Fußball
Ein sowjetischer Meister kommt nach Pirmasens
Der nächste Gegner des FK Pirmasens hat diese Woche in der Fußball-Oberliga für Aufsehen gesorgt. Der FC Cosmos Koblenz, der am Sonntag um 14 Uhr im Framas-Stadion anzutreten hat, vollzog nach nur zwei Punktspielen unter Coach Manuel Moral Fuster schon wieder einen Trainerwechsel. Geschäftsführer Admir Softic und der ehemalige Erst- und Zweitligaprofi Peter Neustädter übernahmen nach den Niederlagen gegen die Aufstiegsanwärter 1. FC Kaiserslautern II (2:3) und FC Emmelshausen-Karbach (0:5) die „Kosmonauten“, die in der Hinrunde Spitzenreiter Kaiserslautern und den auf Rang zwei liegenden FKP schlugen, aktuell aber nur drei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsrang haben.
Neustädter hat im Fußball einiges erlebt. Geboren 1966 im kirgisischen Karabalta, war er 1988 mit Dnjepr Dnjepropetrowsk sowjetischer Meister vor Dynamo Kiew und vier Jahre später russischer Vizemeister mit Spartak Wladikawkas. 1992 kam er nach Deutschland, spielte erst für den Karlsruher SC in der Bundesliga und dann – nach einer Saison in Chemnitz – neun Jahre lang in der Zweiten Bundesliga für Mainz 05, wo der spätere Dortmund- und Liverpool-Coach Jürgen Klopp zunächst sein Teamkollege, dann sein Trainer war.
Erfolge in Mainz
Er wurde Co-Spielertrainer, dann Trainer der zweiten Mannschaft der Nullfünfer, mit der er dreimal Verbandspokalsieger wurde und den Aufstieg in die Regionalliga West packte – das Verbandspokalfinale 2006 in Alzey gegen den FK Pirmasens verlor sein Team allerdings mit 1:2; zum FKP-Kader gehörte damals der heutige Pirmasenser Cheftrainer Daniel Paulus.
2010 endete Neustädters Zeit in Mainz. Fortan war er Trainer der TuS Koblenz (und damit auch seines jetzigen Trainerpartners Softic) sowie der U17 des SV Wehen Wiesbaden und des 1. FC Kaiserslautern (als Nachfolger von Daniel Paulus). Als Nachwuchs-Sportdirektor arbeitete der heute 60-Jährige bei Ravan Baku FK in Aserbaidschan und beim FK Qairat Almaty in Kasachstan, für dessen Nationalteam er einst drei A-Länderspiele machte.
Massage, Eistonne, Sauna
Nun trifft er also mal wieder auf den FK Pirmasens, der am Mittwochabend unter Cosmos-Beobachtung ein kräftezehrendes Verbandspokal-Halbfinalspiel in Kandel mit 3:2 gewann. „Massage, Eistonne, Sauna“ – so fasst FKP-Coach Paulus das Regenerationsprogramm am Donnerstag auf der Husterhöhe zusammen. Er zeigt sich zuversichtlich, nach zwei Niederlagen in den ersten zwei Punktspielen nach der Winterpause gegen die beiden anderen Koblenzer Oberligisten, TuS und Rot-Weiß, gegen Cosmos dreifach zu punkten. Mit dem 1:1 im Spitzenspiel auf dem Betzenberg gegen den FCK II und dem Einzug ins Pokalfinale sei sein Team „wieder in der Erfolgsspur“.
Paulus hofft, dass Mittelfeld-Stratege Thomas Selensky, der krankheitsbedingt kurzfristig fürs Pokalspiel ausgefallen war, am Sonntag wieder fit sein wird. Ob der in Kandel aufgrund von muskulären Problemen ausgewechselte Angreifer Dennis Krob eingesetzt werden kann, entscheidet sich erst beim Training am Samstag. Gut möglich, dass angesichts der Ausfälle erneut die A-Junioren Marvin Schick, Oleksandr Formaniuk und Valentin Lerner zum Aufgebot zählen. Schick und Lerner stehen schon für die nächste Saison unter Vertrag, dem Ukrainer Formaniuk liegt ein Angebot vor.