Gerätturnen
Gaumeisterschaften in Contwig: Beständige Romy Wüst (TV Lemberg)
Romy Wüst vom TV Lemberg ging in der Contwiger IGS-Halle als Titelverteidigerin im Jahrgang 2011-12 in das Einzelfinale des Westpfalzturngaus. „Ich bin froh, den Balken hinter mir zu haben, da bin ich am meisten aufgeregt“, gab die14-jährige Schülerin des Pirmasenser Immanuel-Kant-Gymnasiums nach der ersten Übung im LK2-Modus zu verstehen, dass es für sie eher der „Zitterbalken“ ist. Die Kosakendrehung wird für sie direkt nach dem Aufgang am Balken zum Verhängnis. „Normalerweise mache ich die sogar doppelt, und das klappt regelmäßig, leider gerade nicht“, ärgerte Romy Wüst sich ein wenig, konnte aber trotzdem über ihren Flüchtigkeitsfehler lächeln. Ihre beiden Kontrahentinnen Emma Wasmundt (VT Contwig) und Casey Gaiger (VT Zweibrücken) kamen ebenfalls nicht ohne Sturz durch ihre Übungen.
„Mit dem einen Sturz kann ich leben. Jetzt geht es an den Boden, das liegt mir schon mehr“, erzählte die Münchweilerin zwischen dem Gerätwechsel dieser Zeitung. Mit 1,55 Punkten Vorsprung auf Emma Wasmundt ging sie als Führende zur Bodenfläche. Die instrumentelle Kür-Musik hat sie sich selbst ausgesucht. Eine Schraubendrehung wurde extra neu einstudiert, den Rest behielt sie von vorherigen Kür-Auftritten bei. „Die Konkurrenzsituation ist heute schon da, da baut man nicht zu viel Neues ein, sondern geht mehr auf Nummer sicher.“ Die Rückwärtsschraube gelang ihr sehr gut, dafür zogen ihr die Kampfrichter einiges an Wertungspunkten für nicht ganz durchgestreckte Beine und Füße ab. 13.20 Punkte ist die schlechteste Wertung am Boden im Vergleich der drei.
Gegenseitiges Anspornen
Romy Wüst, die gerne im Chor singt und Klavier spielt, konnte ihre Spitzenposition dennoch an den Sprungtisch retten. Emma Wasmundt und Casey Gaiger sieht sie regelmäßig bei Wettkämpfen, sie spornen sich trotz der Konkurrenzsituation gegenseitig an. Während der Turnpausen unterhalten sich die drei über dies und das. Romy Wüst überrascht ihre Gegnerinnen mit der Aussage, dass sie mit der Skilanglauf-AG ihrer Schule kürzlich in Italien bei den Olympischen Winterspielen als Zuschauerin war.
Einen Vorwärtsüberschlag mit halber Drehung in der ersten und zweiten Flugphase zeigten alle. Eine solide Sprungausführung hielt Romy Wüst an der Spitze, auch wenn Casey Gaiger beim Sprung etwas aufholte.
Flieger zum Abschluss
Den Flieger brachte die TVL-Athletin als neues Element zum Abschluss am Stufenbarren. Mit dem Rückwärtssalto, in Kombination mit einer halben Schraube, beendete sie den Wettkampf. Wieder zeigte die 14-Jährige eine beständige Leistung, was sie mit 49,30 Punkten erneut zur Gaumeisterin machte. Vor allem der unbeliebte Balken entschied zu ihren Gunsten.