Pirmasenser Brunnen Der Wedebrunnen: Kein Brunnen ist älter

Der älteste Brunnen der Stadt ist der Wedebrunnen. Dort ließen einst Hirten vom Kloster Hornbach ihre Herden weiden; dort entsta
Der älteste Brunnen der Stadt ist der Wedebrunnen. Dort ließen einst Hirten vom Kloster Hornbach ihre Herden weiden; dort entstand auch die erste Siedlung für das spätere Pirmasens.

Kein Brunnen in Pirmasens ist älter als der Wedebrunnen, wenn auch die heutige Anlage zwischen dem Parkhaus über der Schäferstraße und dem „Kaufland“ ganz wenig mit dem ursprünglichen Wedebrunnen gemein hat.

Es begann mit dem heiligen Pirminius, der um 741 in Hornbach ein Kloster gründete. Er sandte seine Weggefährten in die Pfalz hinaus, um das Land urbar zu machen und Ansiedlungen in seinem Sinne zu gründen. Etwa um 750 fanden sich Hirten in einem Waldmark des Klosters ein, einer kleinen Ansiedlung, aus der sich das spätere Pirmasens entwickelte.

Es war wichtig für die Hirten gewesen, dass dort, wo sie sich niederließen, Wasser war. Und es hatte damals schon Brunnen in den feuchten Wiesen gegeben. Den Hirten folgten Bauern und Handwerker, und es entstand ein Dorf: Pirmasens. So richtig Fahrt auf nahm die Sieben-Hügel-Stadt, als der Landgraf Ludwig IX das Dorf zu einer Garnisonstadt erweiterte. Als Schuhstadt wurden dann die südwestpfälzische Kreisstadt deutschlandweit bekannt. Ende der 70er Jahre im vorigen Jahrhundert wurde zwischen dem Polizeigebäude, dem Kaufhaus und der Schäferstraße ein Park, Spielplatz, ein Busbahnhof und nicht zuletzt ein Brunnen – mit einem Kostenaufwand von fast zwei Millionen Mark – gebaut. Natürlich konnte der Brunnen in jenem Bereich, an dem einst Hirten ihre Tiere weiden ließen, keinen anderen Namen haben als von jeher gewohnt: Wedebrunnen.

Bemühungen um die Anlage scheinen zu fruchten

„Leider hat der Ruf der schönen Parkanlage über die Jahre gelitten. Denn Trinkgelage, Lärmbelästigungen und Verschmutzungen prägen oft die Berichte über den Park. Fehlende Lampen, kaputte Bänke und eine defekte Brunnenanlage kamen hinzu“, schrieb Oberbürgermeister Markus Zwick in einem Beitrag im August 2020. Aktuell ist der Park allerdings wieder gut in Schuss.

Die Bemühungen, die Anlage wieder annehmbar zu machen, scheinen zu fruchten. Zumindest beim Wedebrunnen selbst ist aktuell alles in Ordnung. Das Wasser sprudelt am höchsten Punkt der breit aufgestellten, harmonisch anmutenden, mit Grün bepflanzten Anlage in ein kleines Becken. Von dort plätschert das Nass über kaskadenartige Rund- und Langbecken über acht Stufen nach unten. Und wohl nirgends in der Stadt ist ein Brunnen so angebracht wie hier, schließlich sorgte die den Wedebrunnen speisende Quelle vor über 1000 Jahren dafür, dass es Pirmasens überhaupt gibt.

Die Serie

Einst waren sie lebensnotwendig, heute sind sie meist nur noch Zierde, ein Genuss für Seele und Auge und manchmal eine willkommene Gelegenheit, sich zu erfrischen: Brunnen. Jahrhunderte dienten die sprudelnden Quellen unseren Vorfahren nicht nur zur Versorgung mit Trinkwasser, sondern sie wurden auch als Viehtränke und Waschzuber genutzt. Das ist heute ganz anders. In der Serie stellen wir Pirmasenser Brunnen vor.

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