Interview
Fußball-Vize-Weltmeister mit Weselberger Wurzeln
Er war Fußball-Europameister 1980, Vize-Weltmeister 1982 und 1986, mit Hellas Verona italienischer Meister (1985), mit Sampdoria Genua italienischer Pokalsieger, und er war der erste im Ausland spielende Profi, der zum deutschen Fußballer des Jahres (1985) gewählt wurde: Hans-Peter Briegel. Die Vita des mittlerweile 70-Jährigen, der aus dem westpfälzischen Rodenbach stammt, als Leichtathlet deutscher Jugendmeister im Weit- und Dreisprung war, erst mit 17 Fußballer wurde, liest sich wie ein Abenteuermärchen mit Happy End. Nächsten Montag kommt er ins Sportheim der SG Bruchweiler, wo er ab 19 Uhr seine Autobiografie „Hans-Peter Briegel – Die Walz aus der Pfalz“ vorstellt. Helmut Igel sprach vorab mit dem Mann, der sich nach den Worten von Buchautor Wolfgang Stephan „nie als Star sah und stets Mensch geblieben ist“, über seinen Bezug zur Region Pirmasens.
Herr Briegel, kennen Sie Bruchweiler?
Natürlich kenne ich Bruchweiler, wenn Sie Bruchweiler-Bärenbach meinen. Wir haben mit unserer Lotto-Elf, deren Trainer und Repräsentant ich bin, 2019 dort gespielt. Seit 15 Jahren mache ich diese Arbeit bei Lotto. Wir haben in mehr als 20 Jahren etwa 4,5 Millionen Euro eingespielt und damit vielen bedürftigen Menschen helfen können. Wir sind die einzige Lotto-Elf in ganz Deutschland, spielen aber nur in Rheinland-Pfalz. Wir haben vor einigen Jahren auch schon mal in Dahn gespielt, erinnere ich mich. Ich freue mich auf Bruchweiler.
Was verbinden Sie mit der SG Pirmasens?
Wir haben wohl mal in der gleichen Klasse gespielt, als ich für die Amateure des 1. FC Kaiserslautern am Ball war. Aber das ist alles etwa 50 Jahre her. Ehrlich: Ich habe keine Erinnerungen an den Verein, oder ich habe da einfach schlecht gespielt und deshalb alles vergessen.
Und wie sieht es mit dem SC Hauenstein aus?
Daran erinnere ich mich natürlich viel besser. Das waren Duelle in der Oberliga, als ich die SV Edenkoben trainiert habe, ehe ich als Trainer in die Zweite Bundesliga zur SG Wattenscheid gewechselt bin. Hauenstein war zu dieser Zeit die Spitzenmannschaft in der Südwestpfalz. Das waren immer heiße Duelle, und es war nicht einfach, bei denen zu spielen. Da ging es zur Sache.
Bleibt noch der FK Pirmasens ...
Ich hatte immer gute Beziehungen zum FKP. Als Nationaltrainer von Bahrain und Albanien durfte ich als Gast des FKP mit meinen Mannschaften Testspiele – noch im alten Stadion – absolvieren. Ich hatte immer einen guten Kontakt zu Robert Jung, der ja auch den FKP trainiert hat und ein ausgesprochener Experte in Sachen Trainertätigkeit ist. Ihn habe ich, auch wegen seiner Erfolge, sehr geschätzt.
Haben Sie sonst noch Kontakte in die Südwestpfalz?
Aber natürlich: Mein Vater ist ja ein Weselberger, eigentlich ein Zeselberger, aber so heißt es ja mittlerweile nicht mehr, und meine Cousine Traudel wohnt auch noch dort. Eigentlich müsste ich viel öfter in Weselberg sein, doch irgendwie kommt immer was dazwischen, weil ich trotz meines Alters noch vielbeschäftigt bin.
