Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Die Zwischenbilanzen der Landesligisten aus dem Raum Pirmasens

Marius Schäfer, der hier im Derby gegen Hauenstein die Grätsche gegen Niklas Kupper ausfährt, wird dem SV Hinterweidenthal in de
Marius Schäfer, der hier im Derby gegen Hauenstein die Grätsche gegen Niklas Kupper ausfährt, wird dem SV Hinterweidenthal in der Rückserie fehlen. Der Stürmer, der bislang achtmal getroffen hat, hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen.

Die Landesliga West macht Winterpause. Die fünf Teams aus der Region Pirmasens haben die Vorrunde mit unterschiedlichem Erfolg abgeschlossen. Die Sportfreunde Bundenthal und der SC Hauenstein können im direkten Duell im neuen Jahr noch etwas an ihrer Bilanz feilen, in Hinterweidenthal fehlt ein Stürmer, in Weselberg sind Ausnahmekönner am Werk, in Rieschweiler soll Trainer Nummer vier die Rettung schaffen.

Am besten im Rennen liegen die Sportfreunde Bundenthal. Mit einem Sieg im Nachholspiel beim SC Hauenstein im neuen Jahr könnte Bundenthal sogar noch an Neuling TuS Hackenheim vorbei auf den zweiten Platz springen. Mit 33 Punkten wären die Sportfreunde dann erster Verfolger von Spitzenreiter Eintracht Bad Kreuznach (37 Zähler). „Wenn mir das jemand vor der Saison in Aussicht gestellt hätte, hätte ich das sofort unterschrieben“, sagt Bundenthals Trainer Sebastian Reinert.

Der Start in die Saison war eher zäh. Nach dem 4:2-Auftakterfolg gegen Hauenstein folgten, inklusive Verbandspokal, zunächst vier Niederlagen am Stück. Doch dann legte die Elf von Reinert den Schalter um. In den folgenden elf Spielen siegte Bundenthal neunmal, davon siebenmal in Serie. Bei den Spitzenmannschaften Kreuznach und Hackenheim gab es Auswärtserfolge für Bundenthal. „Der Erfolg ist umso beachtlicher, da wir mit enormen Widrigkeiten zu kämpfen hatten. Etliche Spieler fehlten immer wieder verletzt oder wegen Urlaub“, blickt Reinert zurück. Trotzdem sei das Team fast immer bis an die Leistungsgrenze gegangen. „Respekt an die Truppe“, lobt der Trainer.

Alle Topteams daheim

In der Rückrunde empfängt Bundenthal die Mitfavoriten auf den Aufstieg, also Kreuznach, Hackenheim und Rodenbach, allesamt zu Hause. Trotzdem will Reinert „die Kirche im Dorf lassen“. Grundsätzlich sei es für die Spieler angenehmer vorne mitzuspielen, als im Niemandsland der Tabelle zu stehen. „Wir müssen zusehen, dass wir nach der Winterpause gut aus den Startlöchern kommen. Dann schauen wir, was am Ende rauskommt“, so Reinert. Mit Dennis Brödel vom SC Hauenstein hat Bundenthal bereits einen Winterneuzugang klargemacht. Mit weiteren Spielern sei der Verein in guten Gesprächen.

Auf Rang sechs lauert der Sportclub Hauenstein (27 Punkte). Mit einem Erfolg im Nachholspiel gegen Bundenthal könnte die Mannschaft um die beiden Spielertrainer Niklas Kupper und Philipp Weishaar, die den Sportclub auch in der kommenden Saison betreuen werden, mit den Sportfreunden punktemäßig gleichziehen und wäre dann auch ein Anwärter für mindestens Platz zwei. „In der Landesliga geht es sehr eng zu. Zwischen den Plätzen zwei und zehn kann viel passieren. Wir haben keine Ambitionen auf einen der ersten beiden Plätze“, führt Hauensteins Vorstand Udo Memmer aus. Allerdings wolle man seine gute Position behaupten. Und Memmer sagt auch: „Wir sind nicht weit weg und haben noch das Nachholspiel. So gesehen kann alles passieren.“ Nach der Winterpause werden die beiden „Kreuzbandpatienten“ Weishaar und Torwart Kevin Jung zurückerwartet. Allerdings erwies sich der junge Hendrik Gräfe, wie bereits in der abgelaufenen Saison, als vollwertiger Ersatz auf der Torwartposition. Erst 18 Gegentore musste Gräfe zulassen. Nur die SG Kirn kassierte weniger Gegentreffer. „Hendrik hat sich toll entwickelt und eine sehr gute Vorrunde gespielt“, bestätigt Memmer. Neuzugänge werde es in der Winterpause keine geben. Wir sind mit unserer jungen Mannschaft bisher sehr zufrieden und es herrscht ein gesunder Konkurrenzkampf“, so Memmer.

Trainingsbeteiligung ein Problem

Nach der Vorrunde belegt Liga-Neuling SC Weselberg mit 27 Punkten den achten Tabellenplatz. Zu Saisonbeginn sah es allerdings gar nicht gut aus für die Elf von Trainer Felix Assel. Zwar gelang im ersten Saisonspiel ein 5:2-Erfolg gegen die SG Rieschweiler. Doch danach folgten fünf Partien ohne Sieg (vier Niederlagen und ein Remis) mit insgesamt 21 Gegentoren. „Mit der Punktausbeute sind wir sehr zufrieden. Nach schlechtem Beginn haben wir gut aufgeholt“, erklärte Assel. Zwischendurch gelangen fünf Siege in Serie. Trotzdem bemängelte der Trainer immer wieder mal Einstellungsprobleme. „Das sieht man an der Trainingsbeteiligung“, monierte Assel. Man könne sich nicht immer darauf verlassen, dass die Ausnahmespieler im Team die Partien zugunsten der Weselberger entscheiden. Einer dieser Ausnahmekönner ist Kevin Büchler. Mit ihm (zwölf Tore) stellt Weselberg den aktuell zweitbesten Torschützen der Liga.

