Lug Der Maler Franz Leschinger will etwas Schönes zeigen
Unter dem Motto „Bilder der Unschuld“ will der Bildhauer und Maler Franz Leschinger die schönen Seiten des Seins und ein Leben in Harmonie beschwören. „Ich bin halt ein sensitiver Typ“ zuckt der 1957 in Lug geborene Künstler mit fast entschuldigender Geste die Schulter, und führt, nein entführt, die Besucher in den lichten Raum seiner noch neuen Galerie, die sich in ein fulminantes, farbenprächtiges, freudvolles Paradies verwandelt hat.
Nichts stört die Idylle, in der eine schöne Nackte in sinnlicher Anmut den Augenblick genießt, dabei im matten Weiß ihres Gipskörpers und der Ästhetik klassischer Bildhauerei selbst von dieser Welt entrückt scheint. Die großformatigen Bilder, die sie umgeben, öffnen einen weiten Raum der Glückseligkeit. Sie sind belebt von reichen Landschaften und wuchernden Pflanzen, riesigen Blüten und exotischen Tieren. Es sind reale Lebewesen, die in surrealen Szenen zusammenfinden. Sehnsuchtsorte – zu schön, um wahr zu sein, aber doch in diesem Moment präsent.
„Mein Hauptanliegen ist es, etwas Schönes zu zeigen, um damit einen Appel für Arten- und Naturschutz auszusenden“, erklärt der Künstler seine Motivation für die „Bilder der Unschuld“. „Sie sind ein Gegenpol zur aktuell so aggressiven und gewalttätigen Welt.“ Eine Augenweide im besten Wortsinn, die den Betrachter zur Ruhe kommen lässt und zum Staunen anregt.
Der „Paradiesvogel, der auf die Gazelle trifft“, „die blaue Schlange“, die sich in dschungelartiger Umgebung um einen Baumstamm windet und von einem Frosch beäugt wird, „der Gecko“, der sich in dichtes Grün duckt – sie alle sind Kreaturen dieser Erde und doch weit entfernt von der Wirklichkeit. Franz Leschinger, der sich als Meister der klassischen Bildhauerei und gefragter Restaurator in ganz Deutschland einen Namen machte, seine Pfälzer Heimat mit vielen Brunnen und Denkmälern bereicherte und als Kunsterzieher am Burggymnasium in Kaiserslautern und am Alfred-Grosser-Gymnasium wirkte, hat erst spät, nach seiner Pensionierung, zur Malerei gefunden.
Überbordende Kompositionen
Wie in seinen Skulpturen fühlt er sich auch in diesem Sujet der Tradition abendländischer Kunst und klassischer Form verpflichtet. Die jüngst entstandenen Gemälde, die er der Unschuld widmet, sind inspiriert von Henry Rousseau und Franz Marc mir ihren surrealistischen Traumwelten, aber auch von Paul Gauguin und dessen exotischen Landschaftsimpressionen. Menschen findet man in Leschingers Szenerien, die sich collageartig aus einzelnen Motiven zusammensetzen und zu üppigen, schier überbordenden Kompositionen fügen, allerdings nicht.
Die wenigen zivilisatorischen Spuren, die nicht ausgeblendet werden, haben keinerlei Schaden angerichtet und fügen sich harmonisch ins Gesamtbild. Weil Leschinger immer auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen ist, haben sich in die Serie der großformatigen Bilder der Unschuld, die in Acryl auf MDF-Platte entstanden sind, einige Ölbilder kleineren Formats eingeschlichen. Den „Kirschzweig“, der fast fotorealistisch in Öl auf Leinwand vor blauen Himmelsgrund blüht, bezeichnet der 1957 in Lug geborene Künstler als „Kabinettstückchen“.
Friedliches Miteinander
Die „Fischdamen“, die sich in monochromer Schwarmchoreografie um sich selbst drehen, tanzen stilistisch ein bisschen aus der Reihe und deuten schon an, wie Pinsel und Farbe in den kommenden Monaten zum Einsatz kommen werden. Aber auch sie sind getragen von der Botschaft des friedlichen Miteinanders in einer intakten Welt.
Die wenigen Büsten, die die Ausstellung begleiten, zeugen mit ihrer natürlichen und charakterstarken Ausstrahlung bei sensibel differenzierter Mimik und Gestik von Leschingers Bildhauerkunst und seiner Idealvorstellung von der menschlichen Figur.
Info
Franz Leschinger: „Bilder der Unschuld“, Malerei und Skulpturen, Lug, Classic Art Gallery, Gartenstraße 8. Geöffnet jeden Sonntag bis 30. August von 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung unter Telefon 01520 8477473, Internet: franz-leschinger.de
Vernissage: Sonntag, 10. Mai, 11 bis 18 Uhr.