Fußball
FK Pirmasens: Gutmanns Test mit Ball im Heimatdorf
Ein junger Mann dribbelte am Morgen des Gründonnerstags allein auf dem Sportplatz des SV Herschweiler-Pettersheim im Landkreis Kusel mit dem Ball am Fuß, schoss ein paar Mal aufs Tor. Es war Silas Gutmann, seit dem Spitzenspiel bei der TuS Koblenz verletzter Oberliga-Fußballer des FK Pirmasens, der in seinem Heimatdorf im oberen Glantal seine Leiste testete. An jenem 21. Februar hatte er „die Klub“ im Stadion Oberwerth mit 1:0 in Führung geschossen. Dann musste der 21-Jährige lange pausieren. „Ich habe eine weiche Leiste – wie Kevin Büchler“, sagt Gutmann. „Aber es ist nach drei Wochen Aufbautraining mit dem Physio besser geworden. Am Montag will ich wieder voll ins Mannschaftstraining einsteigen.“ Der Test in Herschweiler-Pettersheim macht den schnellen Außenspieler zuversichtlich.
Mit ihm kehrt auch Grischa Walzer auf den Trainingsplatz zurück. Der im Winter vom FC Homburg gekommene Verteidiger hat verletzungsbedingt noch keine Minute für den FKP in der Oberliga gespielt. Zu einem ersten Herantasten erwartete Chefcoach Daniel Paulus die beiden zum Abschlusstraining für das Spiel am Samstag (14 Uhr) beim FV Diefflen am Freitagabend auf der Husterhöhe. „Ob es eine Woche darauf gegen Idar-Oberstein wieder für einen Einsatz reicht, wird man sehen“, sagt Paulus.
Auch Prokopchuk mit Leistenproblemen
Die Rückkehr von Büchler, im Dezember an der Leiste operiert, verzögert sich dagegen weiter. Eliakim Kukanda muss wegen eines, so Paulus, „leichten Muskelfaserrisses im Leistenbereich“ zumindest noch beim Diefflen-Spiel zuschauen. Fraglich ist zudem Stürmer Oskar Prokopchuk, der ebenfalls Leistenprobleme hat. Am Samstag fehlen außerdem weiter Manuel Grünnagel und Kapitän Yannick Grieß, der nach seinem Textil-Notbremsen-Rot am vergangenen Samstag für eine Partie gesperrt wurde (plus ein weiteres Spiel auf Bewährung).
„Ganz egal, welche Elf wir auf dem Platz haben: Wir schaffen es trotzdem irgendwie, unsere Spiele zu gewinnen“, merkt Gutmann an. Zuletzt gelangen drei knappe Siege in Folge (4:3 gegen Karbach und 2:1 gegen Cosmos Koblenz in der Oberliga, 3:2 im Verbandspokal-Halbfinale in Kandel). Gutmann, seit der D-Jugend beim FKP, war da – natürlich – stets vor Ort: „In der Regel sind alle verletzten Spieler bei den Spielen dabei.“
Derzeit keine Fahrgemeinschaft
Dass er diese Woche seinen Vertrag im Gegensatz zu Teamkollege Michael Müller, der bis Juni 2028 unterschrieb, nur um ein Jahr verlängerte, begründet Gutmann damit, dass er nicht wisse, wie es für ihn beruflich nach dem angestrebten Bachelor im Gesundheitsmanagement weitergeht. Schade findet er, dass er aktuell keine Fahrgemeinschaft nach Pirmasens hat: „Vorher habe ich mich in Landstuhl mit Michael Müller und Thomas Selensky getroffen, aber beide sind umgezogen, und allein zu fahren, das ist nicht so lustig.“ Er geht aber davon aus, bald eine neue Fahrgemeinschaft mit den Noch-A-Junioren des FKP aus dem Kreis Kusel, Marvin Schick und Valentin Lerner, bilden zu können.
Zunächst einmal steht die Partie beim Tabellenvorletzten im Dillinger Stadtteil Diefflen im Fokus. Auf dem Babelsberg-Kunstrasen sei es „immer schwer“, betont FKP-Trainer Paulus und verweist auf das jüngste Heimspiel der Saarländer gegen den Tabellenführer, den 1. FC Kaiserslautern II, in dem es bis zur 67. Minute 2:2 stand. Die Mannschaft seines seit 2011 amtierenden Trainerkollegen Thomas Hofer hat zwar viermal in Folge verloren, ist aber mit 23 Punkten aus 24 Punkten noch nicht abgeschlagen. Und Diefflen hat in den Routiniers Fabian Poß (bisher zehn Saisontreffer) und Chris-Peter Haase (9) zwei Männer, die wissen, wo des Gegners Tor steht. Paulus: „Wir dürfen sie zu nichts einladen. Gegen Karbach haben wir bei den Gegentoren teils nicht gut ausgesehen.“
Am Gründonnerstag nahm der FKP Innenverteidiger Bastian Görtler für die kommende Saison unter Vertrag. Der 20-Jährige spielt aktuell für die zweite Mannschaft des Zweitligisten Darmstadt 98 in der Hessenliga und wurde zuvor bei Mainz 05 ausgebildet. In seiner Vita stehen je zwei Einsätze in der Uefa-Youth-League und in der deutschen U16-Nationalmannschaft. „Er kann auch rechts verteidigen oder auf der Sechs spielen. Von seiner Mentalität her passt er gut in unsere Gruppe“, sagte Paulus. Er kennt Görtler aus seiner Zeit als Trainer in der Junioren-Bundesliga.