Pirmasens
Die Hintergründe: Das Insolvenzverfahren der DaRa Event GmbH
Daniel Schneider und Raphael Wagenblatt haben nicht nur die GmbH gegründet, deren Namen sich aus den Vornamen der beiden Gesellschafter ableitet, sondern auch gerne das Licht der Öffentlichkeit gesucht. Im April trennten sich die beiden ehemaligen Partner. Schneider führt die DaRa-Geschäfte seitdem alleine weiter. Wagenblatt betreibt mit seiner Stargate-Agentur das Biosphärenhaus in Fischbach und das Quasimodo.
Bei der DaRa Event GmbH hat jetzt ein Jurist aus Kusel das Sagen. Das Pirmasenser Amtsgericht hat den Anwalt Jürgen Roth zum Insolvenzverwalter bestellt. Er malt ein drastisches Bild der Lage der 2019 gegründeten Firma. „Der Geschäftsbetrieb war die ganze Zeit defizitär.“ Schon im ersten Jahr habe die GmbH 90.000 Euro Verlust gemacht. 2021 in ähnlicher Höhe.
Antrag zu spät gestellt?
Roth sieht nicht mal ansatzweise eine Chance, den Geschäftsbetrieb fortzuführen. Damit es zu einem Insolvenzverfahren kommen kann, muss unter anderem geklärt werden, ob die Kosten des Verfahrens gedeckt sind. Roth geht davon aus. Allerdings nicht wegen der hohen Vermögenswerte der DaRa Event GmbH, sondern weil Wagenblatt und Schneider dem Unternehmen viel Geld schuldeten. Laut Roth haben sie den Insolvenzantrag zu spät gestellt und sind nun in der Pflicht gegenüber der insolventen Gesellschaft.
Der Insolvenzantrag hätte nach Überzeugung Roths bereits im März 2021 gestellt werden müssen. Zu diesem Zeitpunkt war die DaRa Event GmbH seiner Sicht nach bilanziell überschuldet. Der Fehlbetrag habe zu diesem Zeitpunkt 170.000 Euro betragen. Schon damals, mitten in der Corona-Krise, habe es keine positive Prognose für die Eventagentur mehr gegeben.
Umsatz verdoppeln?
Wagenblatt habe ihm dazu gesagt, dass man geplant habe, den Umsatz zu verdoppeln, um das Defizit auszugleichen. Angesichts des Lockdowns und der schwierigen Situation für Veranstaltungsagenturen in der Corona-Zeit sagt Roth: „Davon ist nichts zu halten.“
Definitiv zahlungsunfähig sei die DaRa Event GmbH am 1. Januar 2022 gewesen. Das Unternehmen hatte zu dem Zeitpunkt laut dem Insolvenzspezialisten 14.000 Euro verfügbare Mittel und sah sich mit einer Forderung von 25.000 Euro konfrontiert, die es nicht bedienen konnte. Im Geschäftsjahr 2022 seien weitere 250.000 Euro an Verbindlichkeiten dazu gekommen. „Die haben die Reißleine nicht gezogen und ein totes Pferd weiter geritten“, sagt Roth in Richtung von Schneider und Wagenblatt.
Der Kuseler Jurist unterscheidet dabei jedoch zwischen den beiden ehemaligen Geschäftspartnern. Schneider habe letztlich den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt und sei sehr kooperativ. Er sei schon vier oder fünf Mal nach Kusel in die Kanzlei von Roth gekommen, um dort über die Sache zu sprechen und zur Aufklärung beizutragen. Wagenblatt habe ihm hingegen mitgeteilt, dass er nur mit seinem Straf- und Zivilverteidiger zu Roth kommen wolle, erzählt der Jurist. Das spreche Bände.
Finanzielle Forderungen drohen
Der Insolvenzverwalter sucht nun den Kontakt zu Gläubigern und ehemaligen Mitarbeitern der DaRa Event GmbH. Sollte sich Roths Sichtweise durchsetzen, könnten auf Wagenblatt und Schneider finanzielle Forderungen zukommen. Das könnte ihr Vermögen sowie ihr pfändbares Einkommen betreffen.
Neben diesem Aspekt könnte es aber auch zu strafrechtlichen Folgen kommen. Sollte sich die Staatsanwaltschaft des Falls annehmen, würde sie laut Roth unter anderem prüfen, ob und wenn ja, wie viel zu spät der Insolvenzantrag gestellt wurde. Außerdem müsste der Schaden beziffert werden, der den Gläubigern entstanden ist und inwiefern Wagenblatt und Schneider dazu beitragen, den Schaden wieder gut zu machen.
Weiteres Insolvenzverfahren?
Die beiden ehemaligen Partner haben neben der DaRa Event GmbH auch die DaRa Innovations GmbH miteinander betrieben. Auch hier wurde laut Roth die Insolvenz beantragt. Derzeit prüfe er, ob es zu einem weiteren Insolvenzverfahren komme.
Raphael Wagenblatt widerspricht Roth. Er habe dem Insolvenzverwalter vollste Kooperation zugesichert: „Ich werde ihm alle Fragen beantworten.“ Unabhängig davon sei er selbst einer der Hauptgläubiger der DaRa Event GmbH. Er habe noch „eine mittlere sechsstellige“ Summe von seinem Ex-Unternehmen zu bekommen. Geld, das er aus seinem privaten Vermögen in die Firma gesteckt habe.