Handball
Der Spagat der Hauensteinerin Luisa Seibel zwischen zwei Toren
Völlig problemlos meistert bei der FSG Luisa Seibel bislang die Last, die einzige Torhüterin im Kader zu sein und folglich alle Spiele zu bestreiten. Die 21-Jährige sieht es sogar als Motivation: „Ich weiß eben, dass ich 60 Minuten vor mir habe und die Mannschaft mich braucht. Gleichzeitig weiß ich aber auch, dass Susie Dausch vor mir spielt, die mich an einem ganz schlechten Tag mal kurz ablösen könnte.“ So könne sie kurz herunterfahren, schauen, wie die Gegenspielerinnen werfen, um eigene Fehler abzustellen und dann gestärkt in den Kasten zurückzukehren. „Susie ist ja für uns auf dem Feld auch sehr wichtig“, weiß Seibel, die in ihrem jungen Alter schon etabliert ist, immer wieder mit starken Spielen aufwartet und sich auch als Siebenmeter-Entschärferin hervorgetan hat.
Die Studentin, die in Landau die Schwerpunktfächer Deutsch und Sport für Grundschullehramt belegt, ist Tochter des ehemaligen Regional- und Oberligastürmers Michael Seibel (jetzt Scout beim FK Pirmasens) und dessen Ex-Frau Diana Seibel, die beim TV Hauenstein im damaligen Regionalliga-Kader stand. Vielleicht ist auch das der Grund, weshalb sie mit ihrer zweieinhalb Jahre älteren Schwester Lena auch noch mit dem Fußball begann, als es dafür endlich vor Ort ein Angebot gab. Da war sie aber schon 13 Jahre alt.
Fußball-Torwartin aus der Not heraus
Während Luisa schon früh in ihrer Handballjugend plötzlich im Tor stand („Ich weiß gar nicht mehr wie es dazu kam“), ist das im Fußball nur eine Übergangsposition für sie: „Wir hatten plötzlich keine Torfrau mehr. Da hatte unser Trainer bei der FSG Wasgau die ,großartige’ Idee, mich ins Tor zu stellen, weil ich das im Handball ja auch mache.“ Begeistert ist die Hauensteinerin davon nicht: „Ich mache im Fußball das, was ich im Handball auch mache, nur ist dort das Tor viel größer“, erklärt sie, dass sie es nicht gewohnt ist, in die Ecken zu hechten oder aus dem Tor herauszulaufen. Es fehlen die Automatismen, um beim Fußball die Qualität zu erreichen, die sie im Handball auszeichnet. „Deshalb mache ich das nur so lange, bis wir eine andere Torfrau gefunden haben“, stellt Luisa Seibel klar. Besonderen Druck verspürt sie aber nicht, wenn die Angriffe in Richtung ihres Tores rollen: „Wenn mir mal ein Fehler unterläuft, beschwert sich keine Mitspielerin, weil Fußball auf unserem Niveau in der Landesliga eher Spaß ist.“
Beim Handball sei der Ehrgeiz vordergründiger. „Deshalb ist unser Vater auch eher selten in der Halle, weil er sich zu sehr über uns aufregt. Meine Mutter kommt aber mit unserem jetzt fünfjährigen Halbbruder noch ab und zu vorbei“, sagt die Torfrau.
Samstag-Spiel gegen Heiligenstein abgesagt
Luisa Seibels Schwester Lena fällt für den Jahresauftakt aus: Sie hat sich im Training eine Zerrung zugezogen. „Das schwächt uns natürlich im Rückraum, wo wir eh dünn besetzt sind“, sagt Luisa Seibel, die auf ihre Schwester, mit der sie auch in der Jugend größtenteils zusammengespielt hat, privat eher mal verzichten kann. „Da tut es uns, wie den meisten Schwestern, mal ganz gut, wenn wir uns eine Zeit lang aus dem Weg gehen können“, sagt sie und lacht. Sina Siegel reist direkt aus dem Urlaub zum Spiel, während die Mannschaft im Wochenverlauf schon zweimal zur Zufriedenheit von Trainer Björn Stoll trainiert hatte.
Bis zum Freitag war indes nicht klar, ob das Spiel ausgetragen wird. Im Vorfeld hatte Heiligenstein um eine Verlegung gebeten, da sich zwei Spielerinnen der Gäste in Corona-Quarantäne befänden. Beide waren im gemeinsamen Skiurlaub, eine wurde im Anschluss positiv getestet. Mittlerweile liegt laut Staffelleiter Manfred Nöther ein positiver PCR-Test vor, woraufhin er am späten Freitagnachmittag die Begegnung absetzte.
Ausserdem spielen
Männer-Verbandsliga: VTV Mundenheim II - TV Thaleischweiler (Samstag, 18 Uhr), TV Dahn - SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam II (Samstag, 20 Uhr).