Pirmasens Ersatzcoach Matheis erfüllt die Vorgabe

Rodalben. „Betreff: Sieg!“ Empfänger der am Samstagabend von Abteilungsleiter Romy Hirtle noch in der Halle per Smartphone geschriebenen E-Mail war der urlaubende Trainer Werner Ulbrich. Kurz zuvor hatten die Handballer der TS Rodalben den Rivalen um den dritten Pfalzliga-Platz, die SG Albersweiler/ Ranschbach, auch im zweiten Match zur Freude der feiernden Fans besiegt. Dieses Mal mit 34:27 (15:14). „Fa uns“, wie der kernige Hallensprecher Claus Schäfer bei jeder TSR-Führung ins Mikrofon johlte.

„Werner hat mir nur eine Vorgabe gemacht: gewinnen“, erzählte der strahlende Ersatzcoach Johannes Matheis. Der vom Verletzungspech verfolgte Gymnasiallehrer, der für Ulbrich und den ebenfalls verhinderten Co-Trainer Hubert Hubele in die Bresche sprang, hatte sich den Team-Trainingsanzug mit seiner Nummer 10 übergestreift. „Jetzt geht’s wieder zurück als Trainer zu den Jugendmannschaften“, sagte der bescheidene B-Trainerschein-Inhaber nach seiner erfolgreichen Kurzmission. Spieler des Spiels war Fabian Hauck. Der Kreisläufer markierte bei zehn Versuchen neun Treffer, zeigte sich am Kreis unheimlich beweglich und stand immer dort, wo die drei Baumgart-Brüder den Ball hinspielten. Fünf seiner neun „Buden“ markierte Hauck vor der Pause, darunter mit dem 7:6 die erste TSR-Führung überhaupt. „Hauptsache, einer in der Familie trifft“, sagte der lachende „Fabi“ in Anbetracht der erneuten Abschlussschwäche seines Bruders Kevin. Der versiebte vier freie Dinger, markierte dafür aber per Kempa-Trick zum 30:22 das schönste Tor des aufregenden Handball-Abends. Wobei die Aufregung dabei auf Seiten der Gäste lag, die sich durch ständiges Meckern nach der Pause selbst aus dem Konzept brachten. Die südpfälzische Spielgemeinschaft disqualifizierte sich nach drei Zeitstrafen (38:27 Minuten, 38:43, 40:57) selbst. Aus Verärgerung darüber beorderten die Mannschaftsverantwortlichen Joachim Held und Jürgen Lied zwei weitere Akteure freiwillig vom Parkett, so dass die TSR in dieser Phase nur noch gegen zwei Feldspieler und den Torwart agieren musste. Was für eine Unsportlichkeit, die ein Nachspiel haben sollte! Die Rodalber wurden ob der Überzahl kurzzeitig leichtsinnig, fingen sich in 6:4-Überzahl gar einen Gegentreffer zum 21:17 ein, ehe sie sich kurze Zeit später wieder berappelten und einen lockeren Sieg einfuhren. Danach hatte es in der ersten Halbzeit nicht wirklich ausgesehen. Denn der TSR-Mittelabwehrblock und die Torhüter Norman Dentzer und Pascal Glöckner – beide hielten zumindest je einen Strafwurf – fanden kein Rezept gegen den wurfgewaltigen Rückraum der Gäste mit Lukas Gerstle (elf Treffer) Alexander Igbinedion (6) und Florian Gerstle (6), die 23 der 27 Albersweilerer Tore erzielten. Erst als der zunächst in der Abwehr geschonte, dann aber insbesondere gegen Gerstle sehr offensiv agierende Lukas Baumgart dem Rückraumtrio klasse Einhalt bot, wurde es besser. Neben Fabian Hauck sorgte auch Rechtsaußen Jörn Poß dafür, dass die TSR zur Pause führte. Stark, wie der Linkshänder (nur ein Fehlversuch) von seiner Seite aus einschwebte und dem Gästekeeper sechsmal keine Chance ließ. Prima auch die Kurzauftritte von Nachwuchsspieler Hendrik Matheis sowie Florian Bold und Hendrik Weishaar, die allesamt zu Torerfolgen kamen.

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