Für die kommende Saison hat Weselberg bereits einen neuen Coach verpflichtet. Assel scheidet auf eigenen Wunsch zum Saisonende aus, lässt seinen Spielerpass aber vorerst in Weselberg. Dann übernimmt Denis Jung, der sechs Jahre sehr erfolgreich beim Ligarivalen SV Hinterweidenthal tätig war und seit dieser Spielzeit eine Fußballpause einlegte. „Ich brauche noch Zeit. Vielleicht reicht es in der Rückrunde noch zum einen oder anderen Kurzeinsatz“, sagt Assel, der noch die Folgen eines Kreuzbandrisses auskuriert. Für die Rückrunde wünscht sich Assel eine anständige Vorbereitung, damit alle Spieler topfit aus der Winterpause kommen. Der SCW startet mit drei Heimspielen, allerdings gegen die namhaften Gegner Hüffelsheim, Hauenstein und Rodenbach. Die Weselberger haben aber in der gesamten vergangenen Saison und im bisherigen Rundenverlauf kein Heimspiel verloren. Trotzdem warnt der Coach: „Jedem sollte bewusst sein, dass 27 Punkte sehr wahrscheinlich nicht zum Klassenerhalt reichen werden.“

Verletzte Leistungsträger

Denis Jungs früherer Verein SV Hinterweidenthal rangiert nach der Vorrunde mit 21 Punkten auf Platz elf. Jungs ehemaliger Co-Trainer Daniel Tretter ist seit dieser Saison hauptverantwortlicher Spielertrainer. Co-Spielertrainer ist der Oberliga-erfahrene Christian Singer. Mit dem früheren SVH-Spieler Hans Friedrich Düpre dirigiert ein weiter Co-Trainer an der Seitenlinie. „Wir waren in jedem Spiel ebenbürtig. Wenn wir verloren haben, war das immer knapp. Ein paar Punkte mehr wären aus meiner Sicht durchaus verdient gewesen“, sagt Spielertrainer Tretter.

Negativ bemerkbar hat sich der Ausfall von mehreren Leistungsträgern gemacht. Kapitän Kim-Dan Schenk, Fabian Zwick und Robin Tretter konnten mehrere Wochen nicht mitwirken. Zu allem Überfluss zog sich Angreifer Marius Schäfer beim 2:1-Erfolg am 5. November in Meisenheim einen Kreuzbandriss zu. „Marius war super in Form, hat bereits acht Tore erzielt und etliche vorbereitet. Diesen Ausfall können wir kaum kompensieren“, bedauert Tretter. Vereinsführung und Mannschaft sind mit der Arbeit des Trainer-Trios sehr zufrieden. Demzufolge hat der Verein das Engagement der drei um eine weitere Saison verlängert. „Die aktuelle Punkteausbeute reicht noch nicht. Aber wir sind guter Dinge, dass wir die nötigen Zähler für den Klassenerhalt holen werden“, so Tretter.

Vier Trainer, 72 Gegentore

Für Verbandsliga-Absteiger SG Rieschweiler kam es in der bisherigen Saison knüppeldick. Mit nur neun Punkten liegt die SG nach der Vorrunde auf dem drittletzten Platz und droht durchgereicht zu werden. Zudem musste Rieschweiler bereits unglaubliche 72 Gegentreffer hinnehmen. Mit dem früheren SG-Spieler und -Trainer Björn Hüther verpflichtete Rieschweiler in der Winterpause bereits den vierten Trainer. Coach Patrick Hildebrandt warf bereits vor dem ersten Punktspiel, nach dem Verbandspokal-Aus beim A-Ligisten FK Petersberg, das Handtuch. Im ersten Spiel in Weselberg coachte Daniel Preuß das Team. Es folgte Marcus Eiser, der zudem noch die A-Jugend des Vereins betreut, und nun wieder seinen Platz für Hüther räumt. „Es war klar, dass die Konstellation mit der Mehrfach-Funktion von Marcus Eiser nicht ewig gehen wird und dass wir reagieren, wenn wir die Möglichkeit dazu haben“, erläutert Rieschweilers Vorstand für Finanzen, Tobias Weis.

Vor der Saison hätten einige Leistungsträger den Verein verlassen, die nicht adäquat ersetzt werden konnten. „Wir hatten keinen Kader, der in der Landesliga bestehen kann. Da waren wir nicht konkurrenzfähig“, räumt Weis ein. Das habe sich zuletzt aber gebessert. Immer häufiger sei die Mannschaft auf Augenhöhe mit dem jeweiligen Gegner gewesen. Natürlich fehle bisweilen die Cleverness. Im letzten Spiel des Jahres gelang ein 3:0-Erfolg gegen den SC Weselberg. „Das war ja nicht irgendein Gegner. Die haben 18 Punkte mehr als wir. Das Potenzial ist da. Wir müssen es nur auf den Platz bringen“, erklärt Weis. Ob es noch Neuzugänge gebe, müsse man abwarten. Das gestalte sich im Winter immer schwierig.

Neun Punkte Rückstand

Der Rückstand zum Fünftletzten, dem VfR Kaiserslautern, beträgt neun Punkte. „Der Rückstand ist groß. Aber wir geben keinesfalls auf. Im ersten Spiel nach der Winterpause müssen wir gleich beim VfR antreten. Das ist natürlich schon ein Schlüsselspiel“, so Weis.

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