadtarchiv.

Vor sieben Jahren entstand die Idee für ein zentrales Stadtarchiv in der Messe. Jetzt ist eine weitere Hürde genommen: Die benötigten 1,15 Millionen Euro stehen zur Verfügung.

Einstimmig hat am Montag der Stadtrat die Finanzierung genehmigt, begleitet von der Freigabe des städtischen Anteils von 41,3 Prozent. Der im Dezember bewilligte Landeszuschuss von 673.000 Euro deckt lediglich 58,7 Prozent der Netto-Gesamtkosten für den Umbau der Messehalle 5B ab, die Stadt muss noch 473.600 Euro drauflegen. Mit der Stadtratsentscheidung wird nun die Landesförderung an die Messe GmbH weitergeleitet, die als Eigentümerin der Messehalle das Projekt verwirklicht, gleichzeitig wurde der Übernahme des Eigenanteils der Stadt zugestimmt.

Vor knapp sieben Jahren ist Beigeordneter Denis Clauer, der sowohl für die Messe als auch das Stadtarchiv verantwortlich ist, an die Öffentlichkeit getreten mit der Idee, das bislang auf mehrere Standorte verteilte Stadtarchiv auf einen neuen Standort zu konzentrieren – und dafür das Messegebäude zu nehmen. Clauer: „Im ersten Gespräch nach meinem Amtsantritt mit Heike Wittmer als Leiterin des Stadtarchivs hat sie 2019 von ihrem Kummer berichtet, dass das Archiv auf 18 Standorte verteilt ist und eine Zentralisierung notwendig ist. Da war für mich schnell klar, dass das Stadtarchiv in die Messe ziehen soll.“

Messe plant Archiv-Fertigstellung bis Jahresmitte 2027

Diese Überlegung passt zu Clauers Strategie, den Messeblock 5 und 6 in ein Multifunktionsgebäude mit Messebetrieb umzuwandeln. Alle darin befindlichen acht Hallen werden ohnehin nicht mehr für den Messebetrieb gebraucht, dafür reicht die Halle 6A. Die Wasgauhalle als Sporthalle, die Schulbuchausleihe, die Jugendverkehrsschule und Lagerflächen beherbergt der Messeblock inzwischen – und nun auch das Stadtarchiv.

Der Beigeordnete hat als Ziel eine Fertigstellung bis Mitte 2027 ausgegeben. Wäre es nach Clauer gegangen, hätte es nicht sieben bis acht Jahre bis zur Realisierung dieser Pläne gedauert. Zwei Gründe haben aber einen schnelleren Umbau der Halle 5B verhindert: Da waren einmal die Statikprobleme der darüber liegenden Wasgauhalle, die zuvor behoben werden mussten. Weil irgendwann in den vergangenen Jahrzehnten Betonträger für Lüftungsrohre durchbohrt wurden, Zeitpunkt und Grund lassen sich nicht mehr nachvollziehen, musste die Tragfähigkeit der Decke in der Halle 5B durch zusätzliche Stahlträger verstärkt werden, was 2025 nach langer Vorbereitung geschehen ist. Erst seit diesem Zeitpunkt konnte der 5B-Umbau in Angriff genommen werden. Allerdings galt es, als die Pläne fertig waren, eine finanzielle Förderung bei der Landesregierung zu beantragen, ohne die das Projekt nicht zu stemmen ist. Bis die Antragsunterlagen – Pläne, Kalkulation – erstellt waren, wurde es Juni 2025, im Dezember vergangenen Jahres ging die Bewilligung der Förderung über 673.000 Euro ein.

Besondere Anforderungen an Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur

Indem die Messe GmbH die Landesförderung und die Zusage für die Übernahme der Restkosten durch die Stadt erhalten hat, kann sie nun mit den Umbauarbeiten beginnen. An deren Anfang steht die Demontage der bisherigen Halleneinrichtung, bevor die Einrichtung des Stadtarchivs beginnt. Bis Mitte kommenden Jahres werden sich die Gesamtarbeiten nach jetzigem Stand hinziehen. Die enormen Kosten von 1,15 Millionen Euro erklären sich durch die besonderen Anforderungen an Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit zur Lagerung des Archivmaterials, gleichzeitig soll das neue zentrale Stadtarchiv durch einen Besucherraum besser zugänglich werden – bei gleichzeitiger Sicherung des Materials. Messe-Geschäftsführer Guido Frey informierte im Stadtrat über den aktuellen Stand und die Planungen, erwähnte dabei auch die künftigen Büros des Stadtarchivs, die im Verwaltungstrakt der Messe eingerichtet werden.

Ein Stadtarchiv ist übrigens eine Pflichtaufgabe von Landkreisen, Städten und Gemeinden, geregelt im rheinland-pfälzischen Landesarchivgesetz. Danach sind die Kommunen verpflichtet, bei ihnen anfallende Unterlagen zu archivieren. Das Pirmasenser Stadtarchiv sichert nach dieser Vorgabe die archivwürdigen Akten der Stadtverwaltung, darüber hinaus betreut sie Sammlungen aus und über Pirmasens, um einen Überblick über die Geschichte zu gewährleisten. So gibt es auch Pläne, im neuen Stadtarchiv die Hugo-Ball-Sammlung unterzubringen.

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