Pirmasens Die Fototage locken an drei Orte in der Stadt

Norbert Rosing ist mit mehreren Eisbären dabei.
Norbert Rosing ist mit mehreren Eisbären dabei.

Wenn am 21. November die 8. Fototage eröffnet werden, ist vieles anders. Eines bleibt: Es werden viele hochkarätige Fotografen kommen. Norbert Rosing eröffnet die Fototage.

2008 wurden die Fototage als Initiative des Pirmasenser Fotografen Harald Kröher aus der Taufe gehoben. Jedes Mal wurde die Veranstaltung größer – bis zuletzt über 1200 Fotos an fast einem dutzend Örtlichkeiten zu sehen waren. Jetzt haben die Fototage deutlich abgespeckt. Es sind nur noch drei Orte. Die Zentrale ist in der Alten Post. Weitere Ausstellungen sind in der Kundenhalle der VR-Bank und im Erdgeschoss des Krankenhauses zu sehen. Der neue Kurator der Fototage, Kai Rogler, wird in der VR-Bank eigene Bilder zeigen.

Der neue Kurator der Pirmasenser Fototage, Kai Rogler, in der Ausstellung mit Fotos von Anja Niedringhaus.
Der neue Kurator der Pirmasenser Fototage, Kai Rogler, in der Ausstellung mit Fotos von Anja Niedringhaus.

Einen roten Faden haben die Fototage nicht. Den Schwerpunkt wollte Rogler auf Dokumentations- und Reportagefotografie legen. Ihm sei der richtige Mix wichtig, um möglichst viele Besucher anzusprechen, womit Rogler mehr oder weniger die alte Leitlinie seines Vorgängers Kröher fortsetzt. Der wesentliche Unterschied wird die Abwesenheit von Fashion- und Aktfotografie sein. Naturaufnahmen, Kriegsfotos und Künstliche Intelligenz dominieren die Fototage Kompakt 2025.

Anja Niedringhaus

In der Alten Post finden sich die zwei Hauptausstellungen mit Fotos der als „Bilderkriegerin“ bezeichneten Pulitzer-Preisträgerin Anja Niedringhaus und des Naturfotografen Norbert Rosing. Die 2014 bei einem Attentat in Kabul ermordete Niedringhaus hatte es für ihre Fotoreportagen immer wieder an Krisenherde der Welt gezogen. In der Ausstellung sind Aufnahmen von ihr aus Irak, Afghanistan und dem Balkan zu sehen.

Ara in Amazonien
Ara in Amazonien

In Afghanistan selbst war sie längere Zeit, entsprechend viele Aufnahmen aus dem Land, wie sie sonst nie zu sehen sind, finden sich in der Ausstellung. Niedringhaus hatte sich selbst allerdings nie als Kriegsfotografin gesehen. In der Ausstellung sind deshalb auch Aufnahmen aus dem Sportbereich von einer Olympiade und aus Wimbledon zu finden, womit sich ein seltsamer Mix aus Serena Williams, spielenden Kindern in Kabul und Senioren in Bosnien in einem zerschossenen Bus ergibt.

Norbert Rosing

Im zweiten Saal der Alten Post hat sich die Fotografie von Rosing ausgebreitet. Der ist regelmäßig zwischen der Arktis, heißen Gegenden der USA und tropischen Wäldern unterwegs. 45 Aufnahmen von Bergen auf Spitzbergen, Eisbären mit ihren Familien in freier Wildbahn und mythischen Wäldern sind hier zu sehen. Die Pflanze Klematis habe es Norbert Rosing besonders angetan. Entsprechend viele Aufnahmen zeigen die Schlingpflanze.

Eröffnet werden die Fototage am Freitag, 21. November, 19 Uhr in der Alten Post mit einer Multivisionsschau von Norbert Rosing, die den Titel „Eiswelten, 30 Jahre polare Welten“ trägt. Das ist die einzige Veranstaltung, die kostenfrei ist.

Workshops

Am Samstag, 22. November, geht es mit Workshops weiter. von 10 bis 17.30 Uhr können sich die Teilnehmer über 360-Grad-Fotos oder Weitwinkel und Teleobjektive informieren. André Staub und Daniel Spohn sind die Referenten. Fünf Multivisionsshows gibt es von 10.30 Uhr ab in der Alten Post. Die Referenten entführen hier von der Südwestpfalz über Kuba bis Kanada, die Mongolei und letztlich auch die Enden der Welt. Die Reise zu den Enden der Welt wird beispielsweise von Michael Runkel angeboten, der laut Rogler der meist gereiste Mensch der Welt sein soll, so viel war er schon rund um den Planeten unterwegs. Höhepunkt wird die Schau „Terra“ von Michael Martin sein, der bereits zu Kröhers Zeiten für volle Säle bei den Fototagen sorgte.

Island von oben
Island von oben

Am Sonntag, 22. November, gibt es zwei Workshops zu Schwarzweiß-Fotografie und Reportagefotos vor der eigenen Haustür. Multivisionsshows lassen die Besucher nach Neuseeland, in Naturparadiese Europas und nach Island reisen. Ein besonderer Höhepunkt wird der Vortrag mit Diskussion mit dem Titel „Rivalen, Fotografie versus Promptografie“ sein. Referent ist der aus Pirmasens stammende Künstler Boris Eldagsen, der seit 2024 weltweit als Experte für Künstliche Intelligenz und ihre Anwendung in der Fotografie gilt.

Der frühere Kurator und Initiator der Fototage, Harald Kröher, ist übrigens nicht vor Ort, weil er wegen eines Workshops im Ausland weilt. Er wird aber per Video zur Eröffnung dazugeschaltet, wie Kulturdezernent Denis Clauer schon mal verraten hat.

Info

Forum Alte Post, Poststraße 2, bis 30. November, Mittwoch bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr, es kostet Eintritt.

VR-Bank, Alleestraße 2, Montag bis Mittwoch, 8.15 bis 12.15 Uhr und 13.30 bis 17 Uhr, Donnerstag, bis 18 Uhr, Freitag 8.15 bis 13 Uhr, Eintritt frei.

Städtisches Krankenhaus, Pettenkofer Straße 22, täglich 8 bis 21 Uhr, Eintritt frei.

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