Interview
FKP-U17-Coach Willem Schonewille: „Fokus auf Aufstieg gerichtet“
Herr Schonewille, Ihre Mannschaft führt die Verbandsliga souverän mit elf Punkten Vorsprung auf den Ludwigshafener SC an. Der FKP ist auf dem besten Weg, nach acht vergeblichen Versuchen endlich den angestrebten Wiederaufstieg in die Regionalliga zu packen. Worauf basiert dieses erfolgreiche Abschneiden?
Mit dem Kern der Mannschaft können wir im zweiten Jahr in Folge arbeiten. Zudem haben wir uns vor der Saison gezielt verstärkt. Da ist eine homogene Einheit auf dem Platz. Die Jungs wollen ganz einfach, sie haben eine tolle Mentalität. Die Abwehr ist kontinuierlich stabiler geworden. Es stehen uns zwei komplette Viererketten zur Verfügung, so dass Ausfälle kompensiert werden können. Und vorne schießen wir immer ein Tor – bis zum 28. März, da hat es uns erwischt.
Erwischt inwiefern?
Wir waren seit November 2024 ungeschlagen, hatten in der Liga 15 von 16 Spielen gewonnen und das bei einem Torverhältnis von 61:12. Aber vor gut zwei Wochen ist es dann passiert. Da setzte es eine 0:1-Niederlage bei Viktoria Herxheim, die sich total auf dieses Spiel fokussiert hatte. Die Herxheimer wollten uns unbedingt die erste Niederlage beibringen und haben im Vorfeld sogar auf ihr Viertelfinalspiel im Pokal verzichtet. Tatsächlich hat bei denen alles gepasst an diesem Tag. Uns klebte das Pech an den Füßen. Latte und Pfosten haben wir getroffen, aber nicht ins Netz. Passiert. Abhaken. Wichtig war, dass wir gleich das nächste Spiel gegen Schott Mainz II 5:1 gewonnen haben.
Im Pokal-Halbfinale am Mittwoch ab 19 Uhr im Sportpark Husterhöhe ist die erste Garnitur von Schott Mainz als Regionalliga-Zweiter der Favorit – oder?
Unsere Jungs sind völlig entspannt, die machen sich nicht verrückt. Die wollen ihren Spaß haben und nehmen jeden Gegner, wie er kommt. Ohne jetzt überheblich zu sein: Die würden sich auch gegen einen Bundesligisten keinen Kopf machen. Und wir haben ja nichts zu verlieren. Der Fokus ist in dieser Saison eindeutig auf die Meisterschaft und den Aufstieg in die Regionalliga gerichtet. Wir haben alle bisherigen Pokalspiele mit den Jungs bestritten, die in den Punktspielen wenig Einsätze hatten. Auch auf der Torhüterposition war anstelle von Niko Eiermann immer Jannis Groger zwischen den Pfosten. Der Pokal ist eine willkommene Zugabe und der Regionalligist eine Herausforderung für die Jungs.
Wie geht es mit Willem Schonewille als Nachwuchstrainer weiter?
Wir hatten ein Freundschaftsspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern, lagen mit 0:2 hinten. Nach taktischen Umstellungen haben wir die Partie noch gedreht und 3:2 gewonnen. Danach kam Uwe Scherr, der damalige Leiter des Nachwuchsleistungszentrums der Roten Teufel, auf mich zu und sagte, dass ihm mein Coaching gut gefallen habe und er mich gerne als Trainer in sein Team dazunehmen würde. Es sollte kein kurzfristiges Engagement werden, sondern etwas mit Perspektive über Jahre hinweg. Ich habe mich darüber gefreut und auch zugesagt. Das habe ich dem FK Pirmasens auch so kommuniziert. Doch dann trennte sich der FCK Ende März von Scherr und berief Niklas Martin zum neuen Sportlichen Leiter des Nachwuchsleistungszentrums. Da sich zudem auch beruflich für mich eine Veränderung anbahnt, weiß ich nicht, ob ich aus zeitlichen Gründen überhaupt noch dazu in der Lage sein werde, ein Traineramt zu übernehmen.
ZUR PERSON
Willem Schonewille wohnt in Weilerbach und ist dort Geschäftsführer einer kleinen Software-Firma. Er wechselte in der Winterpause der vergangenen Saison von der Fritz-Walter-Jugend zum FK Pirmasens. Der 49-jährige Niederländer, Vater zweier Kinder, übernahm die FKP-U17 auf dem achten Platz der Verbandsliga, führte sie auf Platz vier und gewann mit dem damaligen Team doch etwas überraschend den Verbandspokal durch ein 2:1 im Endspiel gegen den TSV Schott Mainz, der nur Gegner im Halbfinale ist.