Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Die Fehler des FKP II, die Freude des FV Dudenhofen

Doppel-Torschütze: Dudenhofens Angreifer Julian Scharfenberger, dem sich hier der Pirmasenser Lukas Volberg (rechts) entgegenste
Doppel-Torschütze: Dudenhofens Angreifer Julian Scharfenberger, dem sich hier der Pirmasenser Lukas Volberg (rechts) entgegenstellt.

„Der Fußball ist verrückt.“ Das war das Erste, was Kevin Hoffmann, der Trainer des FV Dudenhofen, nach der Verbandsligapartie beim FK Pirmasens II sagte.

Sein Team hatte gerade am Sonntag im Stadion Spesbach nach 0:2-Rückstand noch mit 4:3 (2:2) gewonnen. Dann kam die Nachricht, dass Titelrivale TSV Gau-Odernheim beim SV Steinwenden nur 1:1 gespielt hatte. Dadurch übernahmen die Dudenhofener vor dem letzten Spieltag die Tabellenführung und riefen, sich im Kreis drehend, „Spitzenreiter, Spitzenreiter!“ Bei den weiter in Abstiegsgefahr schwebenden Pirmasensern dagegen hängende Köpfe.

Dabei hatten die Gäste bis zu ihrem 1:2-Anschlusstreffer in der 42. Minute nicht gerade wie ein künftiger Oberligist gespielt. Da war zum Beispiel der zu kurze Rückpass von Lukas Metz. FKP-Talent Hannes Jensen roch den Braten, erlief sich den Ball und schob ihn an FVD-Keeper Yannlk Sahin vorbei zum 1:0 (18.) ins Netz.

Keeper Jeckel verletzt raus

Das Verletzungspech blieb der Elf von FKP-Tralner Christopher Ludy auch in dieser Partie treu. Keeper Nico Jeckel musste angeschlagen raus, Jason Becker kam (21.). Die junge Pirmasenser Reserve stand da hinten noch sehr sicher, allen voran Martin Stuppy und Xander Race. Vorne wurde gefällig kombiniert. Lukas Volberg schickte mit einem tollen Pass in die Tiefe Ousmane Sannoh, und der junge Stürmer aus dem Oberligakader chippte bei seinem ersten Startelf-Einsatz nach langer Verletzungspause den Ball an Keeper Sahin vorbei zum 2:0 ins lange Eck (33.).

Die Gäste spielten extrem rechtslastig, waren so gut auszurechnen. FVD·Trainer Hoffmann reagierte, brachte Julian Scharfenberger und spielte fortan mit zwei Spitzen. Die Statik änderte sich sofort. Das Spiel der Gäste lief jetzt mehr in die Breite, entwickelte mehr Offensivdruck. Ein Freistoß von Michael Bittner kam genau in die Schnittstelle zwischen Torhüter und Abwehr, Tim-Frederik Lange schoss aus fünf Metern ein.

Abseits reklamiert

Nur drei Minuten später: Der eingewechselte Scharfenberger wurde in der Spitze angespielt, lief allein auf FKP-Ersatzkeeper Becker zu und schoss zum 2:2 ein (45.). Die Zuschauer hatten eine Abseitsposition gesehen, das Schiedsrichtergespann nicht.

Die Aneinanderreihung unglücklicher Gegentore aus FKP-Sicht ging weiter. Francis Sesay verschätzte sich, der Ball kam so zu Eric Häussler, der legte quer auf Scharfenberger – 2:3 (61.). Nur drei Minuten später der nächste Gegentreffer: Wieder ein Freistoß für Dudenhofen. Die FKP-Abwehr leistete sich zwei Querschläger, der letzte landete beim frei stehenden Yannis Albrecht, und der bedankte sich mit einem Schuss aus acht Metern zum 2:4.

Nur noch zu zehnt

Es ging noch einmal ein Ruck durch die FKP-U23. Volberg und Fadel rissen das Spiel jetzt an sich. Tom Lautenschläger, in der 63. Minute eingewechselt, verletzte sich ohne Einwirkung eines Gegners so sehr, dass er vom Feld musste. Da das Wechselkontingent erschöpft war, musste Pirmasens zu zehnt weiterspielen. Aber das alles andere als schlecht. Ben Berger wurde im Strafraum zu Fall gebracht, Scherpf verwandelte den Elfer zum 3:4 (84.). Stuppy hatte noch die große Chance zum 4:4, doch sein Kopfball landete nicht im Tor.

„Wir haben einmal mehr drei, vier Fehler zu viel gemacht. Da musst du erst mal wieder zurückkommen“, sagte FKP-Trainer Ludy. Dudenhofens Coach Hoffmann dagegen stellte erfreut fest: „Meine Mannschaft hat Mentalität und Charakter bewiesen. Wenn wir unser letztes Heimspiel gewinnen, sind wir Meister.“

SO SPIELTEN SIE

FK Pirmasens II: Jeckel (21. Becker) - Sesay (63. Fieger), Race (72. Stilb), Stuppy, Ayers - Decker (63. Berger), Volberg, Fadel, Jensen - Sannoh (63. Lautenschläger), Scherpf

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