Handball
Fast Meister, aber nur gedämpfte Freude beim TV Thaleischweiler
Am Samstagabend wäre der TV Thaleischweiler Meister der Handball-Bezirksliga, wenn er bei Verfolger TuS Heiligenstein II ein besseres Ergebnis als eine Sieben-Tore-Niederlage erzielt. Doch die Freude über den Titel wäre bei den „Skorpionen“ mal wieder gedämpft.
Beim TVT sehen sich einige Spieler in der gleichen Situation wie vor zwei Jahren, als sie Verbandsligameister wurden, damit aber auch in die damalige Pfalzliga mussten – eine Verpflichtung, der sie nicht nachkommen wollten. Die Begründung war die dort zu hohe sportliche Anforderung für Thaleischweilers alternde Mannschaft, die sich dem nicht gewachsen sah. Der Verband forderte laut Regelwerk den Aufstieg – oder bei Verzicht den Abstieg in die unterste Klasse, den der TVT als das kleinere Übel wählte.
Fast zwei Jahre ohne Punktverlust
In der Bezirksklasse wurde der Titel 2024/25 verlustpunktfrei eingeheimst. Es folgte der Aufstieg in die Bezirksliga, die Thaleischweiler zwei Spieltage vor Schluss mit vier Zählern Vorsprung verlustpunktfrei anführt. Der Aufstieg in die Bezirksoberliga, aus der der TV Dahn in dieser Runde absteigt, war eigentlich vorgesehen. Vor zwei Jahren fühlte sich der TVT in der darüber angesiedelten Verbandsliga so wohl, dass er unbedingt dort weiterspielen wollte. Doch die Lage habe sich verändert, wie Abteilungsleiter Maximilian Huber erklärt.
„Durch die Neuordnung der Ligen hat sich auch deren Leistungsniveau stark verändert“, sagt der mitspielende Huber. Er bezieht sich auf die Verschmelzung des Pfälzer Handballverbands mit dem aus Rheinhessen, durch die seit dieser Saison eine eingleisige Oberliga eingeführt wurde; ab der kommenden Runde folgt eine eingleisige Verbandsliga. Dies führte zu verschärften Abstiegen, aktuell in den noch zweigleisigen Verbandsligen, die zu dieser Runde auch heftig Zuwachs aus der damaligen Pfalzliga bekam. Die Folge laut Huber: „Steigen wir auf, müssen wir quasi in einer Verbandsliga spielen, weil rund die Hälfte der Mannschaften der neuen Bezirksoberliga aus dieser kommt. Wir müssten leistungsmäßig eine Klasse überspringen, wenn wir Meister werden.“
Körperliche Probleme
Inzwischen sehe man sich beim TVT nicht mehr in der Lage, auf diesem Bezirksoberliga-Niveau zu spielen. Er begründet das einmal mehr mit der alternden Mannschaft, in der einige Spieler mit körperlichen Problemen zu kämpfen hätten, andere aufhören wollten oder nur nach Lust und Laune mitspielen wollten. „Es macht so keinen Sinn. Wir spielen ja nur wegen des Spaßes. Und wenn man nach den Spielen oder schon im Spiel Schmerzen hat oder immer mit 30 Toren Differenz verliert, dann ist auch kein Spaß mehr dabei.“
Torwart Daniel Scherer, der inzwischen auch als Feldspieler durchaus treffsicher agiert, sei nur bei der Hälfte der Spiele dabei, Marco Fasco wolle seine Torwartlaufbahn beenden, ebenso Jens Schweizer seine Karriere im Rückraum. Andreas Eger könne wegen Schulterproblemen maximal zehn Minuten spielen, der zuletzt wieder mitwirkende Sven Buchheit habe auch solche Probleme. Die Oldies Marcin Waryas und Björn Stoll sind nur selten dabei.
Junge Spieler gesucht
Obwohl im Sommer drei junge Spieler, Louis Moser, Noah Weiß und Ivan Nagel, zum Team stießen, mit Luis Henkel auch ein junger Torwart zur Mannschaft gehört, und im Saisonverlauf weitere neue Namen auf den Spielberichtsbögen erschienen, sagt Huber: „Wenn nicht noch irgendwoher zwei weitere Nachwuchsspieler kommen, macht die Bezirksoberliga aus der Sicht einiger im Team für uns keinen Sinn.“ Er hofft auf Rückkehrer aus Dansenberg. Gespräche seien aber noch keine geführt worden: „Die letzten Jahre ohne eigene B- und A-Jugend tun jetzt richtig weh.“
Da die Meisterschaft wohl nicht mehr zu verhindern ist (auch Heiligenstein II soll nicht aufstiegswillig sein), Huber es zudem mit seinem Sportlerherz nicht vereinbaren kann, Spiele absichtlich zu verlieren, um dieser Bredouille zu entgehen, stellt sich am Ende der Runde wohl wieder die Frage: Als Meister in die Bezirksoberliga aufrücken oder in die Bezirksklasse, die nach einem Jahr Pause zur neuen Runde wieder ins Tableau rückt, absteigen? Dies müsse die Mannschaft entscheiden, sagt Huber. Für das Spiel am Samstag ab 18 Uhr in der Rhein-Pfalz-Halle in Heiligenstein stehe nur ein Rumpfkader bereit.
AUSSERDEM SPIELEN
- Männer-Verbandsliga: HSG Dudenhofen/Schifferstadt II - TS Rodalben (Sonntag, 18 Uhr, Ganerbhalle Dudenhofen)
- Männer-Bezirksoberliga: HSG Landau/Land II - TV Dahn (Sonntag, 14 Uhr, Löwensteinhalle Albersweiler)
- Frauen-Verbandsliga: TSV Kandel - TS Rodalben (Samstag, 17.30 Uhr, IGS-Halle)
- Frauen-Bezirksoberliga: HSG Lingenfeld/Schwegenheim II - TV Dahn (Sonntag, 14 Uhr, Goldberghalle Lingenfeld).
mame